Afleveringen

  • Ich kenne Pfarrer, die ständig Geld für ihre Pfarren auftreiben und sagen: „Das macht der heilige Josef.“ Josef, wahlweise als Jesu Ziehvater oder Bräutigam Mariens bezeichnet, ist als Alleinverdiener nämlich dafür zuständig, dass immer genug Geld im Haus ist. Viel weiß man von ihm nicht, deshalb ranken sich allerlei Legenden um ihn. Im Neuen Testament ist von ihm kein einziges Wort überliefert.

    Schweiger und Träumer

    Er gilt deshalb als Schweiger. Er gilt auch als Träumer, ähnlich wie Josef aus dem Alten Testament. Alles Wichtige erfährt er im Schlaf: dass Maria vom Heiligen Geist und nicht von einem anderen Mann schwanger ist und dass er vor Herodes schleunigst nach Ägypten fliehen soll. Seinen letzten Auftritt hat er beim zwölfjährigen Jesus im Tempel.

    Danach verschwindet er. Da man nicht annahm, dass er sich aus dem Staub gemacht hatte, vermutete man, dass er früh gestorben war. Warum? Vielleicht war er alt Vater geworden. Und das bot sich auch als Lösung für ein anderes Problem an, nämlich Jesu Geschwister, die der Evangelist Matthäus erwähnt. Die Kirchenväter nahmen an, dass es sich um Josefs Kinder aus erster Ehe handeln könnte und dass er Witwer war, als er Maria heiratete.

  • Wien hat einen eigenen Stadtpatron: Klemens Maria Hofbauer, ein echter Wiener, wenn man so sagen darf, denn er stammte aus Mähren. Geboren wurde er 1751 im deutschsprachigen Taßwitz. Da er sich das Theologiestudium nicht leisten konnte, wurde er zunächst Bäcker. Mit Hilfe seiner Arbeit und einiger Sponsoren ging sein Traum, Priester zu werden, dann doch in Erfüllung, als Klemens 34 Jahre alt war. Kurz darauf trat er dem Redemptoristenorden bei. Nach 20 Jahren in Warschau ging er nach Wien.

    Hofbauer hatte eine etwas derbe Art, die alle Bevölkerungsschichten ansprach, einfache Leute, aber auch Studenten, Gelehrte und Künstler wie Clemens von Brentano und Joseph von Eichendorff. Er hatte aber auch ein Herz für arme Menschen und versorgte sie. Er hat traditionelle Messen mit Blumen, Weihrauch und opulenter Musik gefeiert. Das zog die Menschen an, aber auch die Staatspolizei, die ihn bespitzelte, weil er als Gegner der Aufklärung galt. Aber selbst sie kam zu dem Schluss, dass Hofbauer nur den Glauben lebendig machen wollte.

    Der Tod von Klemens Maria Hofbauer

    Klemens Maria Hofbauer starb 1820. Seit 1914 ist er Stadtpatron von Wien und Patron der Bäcker. Seine Reliquien befinden sich in Maria am Gestade.

  • Zijn er afleveringen die ontbreken?

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  • Spanien, 1538. Ein 43-jähriger Mann läuft nackt durch die Straßen. Besorgte Bürger bringen ihn ins Krankenhaus. Dort stellt sich heraus, dass sein Verhalten die Reaktion auf eine Predigt des Bußpredigers Johannes von Avila war. Dieser erfährt davon und besucht den Kranken. Er rät ihm, seine Begeisterung in Bahnen zu lenken, die anderen nützen. Der Mann nimmt sich das zu Herzen – und begründet das moderne Spitalswesen.

    Not der Kranken

    Die Rede ist von Johannes von Gott. Vor dieser Episode war der 1495 geborene Portugiese Jobhopper: Hirte, Soldat, Bauarbeiter und Buchhändler. Im Spital lernt er nun die Not der Kranken kennen und findet seine Berufung: die Krankenpflege. Johannes eröffnet ein Spital nach völlig neuen Gesichtspunkten.

    Als Erster trennt er Patienten nach Geschlecht und Krankheit. Jeder bekommt ein eigenes Bett, der Behandlungs- und Pflegeprozess wird dokumentiert. Bald gibt man Johannes den Beinamen „von Gott“, denn er kümmert sich auch um Straßenkinder, Prostituierte und Arbeitslose. Seine ersten beiden Helfer sind Mörder. Und immer mehr junge Männer schließen sich ihm an. Erst nach Johannes Tod wird daraus der Orden der Barmherzigen Brüder.

