Afleveringen
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Die Sommerurlaubszeit hat längst begonnen und deswegen geht es in dieser Folge nicht um Chlor- sondern um Salzwasser! Denn viele zieht es in diesen Wochen ans Meer, zum schwimmen, tauchen oder surfen und es gibt wohl wenige Menschen, die sich der Faszination der Ozeane entziehen können. Wenn da nicht dieses kleine „aber“ wäre … Auch wenn wir es nur zu gern verdrängen: Natürlich ist uns allen klar, dass es den Meeren und somit auch den darin schwimmenden Lebewesen nicht wirklich gut geht. Nicht nur wegen der zunehmenden Erwärmung der Meere, sondern auch wegen des ganzen Unrats, der darin herumschwirrt, allem voran das viele Plastik.
Uns heutiger Gesprächspartner ist deshalb der Speaker und Podcaster Christian Weigand, der das Konzept „Blue Awareness“ entwickelt hat, was mittlerweile ein gemeinnütziger Verein geworden ist. Er ist professioneller Redner für Unternehmen und Veranstaltungen und spricht über Nachhaltigkeit, Meere und Selbstwirksamkeit.
Das Tolle an ihm: Er läuft nicht etwa den ganzen Tag mit erhobenem Zeigefinger herum und fordert dazu auf, ab sofort asketisch zu leben, sein Motto ist vielmehr: „take three for the sea“. Heißt: Wenn wir beispielsweise im Urlaub am Strand entlang gehen und nur drei Plastikteile aufheben, haben wir schon was getan. Denn das sind drei Teile weniger, die von den Meeresbewohnern mit wertvoller Nahrung verwechselt werden können, drei Teile weniger, an denen ein Wesen im Wasser ersticken oder sich damit strangulieren kann.
Diese Haltung spürt man auch in seinem erfolgreichen Podcast „Helden der Meere“. Auch hier geht es nicht darum, moralinsauer aufzuzählen, dass vermutlich rund fünf Trillionen Plastikteile in den Ozeanen schwimmen oder um wieviel Grad die Meerestemperatur mal wieder gestiegen ist - stattdessen hat er alle 14 Tage Gäste, die von der Faszination des Meeres erzählen.
Wie sie mit Haien schwimmen oder Orcas filmen, abenteuerliche Expeditionen machen, von steilen Klippen springen, als Tankerkapitän arbeiten oder ein mexikanisches Drogenkartell verfolgen, das illegal in einem Naturschutzgebiet fischt.
Aufregende und faszinierende Geschichten, die einem auf ihre ganz eigene Art bewusst machen, was sich für eine wunderbare und besondere, mitunter aber auch ganz schön unheimliche Welt da unter Wasser auftut. Auch für Christian selbst ist das ein großer Spaß - selbst wenn es sehr häufig gar nichts mit Meeresschutz zu tun hat.
Wir können nicht anders - wir müssen ihn auch danach fragen, wie er die Aktion rund um den Wal in der Ostsee erlebt hat. An dieser Stelle nur so viel: Begeistert hat ihn diese ganze Sache nicht.
Christian ist nicht nur Redner und Podcaster - und leidenschaftlicher Surfer - er hat zusammen mit dem Journalisten Florian Sturm auch ein Buch gemacht: „Ein Leben für den Ozean“ heißt es und eine von uns hat es natürlich zuhause im Regal stehen und ist im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig begeistert! Umso größer die Freude, dass im November 2026 die zweite Ausgabe erscheinen wird. Während es im ersten Band um Ostsee, Nordsee und Nordatlantik geht, dreht sich der zweite Band um den Europäischen Atlantik. Und wer nicht nur lesen, sondern auch schauen will, bekommt außerordentlich schöne Bilder zu sehen - aus den Tiefen der Ozeane. Das Weihnachtsgeschenk ist safe!
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Auf den ersten Blick ist da erstmal nichts Besonderes. Das CabrioLi im westfälischen Lippstadt ist ein Kombibad mit Hallen- und Freibad. Betriebsleiter Tobias Göbel führt uns durch die Halle und deutet nach oben. Und jetzt sehen wir sie: Kleine weiße Kameras an der Decke oder hoch oben an der Wand, die jeden Winkel der drei Schwimmbecken in der Halle im Blick haben.
