Afleveringen

  • In Erfurt hielt die AfD ihren Parteitag ab. Pünktlich konnte dieser beginnen – trotz der Proteste und Blockaden. Die derzeitige Debatte über diesen Aktivismus läuft auf verschiedene Weisen in die Irre, in der Speakeasy-Bar fragen wir deshalb einmal strategisch: Wie sinnvoll ist ein derartiges aktivistisches Vorgehen?

    Unser Verdacht: Man genießt in Wahrheit die eigene Ohnmacht und hat außerdem ein höchst paradoxes Verhältnis zum Staat und seiner Verfassung. Nicht nur mit #ErfurtWidersetzen, sondern auch mit dem bürgerlichen Aktivismus einer Luisa Neubauer beschäftigen wir uns eine Stunde lang.

    Anschließend beantworten wir Fragen aus dem Publikum, etwa zum Staatsverständnis von Marxisten-Leninisten und des GegenStandpunkt.

    Den zweiten Schwerpunkt bildet dann das neue Buch des japanischen Theoretikers Kohei Saito: „Am Ende des Fortschritts. Überleben in den Ruinen des Kapitalismus“ plädiert für Planung und Sozialismus, setzt sich kritisch mit Ulrike Herrmann auseinander und malt in drastischen Worten die Klimakatastrophe aus. Hayek soll mit Marx überwunden werden, um in eine Diktatur der Ökologie zu gelangen.

    Wir diskutieren in der neuen Speakeasy-Bar intensiv über Saitos kühne Thesen.

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  • Die Bundesregierung hat ihr Verarmungsprogramm vorgestellt, das Merz als "großen Sprung nach vorn" bezeichnet. Für die Arbeitnehmer in Deutschland gibt es keine nennenswerten Entlastungen, sondern ausschließlich Zumutungen.

    Minijobs werden bald stärker besteuert , es muss länger gearbeitet werden, Krankschreibungen werden erschwert und Konsumsteuererhöhungen sind geplant. Es steigen die Rüstungsausgaben um 100 Milliarden Euro, sonst ist aber kein Geld vorhanden.

    Die Behauptung aus linksliberalen Kreisen, es gehe doch beides zusammen – Aufrüstung und Sozialstaat –, entpuppt sich endgültig als die Illusion derer, die bei Bluesky oder den Jusos sind. Besonders erschreckend ist, wie Yasmin Fahimi, die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, auf die Reformen reagiert – nämlich „konstruktiv“. Die Gewerkschaftsspitze weiß offenbar nicht, dass sie die Interessen der arbeitenden Klasse vertreten soll.

    In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die furchtbaren Reformen.

    Literatur/Quellen:

    Bundesregierung: “Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung”, online verfügbar unter: https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975228/2445592/344cc50b4c10a5939658e3fc0a5fd93f/2026-07-02-koaausschuss-data.pdf?download=1

    DGB: “Richtige Signale für Beschäftigung, Wachstum und Entlastung", online verfügbar unter: https://www.dgb.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/dgb-chefin-fahimi-richtige-signale-fuer-beschaeftigung-wachstum-und-entlastung/

    “Empfehlungen der Alterssicherungskommission”, online verfügbar unter: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Soziales/empfehlungen-der-rentenkommission-bmas-juni-2026.pdf?__blob=publicationFile&v=4

    Termine:

    Wolfgang ist am 15. Juli in Tübingen: https://akj-tuebingen.de/nolans-oppenheimer-und-die-kritik-der-wissenschaften/

    Ole und Wolfgang sind am 15. August in Berlin:

    https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/

    Ole und Wolfgang sind am 30. Oktober in Frankfurt am Main:

    https://diekaes.ditix.shop/event/n1xk0eq2dyksnve3?t=false&tid=

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  • Zijn er afleveringen die ontbreken?

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  • Was, wenn sich die EU und ihre Mitgliedstaaten stärker verschulden würden, um Investitionen zu tätigen? Mit dieser Frage und ihren diversen Implikationen beschäftigt sich der Ökonom Philipp Heimberger vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche.