    Der Tod von Johannes von Gott

    Nach dem Versuch, einen Mann vor dem Ertrinken zu retten, erkrankt Johannes und stirbt 1550. 1690 wurde er heiliggesprochen.

  • Die Nacht zum ersten Mai ist die Walpurgisnacht. Wieder in Mode gekommen ist der Glaube, dass in dieser Nacht auf dem höchsten Berg des Harzes in Norddeutschland Hexen zusammenkommen. Der Name der Nacht stammt von einer Heiligen, nämlich Walburga. Sie ist am 1. Mai heiliggesprochen worden. Und die Nacht davor ist daher die Walpurgisnacht. Walburga hatte mit Hexenglauben aber definitiv nichts am Hut.

    Walburga und die Klöster

    Vielmehr zählt sie zu den größten deutschen Heiligen, obwohl sie – streng genommen – keine Deutsche war, sondern Engländerin. Sie kam als Missionarin nach Deutschland, wohin sie ihr Onkel Bonifatius holte. Zunächst lebte sie wohl in einem der mainfränkischen Klöster. Als im Jahre 761 ihr Bruder Wunibald in Heidenheim starb, übernahm sie die Leitung des dortigen Benediktinerklosters, also des Männerklosters, und eröffnete dazu ein Frauenkloster. Sie leitete also ein Frauen- und ein Männerkloster. Heute undenkbar, im 8. Jahrhundert möglich.

    Walburgas Tod

    Durch die Leitung dieses mächtigen Doppelklosters wurde sie zu einer der bedeutendsten Frauen des christlichen Europas. Walburga starb 70-jährig am 25. Februar 779 oder 780 in Heidenheim. Ihre Reliquien befinden sich heute in der Abtei Sankt Walburg in Eichstätt.

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  • Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    An sich weiß man fast nichts über Juliana von Nikomedien. Ihr Name weist auf ihre Abstammung hin, nämlich auf das Geschlecht der Julier.

    Juliana verweigerte die Eheschließung

    Das war eine altrömische, sehr vornehme Sippe, ein Patriziergeschlecht, dem unter anderem Julius Cäsar angehörte. Sie sollte im Jahr 304 mit 19 Jahren standesgemäß verheiratet werden. Die Wahl fiel auf den Sohn des Stadtpräfekten. Diese Eheschließung aber verweigerte Juliana mit der Begründung, sie sei Christin und er nicht.

    Die Anklage gegen Juliana

    Juliana wurde angeklagt und, als sie dem Glauben nicht abschwor, gefoltert. Danach wurde sie in den Kerker geworfen. Interessant ist, wie Juliana oft dargestellt wird. Sie hat nämlich den Teufel an der Leine. Das hat folgenden Hintergrund: Im Kerker erschien er ihr in Engelsgestalt, aber sie erkannte ihn. Nicht nur das. Selbst ist die Frau, von wegen wehrloses Hascherl. Sie fesselte ihn mit ihren eigenen Ketten, die von ihr abfielen.

    Julianas Tod

    Als man sie aus dem Kerker holte, zog sie ihn hinter sich her und warf ihn auf dem Marktplatz in die Latrine. Danach wurde sie enthauptet und mit ihr Hunderte weitere Christen, darunter ihre Henker, die sich spontan bekehrt hatten. Der Richter ertrank später auf einer Meerfahrt, heißt es.

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  • Vom Schweißtuch zum Foto

    In der Kirche erkennt man sie sofort – eine Frau, die ein Tuch in der Hand hält, auf dem das Gesicht Jesu mit Dornenkrone abgebildet ist: Veronika.Veronika und das wahre Bild

    Sie soll Jesus am Kreuzweg ein Tuch gereicht haben, damit er sich Blut und Schweiß vom Gesicht wischen konnte. In der Bibel steht davon nichts, aber es gibt eine hartnäckige Tradition. So soll die Frau jene sein, die Jesus von Blutungen geheilt hat. Diese trägt im apokryphen Nikodemusevangelium, das nicht in die Bibel aufgenommen worden ist, den Namen Berenike, die Sieg-Bringende. In der lateinisch-griechischen Übertragung wurde daraus Veronika – das wahre Bild.