Das CabrioLi in Lippstadt war bundesweit das erste Schwimmbad, das KI zum Einsatz gebracht hat. Auslöser war aber nicht der tragische Tod eines Kleinkindes im Jahr 2019, wie viele vermuten, sondern der pure Zufall, erzählt Tobias. Auch Bäder haben nämlich immer wieder Besuch von Vertretern, die ihnen die neuesten Entwicklungen auf dem Markt präsentieren. Und von so einem Vertreter erfuhr man im CabrioLi von der israelischen Firma Lynxight, die Pionierin in Sachen Schwimmbad-KI.
Das war 2022. Das Bad willigte ein, das Programm zu testen, Anfang 2023 gings los: Kameraüberwachung in Echtzeit, auch unter Wasser. Das System macht eine ständige Bewegungsanalyse aller Menschen, die gerade im Wasser sind. Erkennt sie untypische Bewegungsmuster, sendet sie einen Alarm auf die Smartwatch, die hier jeder Bademeister trägt (und natürlich auch jede Bademeisterin). Mit dem Alarm wird der exakte Standort des Geschehens gesendet, außerdem ein Livebild. Zu sehen ist auch, was in den Sekunden davor geschah.
Allerdings darf man sich das nicht als einen glasklaren Film vorstellen, erzählt Tobias, die eigentlichen Kameraaufnahmen werden nicht gespeichert. Stattdessen wandelt das Tool sie in so genannte Vektordaten um, sodass nur die Umrisse der Schwimmenden zu sehen sind. Wichtig für den Datenschutz!
Seit drei Jahren ist Lynxight jetzt in Lippstadt im Einsatz, am Anfang war das noch ganz schön holperig, erzählt Tobias. Da wurde auch schon mal der Schatten einer Liege als Ertrinkender gewertet, auch ließ sich der Alarm mit „Toter-Mann-Spielen“ viel leichter auslösen. Aber: Diese KI lernt. Nach jedem Alarm melden die Bademeister:innen zurück, ob die KI die Situation richtig erfasst hat. Die Fehlalarme werden deutlich seltener. Und dass eine heikle Situation NICHT erkannt wurde, sei zum Glück noch nie passiert. Ab und zu würden es Gäste auch mal darauf anlegen, den Alarm auszulösen, indem sie sich beispielsweise auf den Beckenboden sinken ließen - doch mittlerweile in der Regel ohne Erfolg.
Betriebsleiter Tobias Göbel ist von dem System begeistert, das merkt man. Über die Anschaffungskosten schweigt er sich aus, die jährlichen Betriebskosten seien aber mit rund 10.000 Euro absolut überschaubar. Für ihn hat diese Technik Zukunft - aber nicht, weil er Badpersonal sparen will - „Retten können nur wir, da hilft uns keine KI“ - sondern weil er kaum noch Personal bekommt. Gerade wenn es sehr voll ist, sei aber jedes Auge wichtig - auch das der Kamera. Mittlerweile haben auch schon einige andere Bäder in Deutschland nachgezogen, das System Lynxight kommt in sieben Ländern weltweit zum Einsatz.
Mittlerweile sind wir draußen am Schwimmbecken angelangt. Hier gibt es keine KI, an heißen Sommertagen müssen sich die Bademeister:innen nach wie vor auf ihre eigenen Augen und Erfahrungen verlassen. Das Problem: Hier gibt es weder hohe Wände noch Decken, an denen die KI-Kameras aufgehängt werden können. Stangen oder ähnliches wären zu wacklig. Da ist also im wahrsten Sinne des Wortes noch Luft nach oben.
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Zijn er afleveringen die ontbreken?
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Diesmal treffen wir uns mit Steffi Memmert-Lunau am Schlachtensee - einer der blauen Glücksorte, die sie in ihrem gleichnamigen Buch beschrieben hat. Darin geht es um lauter Berliner Highlights am Wasser - nicht nur für Schwimmer:innen. Schon der Ort, an dem wir sitzen, ist besonders: Das Café am Bootsverleih ist ein sehr romantischer Ort, besonders in der Abendsonne. Schade nur, dass die bisherigen Betreiber aufgehört haben. Jetzt wird es von der Fischerhütte ein paar hundert Meter weiter mit betrieben, Boote kann man sich aber immer noch ausleihen und es gibt auch zu essen und zu trinken.
Während wir da so sitzen, philosophieren wir über die vielen Orte am Wasser, die Berlin zu bieten hat, von der Dahme im Osten bis hin zu kleinen und größeren Seen wie dem Lietzensee Nähe Kudamm, dem Amerika-See im Botanischen Garten oder auch dem Teufelssee in Grunewald.