    Im Gespräch mit Wolfgang geht es um Heimbergers neue Studien, die zeigen, dass eine Haushaltskonsolidierung im Umfang von einem Prozent des BIP deutliche negative wirtschaftliche Folgen hat. So wird die Wirtschaftsleistung in den Jahren nach dem Sparprogramm spürbar abnehmen, während die Arbeitslosigkeit steigt. Gleichzeitig geht zwar die Inflation zurück, was jedoch auf eine schwächere gesamtwirtschaftliche Nachfrage hindeutet. Zudem nimmt die Einkommensungleichheit zu.

    Anhand von Daten aus verschiedenen EU-Ländern kann man zudem sehen, dass die politische Instabilität wächst und selbst die Schuldenquote nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, sinkt. Heimberger zeigt im Gespräch die Möglichkeiten einer klugen Industriepolitik auf und kritisiert die konsumtiven Ausgaben durch die Aufrüstung.

    Mehr dazu im neuen „Wohlstand für Alle“-Spezial!

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  • 1997 kam Deutschlands Elite im legendären Hotel Adlon in Berlin zusammen, Bundespräsident Roman Herzog hatte angekündigt, eine Rede über die Zustände in Deutschland zu halten.

    Eine Forderung wurde zum geflügelten Wort und darf seitdem in keinem Text fehlen, der nach Reformen schreit: „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen.“ Klingt erst einmal gut, aber was heißt das eigentlich? Der Ruck, den Herzog herbeiredete, war nichts anderes als neoliberale Reformen, die er all jenen aufbürden wollte, die für gewöhnlich nicht im Adlon residieren.

    Hört man heute Lars Klingbeils Rede zu Reformen in Deutschland, schlägt man die Wirtschaftsteile irgendwelcher bürgerlicher Zeitungen auf, lauscht man den besorgten Kommentaren im Fernsehen, erkennt man immer wieder deutliche Parallelen zur Ruck-Rede.

    Interessanterweise geht es nicht nur um neoliberale Reformen, sondern Herzog setzt zudem auf starke Führung und jammert darüber, dass widerstreitende Interessen vertreten werden, wo es doch ums große Ganze, also um Deutschland zu gehen hat. Auch dies ist heute von rechts bis linksliberal überall zu vernehmen.

    In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diese historische Rede.

    WERBUNG:

    Zum Angebot des Surplus-Magazins geht es unter:

    https://www.surplusmagazin.de/wfa/

    Literatur/Quellen:

    Roman Herzog: “Berliner Rede 1997 von Bundespräsident Roman Herzog”, online verfügbar unter: https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Roman-Herzog/Reden/1997/04/19970426_Rede.html

    Die Rede als Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=kn336KbzJc8

    Veranstaltungen:

    "Schlager für Alle" wird am 5. Juli in Düsseldorf gegeben:

    https://zakk.de/event-detail?event=16010

    "Schlager für Alle" wird am 15. August in Berlin gegeben:

    https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/

    Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

    https://www.friedrichsforum.de/programm/260820-schmitt-richard-wagners-revolutionen

    "Schlager für Alle" wird am 30. Oktober in Frankfurt am Main gegeben:

    https://diekaes.ditix.shop/event/n1xk0eq2dyksnve3?t=false&tid=

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  • Nach „Plattform“ und „Vernichten“ sprechen wir bei WfA-Literatur erneut über einen Roman von Michel Houellebecq: „Serotonin“ erschien 2019 zeitgleich zu den Protesten der Gelbwesten.

    In dem Roman werden es Landwirte sein, die zum bewaffneten Kampf übergehen, weil sie sich nicht der grenzenlosen Freihandelspolitik, durch die die Milchpreise immer weiter sinken, ergeben wollen. Der Ich-Erzähler ist ein Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums, der jedoch die globalen, für die französischen Bauern schädlichen Entwicklungen nicht aufhalten konnte.

    Houellebecqs Text stammt aus einer Zeit, als Protektionismus noch völlig verpönt war. Der schwer depressive Protagonist kündigt seinen Job, verlässt seine japanische Lebensgefährtin und fährt mit der Mercedes G-Klasse durch ein abgewirtschaftetes Land. Nur ein starkes Antidepressivum bringt ihn durch gleichförmige Tage, an denen auch die Lust keine Rolle spielt – nur Erinnerungen einiger Augenblicke des Glücks flackern auf.