    Verehrung und Patronate der Heiligen Veronika

    Im 4. Jahrhundert wurde ihr Fest am 4. Februar liturgisch gefeiert. So richtig Fahrt aufgenommen hat die Verehrung ab 1300. In der Wiener Schatzkammer ist eine Kopie des Schweißtuches, die 1721 Kaiser Karl VI. geschenkt wurde. Veronika soll nach Südfrankreich gegangen und dort um 70 nach Christus im Ort Soulac gestorben sein. Ihre Reliquien hat man im 19. Jahrhundert nach Bordeaux überführt. Wen wundern ihre Patronate? Veronika ist Patronin der Wäscherinnen, Leinweber und – und das ist wirklich originell – der Photographen.

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  • Der Patron der Bleistiftfabrikanten als Bierliebhaber

    Zu den größten Theologen überhaupt wird Thomas von Aquin gezählt. Thomas kam um das Jahr 1225 auf der elterlichen Burg südöstlich von Rom zur Welt. Als jüngsten Sohn wollte man ihn für eine geistliche Laufbahn erziehen.

    Vom Rebell zum Wissenschaftler

    In Neapel lernte er den jungen Dominikanerorden kennen. Mit 19 trat er dort ein. Gegen den Willen seiner Eltern, die ihn nicht in einem Bettelorden wollten. Er studierte weiter in Bologna, Paris und Köln, wo er erste Vorlesungen hielt. Mit 27 begann er seine Lehrtätigkeit in Paris. Fortan widmete er sein Leben der Wissenschaft. Er setzte sich mit allem auseinander – leider, würde man heute sagen, denn er mischte sich in jeden Lebensbereich ein. Theologie als Wissenschaft – das ist aber eines seiner Verdienste.

    Heiliger mit Humor und Hefe

    Thomas von Aquin starb 1274. 1323 wurde er heiliggesprochen, später Kirchenlehrer. Naheliegend seine Patronate: Wissenschaft, Universitäten, Bleistiftfabrikanten. Gut, Bleistifte braucht man in der Wissenschaft. Aber Thomas ist auch Patron der Bierbrauer. Er soll so dick gewesen sein, dass man in die Tischplatte eine Ausbuchtung sägen musste, damit er dort sitzen konnte. Vielleicht war er ja Bierliebhaber.

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  • Gentleman unter den Heiligen

    Chablais, Diözese Genf, Ende des 16. Jahrhunderts. Im Schutz der Dunkelheit heftet ein Mann Flugblätter an Türen, Bäume und Tore. Warum? Nun – bis vor kurzem war Chablais von Calvinisten besetzt, der Bevölkerung ist aber noch immer von den Machthabern unter Strafe verboten, katholische Predigten zu hören.

    Mit seiner Idee zum Erfolg

    Der junge Mann ist Priester und denkt sich daher: Wenn die Leute nicht zu meinen Predigten gehen dürfen, gehen meine Predigten eben zu ihnen. Er hat Erfolg – vier Jahre später ist die Bevölkerung wieder katholisch. Und fast 400 Jahre später wird ihn diese „Presseaktion“ das Patronat für die Journalisten einbringen.

    Ein Leben im Dienst der Nächstenliebe

    Besagter Priester ist Franz von Sales. 1567 in Savoyen geboren, wurde er Jurist, Priester, Ordensgründer, Bestsellerautor und Bischof seiner Heimatdiözese Genf. Er war ein echter Seelsorger, besuchte als erster Bischof alle Pfarrkirchen, kümmerte sich um die Kinder- und Erwachsenenbildung, sprach so viel wie möglich in der Landessprache und nicht in Latein, und das alles mit großer Herzlichkeit.

    Gründer, Autor und KirchenlehrerMan nennt ihn daher den „Gentleman unter den Heiligen.“ 1604 gründete er den Orden der Salesianerinnen. Sein Buch „Anleitung zum frommen Leben“ zählt bis heute zu den Top Ten der christlichen Weltliteratur.

    Franz von Sales starb, hoch verehrt, im Alter von 55 Jahren am 28. Dezember 1622. 1877 wurde er zum Kirchenlehrer erklärt.

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  • Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Wir begeben uns in die Wüste nach Ägypten zum Wüstenvater Antonius, dem Vater des Mönchtums. Er wurde um 250 in eine reiche christliche Bauernfamilie geboren.