Wir kommen ins Schwärmen über den Mauerradweg entlang der Havel und hören mit leichtem Gruseln die Geschichte des Plötzensees: Dort, wo der See samt Strandbad heute liegt, soll sich nämlich einst ein Dorf befunden haben, dessen Gutsherr sehr hartherzig zu seinen Tagelöhnern war. Ein Geist forderte soziale Gerechtigkeit, weil aber nichts passierte, flutete er das ganze Dorf und alles ging unter, einschließlich Rittergut und Kirche. Angeblich sei auch heute noch in Vollmondnächten ihr Glockengeläut zu hören - wer das nicht glaubt, muss es einfach mal ausprobieren!
Wo viel Wasser ist, sind auch viele Inseln, hier sei nur die Pfaueninsel und die Insel der Jugend erwähnt und ja - auch die Altstadt von Köpenick ist eine Insel und überall von herrlichen Gewässern umgeben. Hier kann man rudern, fischen, schwimmen, tauchen - hat auch Steffi alles schon mal ausprobiert. Ohnehin schlägt ihr Schwimmerinnenherz vor allem für öffentliche Gewässer, das sei schon als Kind so gewesen, erzählt sie uns.
Zum Schwimmen in der Spree war sie allerdings noch nicht, aber an der Schloßbrücke in Mitte lohnt sich auch einfach mal genaueres Hinschauen: Für das dekorative Geländer wählte Karl Friedrich Schinkel nämlich Delfine und Pferde mit Fischschwänzen aus. Ist uns noch gar nicht aufgefallen, werden wir aber auf jeden Fall demnächst mal drauf achten.
Und so kann man sich herrlich vertiefen in Erzählungen über die Atmosphäre am Wasser, eine von uns gibt noch zum besten, dass es die Frühlingsstimmung am Landwehrkanal war, die sie vor knapp vierzig Jahren bewogen hat, Berlin nach einem harten Winter nicht fluchtartig wieder zu verlassen. Derweil schaukeln die Boote leise auf dem Schlachtensee und wir sind sicher - mit diesem Buch finden wir noch viele weitere herrliche Orte am Wasser und können es nur empfehlen!
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Wir sind so aufgeregt! Endlich öffnet ein Freibad nach dem nächsten und wir haben die ersten Bahnen unter freiem Himmel auch schon gezogen. In Berlin waren das am ersten Mai-Wochenende noch 25.000 weitere Badegäste und es hat sehr viel Lust auf mehr gemacht. Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder Ausweis- und Videokontrollen an den Kassen und am Eingang und mittlerweile ist auch gerichtlich bestätigt, dass das rechtens ist.
Da loben wir doch die Initiative Respekt Pommes, die eher auf Überzeugung als auf Kontrolle setzt: „Versalze anderen nicht die Stimmung“, heißt es da beispielsweise bei der Kampagne, die von der Abteilung Bäder der Niederrhein Energie und Wasser GmbH ins Leben gerufen wurde, oder auch: „Gierige Blicke sind nur bei Pommes okay“. Immerhin 121 Schwimmbäder bundesweit sind schon dabei, unter anderem auch das Blu in Potsdam. Großstädte wie Hamburg, Berlin oder München tun sich damit allerdings noch schwer - dabei wäre es einen Versuch doch wirklich mal wert.
Mit dem beginnenden Sommer haben wir auch unseren Spieltrieb entdeckt - es gibt nämlich tatsächlich eine Puppe, die schwimmen können soll. Wir konnten nicht anders und haben es flugs mal ausprobiert: Badewanne voll Wasser, Puppe rein - es war eine Riesengaudi! Und es funktioniert tatsächlich. Andere leben ihren Spieltrieb lieber im Verein richtig professionell aus - mit Stone Skimmung, besser bekannt als: Wir titschen Steine übers Wasser. In Berlin kann man das im Verein THC Franziskaner FC machen und die kriegen jetzt sogar Trainingszeit im Kreuzberger Prinzenbad - natürlich erst nach Badeschluss. Denn so ein 75-Meter-Nichtschwimmerbecken eignet sich offenbar ganz vorzüglich dafür. Das müssen wir uns unbedingt auch mal anschauen!