    „Serotonin“ ist ein düsteres Porträt einer EU, in der keine Hoffnung mehr auf Besserung besteht. In „Wohlstand für Alle“ diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über diesen finsteren Roman.

    Literatur:

    Michel Houellebecq: Serotonin. Übersetzt von Stephan Kleiner. Dumont.

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  • Geht es um Steuererhöhungen für Unternehmen und Reiche, wird von konservativer und liberaler Seite gern betont, dass das Kapital ein scheues Reh sei. Der Spielraum für höhere Steuern sei gering, da das Kapital jederzeit das Land verlassen kann. Übersehen wird dabei jedoch die Wegzugsteuer, die Vermögende zahlen müssen, wenn sie das Land dauerhaft verlassen.

    Dadurch vergrößern sich die Möglichkeiten für effektive Steuererhöhungen, dennoch gibt es Grenzen, wie sich zeigen wird. Zunächst einmal muss geklärt werden, wann diese Besteuerung von Steuerflüchtlingen eigentlich in Deutschland aufkam und zu welchem Zweck. Und wie ist der Satz aus dem Grundgesetz, wonach Eigentum verpflichtet, zu deuten?

    In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die Wegzugsteuer.

    Literatur/Quellen:

    Marc Buggeln: Das Versprechen der Gleichheit. Steuern und soziale Ungleichheit in Deutschland von 1871 bis heute, Suhrkamp.

    Bundesregierung: Außensteuergesetz (Gesetzentwurf der Bundesregierung), online verfügbar unter: https://dserver.bundestag.de/btd/06/028/0602883.pdf.

    Sven-Felix Kellerhoff: “So unselig ist die Tradition der Auswanderungsabgabe”, online verfügbar unter: https://www.welt.de/geschichte/article68a4572a99ec9e2fe941db5e/Reichsfluchtsteuer-So-unselig-ist-die-Tradition-der-Auswanderungsabgabe.html.

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    Zu "Schlager für Alle" geht es hier entlang:

    https://linktr.ee/wohlstandfueralle

    Zu unserer Veranstaltung in Bayreuth geht es hier:

    https://www.friedrichsforum.de/programm/260820-schmitt-richard-wagners-revolutionen

  • In der neuen Speakeasy-Bar setzen wir zwei Schwerpunkte: In der ersten Stunde sprechen wir über den linken Populismus, und zwar anhand eines Gesprächs zwischen Chantal Mouffe und Wolfgang Streeck, das bereits vor fünf Jahren erschienen ist, aber dennoch vor wenigen Tagen viral ging. Im Meme-Zeitalter reicht dazu oft nur ein Clip.

    Dies ist ein guter Anlass, auf diese Debatte erneut zu blicken und die verschiedenen Ansätze zu diskutieren. Was, wenn die Neoliberalismuskritik von links einen wichtigen Akteur übersehen hat?

    Die zweite Stunde der Speakeasy-Bar beschäftigt sich mit Geopolitik: In Kanada debattierten kürzlich Realisten wie John Mearsheimer mit republikanischen Falken über die richtige Außenpolitik und die Rolle der USA. Selten hat man so klar das imperialistische Gehabe ausgestellt gesehen. Während die amerikanischen Falken (und sie unterscheiden sich gar nicht so sehr von ihren europäischen Kollegen) glauben, Monster jagen zu müssen, bezweifeln Realisten, dass es überhaupt Monster gibt, stattdessen sehen sie Interessen.

    Mehr als zwei Stunden lang sprechen wir in der Speakeasy-Bar über diese beiden Debatten!

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  • Wir alle sind von ihnen abhängig: Zahlungsdienstleister wie PayPal oder AliPay, Kreditkartenanbieter wie Visa, Amex oder Mastercard und natürlich Banken, die unsere Girokonten verwalten. Diese Akteure haben eine enorme Macht, das bekommt man besonders dann zu spüren, wenn sie einem den Zugang zu Konten oder Dienstleistungen sperren.