    Mit 25 Jahren verkaufte er nach einem Bekehrungserlebnis seinen Besitz und wurde Einsiedler, zunächst nahe seines Heimatortes. Bald schon zog er sich weiter zurück in eine alte ägyptische Grabkammer, und dann in die Wüste, wo er 20 Jahre lang lebte. Während seines langen Wüstenaufenthalts wurde er immer wieder von quälenden Visionen, er nannte sie Dämonen, heimgesucht. Danach ging er ans Rote Meer.

    Antonius war aber trotz seines Einsiedlerlebens weder menschenscheu noch unpolitisch. So ging er nach Alexandria, um die verfolgten Christen zu ermutigen, und er setzte sich für Arme und Gefangene ein. Egal, wo Antonius wohnte – es suchten ihn Menschen auf und erbaten Rat, Kranke Heilung, Geistliche und Asketen wollten von ihm lernen. Männer sammelten sich um ihn, es bildeten sich zahlreiche Einsiedeleien. So stand Antonius am Anfang des Klosterwesens, und er wird deshalb Vater des Mönchtums genannt. Er soll um das Jahr 356 im Alter von 105 (!) Jahren gestorben sein.Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag.

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  • Der Namenspatron des Erzbischofs

    Es ist nicht immer einfach, einen Heiligen anhand seiner Darstellung zu erkennen. Dieser aber ist so eindeutig wie kaum einer. Den Mann, der durchs Wasser geht und ein Kind auf den Schultern trägt, das ihm offensichtlich dennoch zu schwer ist, den kennt man: Christophorus. Mystische Gestalt der Frühzeit

    Dabei weiß man von Christophorus, der populäre Nothelfer: Er soll im 3. oder 4 Jahrhundert in der heutigen Türkei gelebt haben und sehr groß gewesen sein und entweder einen hundeähnlichen Kopf gehabt oder aus Kanaan gestammt sein. Christophorus soll Soldat gewesen sein und nach seiner Taufe als Missionar herumgezogen und als Märtyrer enthauptet worden sein.

    Von der Legende zum Schutzpatron

    454 wurde ihm im heutigen Istanbul eine Kirche geweiht. Die berühmteste Legende erzählrt, dasss ihn ein Bub bittet, ihn über den Fluss zu tragen. Dabei wird dieser immer schwerer. Er gibt sich als Christus zu erkennen, tauft den Riesen und gibt ihm den Namen Christophorus, Christusträger. Die Verehrung des Christophorus reicht vom Pilgerheiligen bis zum Patron der Autofahrer und Verkehrsmittel. Schließlich ist eer Namenspatron von Kardinal Christoph Schönborn. Wie der Heilige ist er sehr groß und hat schon viele Aufgaben gestemmt.

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  • Der Wanderbischof als Patron der Schuhmacher

    Erhart von Regensburg trägt die Berufsbezeichnung „Wanderbischof“. Was aber ist ein Wanderbischof? Ein besonders sportlicher, der gerne wandert? Nun, als Freizeitbeschäftigung kann man das Wandern sicher nicht bezeichnen, denn im 8. Jahrhundert waren die Füße das Hauptfortbewegungsmittel.

    Missionar und Klostergründer

    Erhart stammte aus Südfrankreich und gründete im Elsass und in Regensburg einige Kirchen und Klöster. Im Elsass taucht er auch auf im Zusammenhang mit der Schutzpatronin der Region, der heiligen Odilie. Sie war von Geburt an blind, und er soll sie als zwölfjähriges Mädchen getauft haben, wodurch sie das Augenlicht erlangte. Mutmaßlich wegen Eroberungszügen von Arabern ging er nach Regensburg. Dort gilt er durch seine Missionstätigkeit, die er wandernd ausübte, als Wegbereiter des Christentums in Bayern.

    Helfer bei Leiden

    Sein Sterbedatum wird um das Jahr 715 angenommen. Erhart wurde in der Regensburger Niedermünsterkirche bestattet. Sein Grab ist bis heute erhalten. 1052 wurde er heiliggesprochen. Erhart ist Helfer gegen Kopfschmerzen und Augenleiden. Außerdem wird er als Schutzpatron der Schuhmacher verehrt. Kein Wunder, gegangen ist er ja sehr viel.

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  • Für ein gutes neues Jahr

    Die Bezeichnung Silvester geht auf einen Papst zurück, der heute Gedenktag hat. Tja, und das ist schon ziemlich das Einzige, wofür dieser bekannt ist. Alles andere ist Legende und historisch widerlegt.