Andernorts kann man über unsere freudige Aufregung übrigens nur müde lächeln - im westfälischen Oelde wurde das Freibad bereits Mitte März eröffnet, und zwar mit einer Wassertemperatur von 26 Grad. Der Grund: Die Abwärme der nahe gelegenen Biogasanlage eines Landwirts kann für die Wassererwärmung genutzt werden, es fallen also keine zusätzlichen Stromkosten an. Bis Ende Oktober ist das Bad geöffnet - sowas hätten wir auch gern!
Egal - wir genießen jetzt erstmal das, was wir haben. Am Pfingstwochenende werden die nächsten Freibäder geöffnet. Und dann nehmen wir die Puppe mit - mal sehen, wer schneller ist!
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Wir tauchen ab in die Welt der Fantasie - und in einen Roman über eine Frau, die alle sieben Meerengen der Ocean´s Seven bezwingen will. Aber nicht etwa, weil sie so wahnsinnig ehrgeizig ist, sondern weil sie so versucht, über den Tod ihres Mannes und ihres Sohnes hinwegzukommen. „Die Ozeanschwimmerin“, so der Titel des Buches, das am 13. Mai im Goldmann-Verlag erscheint, und wir haben mit der Autorin gesprochen: Charlotte Tarnowski, die eigentlich Carin Müller heißt, aber unter verschiedenen Pseudonymen bereits über vierzig Romane veröffentlicht hat.
Das Interessante - Carin ist gar keine richtige Schwimmerin, jedenfalls nicht, wenn es darum geht, selber ins Wasser abzutauchen. Aber die Geschichten von André Wiersig, der als erster Deutscher die Ocean`s Seven gemeistert hat, haben sie so in den Bann geschlagen, dass sie sie unbedingt auch literarisch verarbeiten musste. Wir finden: Das ist ihr sehr gut gelungen! Ein wunderbares Buch für den Urlaub am Strand und anderswo - egal, ob man nun selber schwimmt oder eben nicht.
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Die ersten Freibäder in Berlin und anderswo in Deutschland sind bereits geöffnet, aber während wir unter freiem Himmel unsere ersten Bahnen ziehen, wollen wir weiterhin schauen, wie es eigentlich andere Länder mit dem Schwimmen so handhaben. Diesmal geht es nach Israel, wir reden mit Jörg Poppendieck, der seit 2024 als Korrespondent der ARD immer wieder über das Land im Nahen Osten berichtet und dort auch regelmäßig schwimmen geht.
Für ihn ist es vor allem ein Ausgleich zu der doch sehr anstrengenden Arbeit dort. Oft geht er deshalb schon früh am Morgen schwimmen, am liebsten in den Gordon Pool in Tel Aviv, ein 50-Meter-Schwimmbecken mit Aussicht aufs Mittelmeer. Aber warum braucht es einen Pool, wenn man doch auch im Meer schwimmen könnte? Das hat sich Jörg auch gefragt und herausgefunden, dass beim Bau des Gordon Pools in den 1950er Jahren das Wasser im Meer längst nicht die Qualität hatte wie heute. Damals flossen die Abwässer noch ungeklärt ins Mittelmeer, was heute nur noch bei sehr starken Regenfällen vorkommt, wenn die Kanalisation überlastet ist.
Der Gordon Pool hat das ganze Jahr über geöffnet, bei einer Wassertemperatur von stabilen 24 Grad, leicht salziges Wasser, das jeden Tag frisch aus 150 Meter Tiefe gepumpt wird. Ein öffentliches Bad, von denen es in Israel allerdings nur sehr wenige gibt. Und wenn, dann sind sie sehr teuer, umgerechnet 20 Euro kann man für den Eintritt dort locker loswerden.
Viele gehen deshalb auch lieber ins Mittelmeer - wenn sie denn dort leben. Hier herrscht ein reges Treiben, es gibt Strandspielzeug, das allen zur Verfügung steht, Rettungsschwimmer haben das Geschehen im Auge und Wellenbrecher parallel zur Küste sorgen dafür, dass die Strömung auch für unsichere Schwimmer:innen beherrschbar ist. Quallen und Haie soll es dort zwar auch geben, aber zumindest Jörg hat noch keine gesehen. Für orthodoxe Israelis gibt es getrennte Bereiche für Frauen und Männer am Strand.