    Diese Form der finanziellen und privaten Zensur kann Organisationen und Personen treffen. Von Zensur sollte man deshalb sprechen, weil diese finanzielle Infrastruktur existenziell ist, um am modernen Leben teilzunehmen und weil Staaten häufig ein Interesse an diesen Sanktionen haben. Der Fall Wikileaks ist nur ein Beispiel. In den USA zeigt sich, wie der Staat immer wieder über die Payment-Services, also über einen Umweg, zensieren kann, wo eigentlich die Verfassung die freie Rede schützt.

    Da wir in Europa sehr von den amerikanischen Anbietern abhängig sind, betrifft uns dieses Thema gleichermaßen. Aktivisten, Journalisten oder auch die Produzenten von Erwachseneninhalten sind diesen Maßnahmen ausgesetzt. Welche Auswege gibt es aus dieser Form der Zensur? Mit Bargeld kommt man nicht weit, könnten Kryptowährungen vielleicht eine Alternative bieten?

    In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über die Macht der Zahlungsdienstleister, ihre intransparenten Regeln und über den Einfluss des Staates.

    Literatur:

    Frank Keating im WSJ: https://www.wsj.com/articles/SB10001424052702304810904579511911684102106

    Rainey Reitman: Transaction Denied. Big Finance’s Power to Punish Speech, Beacon Press.

    Aaron Sahr: Fake Coins. Digitales Geld und analoge Freiheit, Hamburger Edition.

    Termine:

    Am 21. Juni ist Ole in Berlin, mehr Infos gibt es bald hier:

    https://www.instagram.com/niemals.allein.openair/

    Am 23. Juni ist Ole in Kiel:

    https://live.kieler-woche.de/warum-ich-niemals-fuer-mein-land-kaempfen-wuerde-lesung-und-gespraech/

    Am 24. Juni ist Wolfgang in Mainz: https://www.institutfrancais.de/de/mainz/event/gesellschaft-lesen-oekonomie-familie-und-religion-den-romanen-michel-houellebecqs-28868#/

    Am 20. August sind Ole und Wolfgang in Bayreuth:

    https://www.friedrichsforum.de/programm/260820-schmitt-richard-wagners-revolutionen

    Schlager für Alle:

    Alle Links zu unseren Schlager-Auftritten findet ihr hier:

    https://linktree.com/wohlstandfueralle

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  • Aus der Reihe: Meisterwerke der Literatur und was sie uns lehren

    Wolfgang M. Schmitt im Gespräch mit Maxim K.I.Z. über »American Psycho« von Bret Easton Ellis

    © Eine Veranstaltung des Literaturforums im Brecht-Haus

    Website: https://lfbrecht.de/

    YouTube-Kanal: https://www.youtube.com/@lfbrecht

  • Wer den Aufstieg Chinas verstehen will, muss über die Erfolgsgeschichte von Apple sprechen. Vor 1998 sah es nicht danach aus, als könnte Steve Jobs noch große Taten vollbringen. Apple schwächelte, bis Jobs den iMac vorstellte, der, so erklärte der exzentrische Unternehmer, im Gegensatz zu den anderen Computern nicht hässlich war.

    Der iMac war zugleich der Startschuss für die Zusammenarbeit mit Fabriken in China. Diese wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut, vor allem der Konzern Foxconn, der in Taiwan ansässig ist, aber hauptsächlich in China produzierte, spielte dabei die maßgebliche Rolle.

    Als die Kooperation mit Apple begann, hatte das Unternehmen von Terry Gou 20.000 Mitarbeiter, innerhalb weniger Jahre waren es 800.000. Auf diese indirekte Weise bildete Apple Millionen Chinesen aus und brachte Know-How ins Land. Irgendwann konnten chinesische Firmen mit diesem perfekt ausgebildeten Personal Apple und anderen US-Konzernen Konkurrenz machen. Was aus einer betriebswirtschaftlichen Logik für Apple Sinn ergab, wurde für die USA zu einem Problem im Kampf um die ökonomische Vorherrschaft.

    Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

    Termine:

    Ole ist am 23. Juni in Kiel:

    https://live.kieler-woche.de/warum-ich-niemals-fuer-mein-land-kaempfen-wuerde-lesung-und-gespraech/

    Wolfgang ist am 24. Juni in Mainz: https://www.institutfrancais.de/de/mainz/event/gesellschaft-lesen-oekonomie-familie-und-religion-den-romanen-michel-houellebecqs-28868#/

    Ole und Wolfgang sind am 25. Juni in Hamburg:

    https://tickets.centralkomitee.de/product/95403/wolfgang-m-schmitt-ole-nymoen-centralkomitee-hamburg-am-25-06-2026

    Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:

    https://www.friedrichsforum.de/programm/260820-schmitt-richard-wagners-revolutionen

    Wolfgang und Stefan sind am 22. August mit den „Neuen Zwanzigern“ in Frankfurt: https://diekaes.ditix.shop/event/mynsx0wxeg0eaa7y

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  • Wohlstand für Alle“ rief Ludwig Erhard, der Vater der Sozialen Marktwirtschaft, aus. Ole und Wolfgang fordern: Schlager für Alle!

    Die Wirtschaftsgeschichte der Bundrepublik lässt sich wunderbar anhand von Schlagern erzählen, sie sind Spiegel des jeweiligen Zeitgeistes sowie ökonomischer Krisen und Reformen.

    So klagen die Bürger 1949 passend zur Inflation: „Wer soll das bezahlen?“, wohingegen sie 1960 dank des Wirtschaftswunders wissen: „Gehen Sie mit der Konjunktur!“ Die 1968er lösen tiefen Unmut bei Freddy Quinn aus, während Udo Jürgens beinahe zum Revolutionär wird.

    In einem abendfüllenden Programm erklären und besingen Ole und Wolfgang das "Wirtschaftswunder" anhand von Schlagern.

    25.06. Hamburg: https://tickets.centralkomitee.de/product/95403/wolfgang-m-schmitt-ole-nymoen-centralkomitee-hamburg-am-25-06-2026

    05.07. Düsseldorf:

    https://zakk.de/event-detail?event=16010

    15.08. Berlin: https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/

    30.10. Frankfurt: https://diekaes.ditix.shop/event/n1xk0eq2dyksnve3

  • Wie ist die Zwangskollektivierung, die Josef Stalin Anfang der 1930er-Jahre durchführen ließ, ökonomisch zu bewerten? Zunächst ist festzuhalten, dass es sich nicht nur um ein wirtschaftliches Programm handelte. Gewiss, man wollte die Produktivität der Agrarwirtschaft erhöhen und dadurch genügend freie Arbeitskräfte gewinnen, die in der neuen Industrie arbeiten konnten.

    Zugleich verfolgte die Kollektivierung ideologische Ziele: Die Einführung des Sozialismus bedeutete den radikalen Bruch mit der Eigentumsordnung des Zarenreichs, weshalb man sich mit den Großbauern anlegen musste. Auf Geheiß von Stalin wurde die Kollektivierung temporeich und gewaltsam vorangetrieben.

    Auch wenn Stalin bald in einem Artikel in der „Prawda“ zurückruderte und so tat, als habe er diese gewaltvollen Aktionen nie gewollt, war völlig klar, worauf seine Anweisungen hinauslaufen würden. Ökonomisch betrachtet, ebneten die brutalen Maßnahmen den Weg zu einer erstaunlichen Industrialisierung. Wäre es aber auch anders und zwar mit weniger Zwang und Repression möglich gewesen?

    Darüber sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!

    Literatur:

    Robert C. Allen: Farm to Factory. A Reinterpretation of the Soviet Industrial Revolution, Princeton University Press.

    Manfred Hildermeier: Geschichte der Sowjetunion, 1917-1991. Entstehung und Niedergang des ersten sozialistischen Staates, C. H. Beck.