    Papst ohne großen Einfluss

    An wichtigen Entwicklungen in der Kirche hatte er – keinen Anteil. Silvester wurde Papst ein Jahr nach der Konstantinischen Wende, der Anerkennung der Christen durch Kaiser Konstantin. Zu tun hatte er mit deren Zustandekommen im Jahre 313 – nichts, auch wenn eine Legende besagt, dass Gott den Christenverfolger Konstantin mit Aussatz bestrafte, bis Silvester ihn heilte, bekehrte und taufte. Auch am für die Kirche so wichtigen Konzil von Nicäa 325, an dem das erste Glaubensbekenntnis geschrieben wurde, ließ er sich vertreten. Nur der Bau der ersten Petruskirche über dem Petrusgrab kann als Leistung in 20 Jahren Amtszeit verbucht werden.Gedenktag am Jahresabschluss

    Und wieso ist ein ganzer Tag nach ihm benannt? Das war – Zufall. Silvester starb am 31. Dezember 335, übrigens als erster Papst eines natürlichen Todes. 1582 wanderte durch die gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember und damit auf Silvesters Gedenktag. Dadurch ist er auch zufällig zum Patron für ein gutes neues Jahr geworden.

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  • Gärtnerin und Schneiderin

    Auch am Heiligen Abend gibt es Tagesheilige. Mit Bezug auf die Geburt Christi gedenkt die Kirche heute dessen Vorfahren. In diesem Zusammenhang ist es erfreulich, dass der Name Eva trotz der biblischen Belastung bis heute durchaus beliebt ist. Der Beginn des Sündenfalls

    Eva wird freundlich als Urmutter der Menschheit bezeichnet, erschaffen von Gott persönlich. Dann aber lässt sie sich von einer Schlange überreden, von einer verbotenen Frucht zu essen. Kein Apfel, wohlgemerkt, eine Frucht. Und damit gewinnen sie und ihr Mann Adam plötzlich die Erkenntnis, Gut und Böse voneinander zu unterscheiden. Und überhaupt kommen sie drauf, dass sie nackt sind. Und damit ist es Schluss mit dem Leben im Paradies. Man hat sämtliche Probleme, die Frauen haben, wie etwa den Geburtsschmerz, auf diese Ursünde zurückgeführt. Oder damit auch das Patriarchat begründet. Alles Böse hat man auf Eva geschoben, und erst Maria hat es lösen können.

    Die Rückkehr ins Paradies

    Wo wieder der Humor hereinkommt, ist ihr Patronat. Eva erkannte ja nach dem Sündenfall, dass sie nackt war, und ist deshalb Patronin der Schneider. Der Gedenktag am Heiligen Abend bringt zum Ausdruck, dass mit der Menschwerdung Gottes die Tür zum Paradies wieder geöffnet ist. Frohe Weihnachten!

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  • Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Im 23. Bezirk befindet sich das Schulzentrum Sankta Christiana. Dessen Namensgeberin war eine der großen Frauen der Kirche. Sie hat der Überlieferung nach im 4. Jahrhundert das Christentum nach Georgien gebracht. Die Georgische Orthodoxe Apostelkirche stellt sie den Aposteln gleich. Auf den Ikonen wird sie als Priesterin abgebildet.

    Christiana wurde wohl um die Wende zum vierten Jahrhundert in der Türkei geboren, war Sklavin und entkam ins heutige Georgien. Dort lebte sie als Einsiedlerin und erwarb sich einen Ruf als Heilerin. Bald nannte man Nino (Nina), wie die fromme Frau eigentlich hieß, Christiana, die zu Christus Gehörende. Nachdem sie den König und dessen Frau geheilt hatte, erklärte dieser das Christentum zur Staatsreligion.

    Christiana starb 361. Über ihrem Grab steht heute ein Kloster. Unterhalb dessen ist eine Quelle, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Der Platz zählt zu den heiligsten in Georgien. Und wie kommt diese georgische Heilige in den 23. Bezirk? Nun, sie ist die Patronin des Ordens der Schwestern der heiligen Kindheit Jesu und Mariens, dem Schulerhalter des nach ihr benannten Schulzentrums.

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  • Patronin der Notare und der Elektriker

    Wären wir in der Karibik auf der Insel St Lucia, hätten wir es vermutlich nicht nur wärmer, sondern wir hätten heute frei. Die Insel wurde nämlich an einem 13. Dezember entdeckt und nach der Tagesheiligen benannt – nach Lucia. Lichterkranz als Symbol der Nächstenliebe

    Ihr Name ist Programm: Lucia, das ist die Leuchtende. Sie bringt das Licht. Das ist besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig. Geleuchtet hat Lucia für Christus. Sie lebte an der Schwelle zum 4. Jahrhundert auf Sizilien im heutigen Siracusa. Lucia verbinden wir mit dem Brauch, dass ein Mädchen einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf trägt und der Familie Süßigkeiten bringt. Tatsächlich ist überliefert, dass sich Lucia einen Lichterkranz aufsetzte, um nämlich in der Dunkelheit beide Hände zum Tragen von Speisen für Bedürftige freizuhaben. Eine Art Stirnlampe des 4. Jahrhunderts. Das rief auch die Elektriker auf den Plan, die Lucia deshalb zu ihrer Patronin erwählten.

    Vom Verrat zur Verehrung

    Lucia wurde ermordet, weil sie ihre Verlobung löste, um sich Gott zu weihen. Der Ex-Verlobte zeigte sie aus Rache als Christin an. Der Schuß ging aber nach hinten los, denn Lucias Popularität begann dadurch erst so richtig, die Liste der Bräuche, die sich um sie ranken, und der Patronate, die die Lichtbringerin innehat, ist schier endlos.

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  • Die Nothelferin der Bergleute

    Für die meisten Menschen ist heute der Barbaratag. Sie stellen Zweige von Kirsch- oder Apfelbäumen ins Wasser. Dieser Brauch ist natürlich Aberglaube, und auch die Existenz der Barbara von Nikomedien ist nicht gesichert. Sie ist auch eine der vierzehn Nothelfer.

    Die schaurige Legende von Barbara

    Gelebt haben soll sie gegen Ende des 3. Jahrhunderts in der heutigen Türkei. Gegen den Willen ihres Vaters ließ sie sich taufen. Ein Turm, mit dem sie dargestellt wird, spielte eine zentrale Rolle. Hier wurde sie von ihrem Vater eingeschlossen. Sie floh, wurde wieder gefangen. Details des schaurigen Martyriums erspare ich Ihnen. Am Schluss wurde die Arme von ihrem Vater eigenhändig enthauptet. Dieser wurde gleich darauf vom Blitz getroffen und verbrannte. Das soll sich am 4. Dezember um das Jahr 306 abgespielt haben.

    Schutzheilige der Artillerie und Bergleute

    Dieser Blitzschlag machte Barbara später zur Schutzheiligen der Artillerie. Da die Heilige – der Legende nach – von einem Felsen geschützt wurde, der sich öffnete und sie verbarg, wählten die Bergleute sie zu ihrer Patronin, und neben ihnen noch Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, ... Die Barbarazweige soll sie übrigens selber in der Gefangenschaft zum Blühen gebracht haben.

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  • Falls Sie Andreas heißen, dann darf ich Ihnen zum Namenstag gratulieren. Andreas ist einer der Namen, die tatsächlich über Jahrtausende hinweg populär geblieben sind. Momentan rangiert er auf Platz 32 der beliebtesten Vornamen. Es ist ein kraftvoller, denn das griechische Wort „andreios“ heißt „mannhaft, tapfer, tüchtig“. Populär wurde der Name durch einen Apostel.

    Bedeutung des Andreaskreuzes

    Andreas war der Bruder des Petrus. Dieser hat zwar kirchlich die größere Karriere gemacht, im profanen Alltag aber hat sich Andreas durchgesetzt. Spuren von ihm finden sich in Form des Andreaskreuzes, das wie ein X aussieht. In der Chemie warnt es vor gesundheitsschädlichen Stoffen. An Bahnübergängen mahnt es zur Vorsicht vor möglicherweise herannahenden Zügen. Der Ursprung des Andreaskreuzes liegt im Martyrium des Apostels. Er wurde gekreuzigt, allerdings auf einem Kreuz, das die Form eines X hatte, weil der Todeskampf dadurch noch verlängert wurde. Die Brüder Petrus und Andreas sind daher leicht zu unterscheiden. Petrus hält den Schlüssel zum Himmelreich, Andreas trägt das x-förmige Kreuz.