    Josef Stalin: "Vor Erfolgen von Schwindel befallen. Zu den Fragen der kollektivwirtschaftlichen Bewegung", online verfügbar unter:

    https://www.1000dokumente.de/Dokumente/Volltext:Stalin,_%27%27Vor_Erfolgen_von_Schwindel_befallen._Zu_den_Fragen_der_kollektivwirtschaftlichen_Bewegung%27%27#cite_ref-1

    Termine:

    Am 7.6. spricht Wolfgang mit Judith Schalansky in Köln: https://www.philcologne.de/de/programm/phil-cologne/marmor-quecksilber-nebel-woraus-die-welt-gemacht-ist-mit-judith-schalansky

    Am 9.6. spricht Wolfgang mit Patrick Kaczmarcyk in Köln: https://www.philcologne.de/de/programm/klassedenken/klassedenken-was-ist-geld-mit-patrick-kaczmarczyk-und-wolfgang-m-schmitt

    Schlager für Alle:

    Alle Links findet ihr unter:

    https://linktr.ee/wohlstandfueralle

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  • Weltumspannende Literatur verfasst der israelische Schriftsteller Tomer Gardi mit seinem Roman „Liefern“.

    Im Mittelpunkt stehen Rider auf E-Bikes, die in New Delhi, Berlin und Tel Aviv Essen, Getränke und Einkäufe zu denen bringen, die auf einer Liefer-App bestellt haben. Die Arbeit dieser Rider findet zum großen Teil im Verborgenen statt, Gardi nimmt einen literarisch clever konstruierten Perspektivwechsel vor, der uns mit einem globalen Proletariat konfrontiert, das sich nicht solidarisch verbinden kann, sondern untereinander im Konkurrenzkampf steht; das auf Kunden trifft, die sich den niedrigsten Preis bei höchstem Tempo wünschen und die heillos dem Algorithmus der Plattformen und den Bewertungen der Kunden ausgeliefert sind.

    Die digitale Verfügbarkeit kontrastiert Gardi mit radikaler Abhängigkeit: Der Roman findet eine Sprache und eine Erzählweise, um diesen fundamentalen Souveränitätsverlust packend zu beschreiben.

    In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ diskutieren wir über diesen außergewöhnlichen Gegenwartsroman.

    Literatur:

    Tomer Gardi: Liefern. In Teilen aus dem Hebräischen übersetzt von Anne Birkenhauer, Tropen.

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  • Als die Sowjetunion 1991 aufgelöst wurde, war die Bilanz rasch gezogen: Ein wirtschaftliches Fiasko nahm sein Ende. Gewiss, im Vergleich zu Bürgern in Deutschland oder den USA waren die Menschen in der Sowjetunion bedeutend ärmer. Jedoch hilft einem dieser direkte Vergleich nicht weiter, viel wichtiger ist es, in Relationen zu denken.

    Vergleicht man die Entwicklungen anderer Länder und erkennt man, dass die globale Ungleichheit zwischen den Ländern während des 20. Jahrhunderts stark gestiegen ist, schneidet das realsozialistische Experiment gar nicht so schlecht ab. Die Sowjet-Wirtschaft startete auf einem viel niedrigeren Niveau als die Ökonomien des Westens, konnte aber gleich schnell wachsen.

    In der neuen Folge von “Wohlstand für Alle” sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über einen unkonventionellen Historiker und dessen Blick auf die Dinge.

    Literatur:

    Robert C. Allen: Farm to Factory. A Reinterpretation of the Soviet Industrial Revolution, Princeton University Press.

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  • In der neuen Speakeasy-Bar diskutieren wir zunächst über den neuesten Streich von Wolfram Weimer. Dieses Mal will der Kulturkampfminister Inhalte bei YouTube regulieren – natürlich ganz staatsfern und ohne den Eindruck von Zensur zu erwecken. In einem Zeitungsbeitrag fordert er, YouTube von den Landesmedienanstalten beaufsichtigen zu lassen; zugleich möchte er den privaten Medienhäusern ein Geschenk machen.

    Das zweite große Thema ist das neue Buch des Politikwissenschaftlers Philip Manow. In „Spaltungslinien“ erklärt er, warum auf EU-Ebene das alte Rechts/Links-Schema nicht mehr greift und damit eine neue Konfliktlinie ausgemacht werden muss zwischen jenen, die für die EU sind und damit die ökonomische wie gesellschaftliche Liberalisierung mittragen, und jenen, die gegen die EU sind, aber sich aufspalten in zwei Lager – eines auf der rechten, eines auf der linken Seite.

    Manow provoziert zudem mit der These, dass die rechten Parteien Europas sich ökonomisch nach links bewegen. Des Weiteren sprechen wir über rechte und linke Architektur, über die Aktualität von Marx‘ Werttheorie, über NGOs im Kapitalismus sowie das Staatsverständnis der Querdenker.

    Literatur:

    Philip Manow: Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats, C.H. Beck.

    Wolfram Weimer über YouTube: https://www.welt.de/debatte/plus69fd75d87e3ff373d429dbd6/kulturstaatsminister-wenn-youtube-das-neue-fernsehen-ist-braucht-es-neue-regeln.html

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  • Verdienen Bundestagsabgeordnete der Partei die Linke zu viel, um weiterhin die Sache der Arbeiter zu vertreten? Die Linken streiten derzeit intern über einen Gehaltsdeckel für alle Abgeordneten der Partei, der in etwa vorsehen soll, dass die Diät auf knapp 3000 Euro netto bzw. 5500 Euro brutto begrenzt wird.

    Die Kostenpauschale in Höhe von 5500 Euro soll dabei aber mutmaßlich unangetastet bleiben. Zusätzlich sollen Abgeordnete pro Kind oder zu pflegendem Angehörigen 350 Euro pro Monat erhalten. In anderen europäischen Länder haben sozialistische Parteien lange schon solche Limitierungen der Gehälter.

    Bei der Bevölkerung gibt es ohnehin mehrheitlich die Ansicht, dass Politiker zu viel verdienen. Linke könnten hier mit gutem Beispiel vorangehen. Was aber würde das bedeutet? Leidet darunter eine Professionalisierung der Politik? Wird damit verhindert, dass Politiker die Interessen der Arbeiter verraten? Das kann durchaus bezweifelt werden. Wer sich dem Establishment anpasst, tut das nicht unbedingt wegen des Geldes, sondern aus Überzeugung.

    Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.

    Literatur/Quellen:

    Sebastian Friedrich über den Gehaltsdeckel: https://www.ueberrechts.de/p/gehaltsdeckel-gegen-rechts

    Fabian Lehr über die Debatte: https://www.youtube.com/watch?v=76BF7_mm0GA&t=

    Termine:

    Wolfgang ist am 7.6. mit Judith Schalansky auf der LitCologne: https://www.philcologne.de/de/programm/phil-cologne/marmor-quecksilber-nebel-woraus-die-welt-gemacht-ist-mit-judith-schalansky

    Wolfgang ist am 9.6. mit Patrick Kaczmarczyk auf der LitCologne: https://www.philcologne.de/de/programm/klassedenken/klassedenken-was-ist-geld-mit-patrick-kaczmarczyk-und-wolfgang-m-schmitt

    „Schlager für Alle“:

    25.06. Hamburg: https://tickets.centralkomitee.de/product/95403/wolfgang-m-schmitt-ole-nymoen-centralkomitee-hamburg-am-25-06-2026

    05.07. Düsseldorf: https://zakk.de/event-detail?event=16010

    15.08. Berlin: https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/

    30.10. Frankfurt: https://diekaes.ditix.shop/event/n1xk0eq2dyksnve3

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  • In der neuen Speakeasy-Bar diskutieren wir zunächst über den neuesten Streich von Wolfram Weimer. Dieses Mal will der Kulturkampfminister Inhalte bei YouTube regulieren – natürlich ganz staatsfern und ohne den Eindruck von Zensur zu erwecken. In einem Zeitungsbeitrag fordert er, YouTube von den Landesmedienanstalten beaufsichtigen zu lassen; zugleich möchte er den privaten Medienhäusern ein Geschenk machen.