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  • Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Elisabeth von Thüringen zählt zu den beliebtesten Heiligen. Interessant ist, dass die Akten zu ihrem Heiligsprechungsprozess erhalten sind und daher ein umfassendes Bild von Zeitzeugen über die Landgräfin liefern, die nur 24 Jahre alt geworden ist. Geboren wurde Elisabeth 1207 als ungarische Königstochter. Als Vierjährige hat man sie nach Thüringen auf die berühmte Wartburg geschickt. Ludwig und Elisabeth verliebten sich tatsächlich ineinander und heirateten. Da war Ludwig 16 und Elisabeth 14.

    Nächstenliebe und Opferbereitschaft

    Sie hatte einen ausgeprägten Hang zur Wohltätigkeit und gründete ein Spital. Sie besuchte Armenviertel. Während einer Hungersnot ließ sie die Kornkammern öffnen und half aus der Staatskasse. Sie verschenkte Schmuck und teure Kleidung. Zwar unterstützte sie ihr Mann, aber der Hof war strikt dagegen. Als Ludwig nach nur fünf Jahren Ehe starb, war Elisabeth mit dem dritten Kind schwanger und fortan schutzlos der Verwandtschaft ausgesetzt. Ihr Schwager vertrieb sie mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder. Mit einer Entschädigung, die sie statt ihres Erbes erhielt, ließ Elisabeth in Marburg ein Spital errichten und pflegte persönlich Leprakranke. Das alles überlebte sie nicht lange. Am 17. November 1231 starb sie mit nur 24 Jahren. Elisabeth wird bis heute verehrt.

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  • Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Unzählige Kinder gehen mit Laternen durchs Land und erinnern an Martin von Tours, vor allem an die Mantelteilung, nach der er als Soldat einem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs geschenkt hat. Geboren wurde Martin im Jahr 316. Wie sein Vater wurde er römischer Offizier. Erst mit gut 35 Jahren klappte es mit der Taufe. Die Legende mit der Mantelteilung stammt aus dieser Zeit. Die zweite Hälfte seines Lebens war er Priester und Bischof. Die Legende mit den Gänsen stammt aus jener Zeit.

    Der bescheidene Bischof

    Dass Martin sich bei Gänsen versteckt haben soll, um seiner Bischofsweihe zu entgehen, davon berichten seine ersten Biographen nichts. Es dürfte damit zusammenhängen, dass am 12. November der Advent begann und damit die fleischlose Fastenzeit. Es durfte also noch einmal Gans gegessen werden. Martin blieb auch als Bischof bescheiden. Ein Zeitzeuge berichtet: „In seinem Mund war nichts anderes als Christus, in seinem Herzen wohnten nur Güte, nur Friede, nur Erbarmen.“ Gestorben ist Martin mit 81 Jahren. Drei Tage dauerte seine Rückführung nach Tours, wo er am 11. November beigesetzt wurde. Und weil sein Leichenzug von einer Lichterprozession begleitet wurde, gehen heute Kinder mit ihren Laternen.

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  • Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.

    Fast 200 Jahre lang war seine Statue die mit 36 Metern weltweit höchste, von innen begehbare: der Koloss San Carlo, das Standbild des Karl Borromäus. Seine Heimatgemeinde Arona in Italien errichtete es zu seinen Ehren. Karl Borromäus kam 1538 in Arona am Lago Maggiore in einer einflussreichen Adelsfamilie zur Welt. Er wurde Jurist und Sekretär des Papstes. Sein Ruf war tadellos: Er galt als fleißig, fromm, unbestechlich und gleichzeitig als lebensfroher Renaissancefürst.

    Das änderte sich, als er mit 24 plötzlich seinen Bruder verlor. Er wurde ein Asket und Priester und bald Erzbischof von Mailand, das damals eine heruntergekommene Diözese war. Karl kümmerte sich um den Wiederaufbau nach den Vorgaben des eben zu Ende gegangenen Tridentinischen Konzils. Er gründete soziale Einrichtungen sowie Leihhäuser zur Bekämpfung des Wuchers. Als 1576 die Pest ausbrach, richtete Karl Borromäus im erzbischöflichen Palais ein Spital ein, verkaufte den Kirchenschatz und pflegte die Kranken persönlich. Aber sein Körper hielt den Raubbau durch Fasten, Selbstgeißeln und Dauerarbeiten nicht lange aus. Im Alter von nur 46 Jahren erlag Karl Borromäus am 3. November 1584 einem Fieberanfall. 1610 wurde er heiliggesprochen.

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