    Das zweite große Thema ist das neue Buch des Politikwissenschaftlers Philip Manow. In „Spaltungslinien“ erklärt er, warum auf EU-Ebene das alte Rechts/Links-Schema nicht mehr greift und damit eine neue Konfliktlinie ausgemacht werden muss zwischen jenen, die für die EU sind und damit die ökonomische wie gesellschaftliche Liberalisierung mittragen, und jenen, die gegen die EU sind, aber sich aufspalten in zwei Lager – eines auf der rechten, eines auf der linken Seite.

    Manow provoziert zudem mit der These, dass die rechten Parteien Europas sich ökonomisch nach links bewegen. Des Weiteren sprechen wir über rechte und linke Architektur, über die Aktualität von Marx‘ Werttheorie, über NGOs im Kapitalismus sowie das Staatsverständnis der Querdenker.

    Literatur:

    Philip Manow: Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats, C.H. Beck.

    Wolfram Weimer über YouTube: https://www.welt.de/debatte/plus69fd75d87e3ff373d429dbd6/kulturstaatsminister-wenn-youtube-das-neue-fernsehen-ist-braucht-es-neue-regeln.html

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  • Ist die EU einfach zu groß, um demokratisch sein zu können? Diese Frage stellt sich der Politikwissenschaftler Dirk Jörke in seinem Buch „Die Größe der Demokratie“. Die Sozialdemokratie und der Nationalstaat, so lautet eine seiner Thesen, gehören zusammen, während supranationale Strukturen eine solche Politik geradezu verunmöglichen.

    Zudem müsse man erkennen, dass Liberalismus und Demokratie keineswegs zusammengehen müssen, ja, in entscheidenden Bereichen widersprechen sie sich. Der Liberalismus will eigentlich weniger Demokratie wagen. Gegenwärtig wird häufig über die Vor- und Nachtteile von liberalen Demokratien mit ihren Institutionen, die sich vor dem Wählerwillen abdichten, diskutiert. Manche sprechen sogar schon von einem Postliberalismus, in dem auch die elektorale Demokratie zu neuem Glanz gelangt.

    In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“ diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über den Nationalstaat und eine sozialdemokratische Wirtschafts- und Sozialpolitik.

    Literatur:

    Dirk Jörke: Die Größe der Demokratie: Über die räumliche Dimension von Herrschaft und Partizipation. Suhrkamp.

    Jonas Junack über den Postliberalismus-Trend: https://jacobin.de/artikel/postliberalismus-deneen-moyn-mikfeld-lang-alternativlosigkeit

    Branko Milanovic über die „Tugenden“ des Neoliberalismus: https://branko2f7.substack.com/p/how-the-virtues-of-neoliberal-globalization

    Zu unserem Event "Schlager für Alle" geht es hier entlang:

    https://linktr.ee/wohlstandfueralle

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  • Im neuen „Wohlstand für Alle“-Spezial ist der Podcast und Social-Media-Experte Gavin Karlmeier zu Gast. In seinem Podcast „Haken dran – das Social Media Update der c’t“ klärt er über die neuesten Entwicklungen bei TikTok, Meta, X und Co auf.

    Wolfgang spricht mit ihm über die geplanten Social-Media-Verbote für Jugendliche und Kinder und warum diese sowohl nicht sinnvoll als auch schwierig umzusetzen sind. Jüngstes Beispiel: Eine ID-App der EU, die man bald veröffentlichen wollte, konnte schon nach zwei Minuten gehackt werden.

    Weiter geht es um die Bestrebung in den USA, die sowohl von Republikanern als auch von Demokraten vorangetrieben wird, die Section 230 abzuschaffen, womit Social-Media-Plattformen ein wichtiges Privileg verlieren würden. Weltweit ist zu erleben, wie Politiker aller Couleur das Internet regulieren wollen – oftmals ist der Jugendschutz nur ein Vorwand. Manche EU-Politiker haben sogar die VPNs ins Visier genommen.

    Insgesamt 70 Minuten sprechen Gavin Karlmeier und Wolfgang über die aktuellen Tendenzen.

    Gavin bei Instagram: https://www.instagram.com/gavinkarlmeier/

    Gavins Podcast „Haken dran“: https://hakendran.podigee.io/

    Das Video der EU zur Altersverifizierung: https://www.youtube.com/watch?v=ULFTrTznG7Y

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