Der Talmud sagt übrigens, das Erlernen des Schwimmens sei eine lebenswichtige Fertigkeit und elterliche Pflicht, diese ihren Kindern beizubringen - womit allerdings nur die Söhne gemeint sind. Verpflichtenden Schwimmunterricht an Schulen gibt es nur in Orten, die in der Nähe der Küste liegen. Während in Westjerusalem seit 1967 immerhin 18 kommunale Schwimmbäder gebaut wurden, gibt es in Ostjerusalem kein einziges. 2022 sollte hier endlich ein modernes Sportzentrum mit drei Schwimmbecken entstehen, doch dieses Vorhaben wurde durch die Ereignisse am und seit dem 7. Oktober 2023 erstmal auf Eis gelegt.
Jörg war auch schon mal im Toten Meer, mit 30 Prozent Salzgehalt allerdings weniger zum Schwimmen als zum Schweben geeignet. Außerdem gibt es in der Negev-Wüste kleine Oasen, in denen man schwimmen kann - allerdings eher was für Hartgesottene.
Im Spitzensport hat Israel durchaus Erfolge - Anastasia Gorbenko gewann 2024 als erste israelische Schwimmerin überhaupt eine Medaille bei Weltmeisterschaften, Silber über 400 Meter Lagen. Seit einiger Zeit gibt es zudem einen großen Olympiastützpunkt nördlich von Tel Aviv.
Jörg erzählt auch, wie es ist, wenn in Israel plötzlich der Alarm ertönt, weil es zu Luftangriffen kommt. Beim Schwimmen ist ihm das noch nicht passiert, allerdings gibt es mittlerweile viele Menschen, die sich so an den Alarm gewöhnt haben, dass sie trotzdem im Meer schwimmen gehen.
Wenn Jörg in Israel ist, berichtet er auch über das Westjordanland und den Gaza-Streifen, auch wenn er dort als Journalist zur Zeit nicht reinkommt. Aber er weiß von Kollegen, dass die wenigen Schwimmbäder und Pools im Gaza-Streifen durch den Krieg zerstört wurden und das Mittelmeer nicht ungefährlich ist. Die Kläranlagen sind ebenfalls kaputt, zudem ist dort die israelische Marine häufig mit Schnellbooten unterwegs.
Im besetzten Westjordanland gibt es zwar Schwimmbäder, aber aufgrund der vielen Checkpoints ist es schwer, dorthin zu gelangen. Und von Ramallah aus kann man zwar direkt aufs Mittelmeer schauen - aber hin kommt man nicht.
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Heute machen wir mal eine Reise in die Vergangenheit: Als das Berliner Sport- und Erholungszentrum SEZ 1981 eröffnet wurde, war es nicht nur für die DDR, sondern europaweit einzigartig. Das multifunktionale Gebäude sah aus wie ein Raumschiff, ein futuristischer Spaßtempel, der nicht nur architektonisch hervorstach, sondern schon im ersten halben Jahr mehr als zwei Millionen Besucher anlockte. Das Herzstück war eine Schwimmlandschaft mit sieben teils ineinander laufenden Becken, Wellenbad, Sprungturm, Kaskadenbecken, Außenbecken, einer Saunalandschaft und so genannten Bräunungsebenen, kurz: Solarien. Doch das SEZ war noch viel mehr: Es gab allein zehn verschiedene gastronomische Einrichtungen, eine Eis- und eine Rollschuhbahn, Fitnessstudios, eine Sporthalle, eine Bowlinganlage, Gymnastik- und Ballettsäle, Veranstaltungsräume, eine Kampfsportschule, einen Friseur, einen Kindersportgarten und vieles, vieles mehr.
Es war ein Geschenk der SED, um das Volk bei Laune zu halten, hieß es damals - und das Volk war begeistert. Auch im Westteil der Stadt, dort allerdings auch ein wenig neidisch, denn so eine ungewöhnliche Anlage suchte man hier vergebens.
Heute ist das SEZ schon seit vielen Jahren eine Ruine. Eingezäunt, mit blinden Fenstern und voller Graffities liegt das Gebäude völlig leblos an der Landsberger Allee im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Seit Jahren brennt der Streit darum. ob man das SEZ wiederbeleben oder doch besser abreißen soll. Seit Jahren kämpfen Initiativen für den Erhalt, will die Stadt hier lieber Wohnungen bauen.
Wir wollten wissen: Wie war das damals eigentlich? Und haben uns sehr gefreut, dass wir einen der letzten Badleiter des SEZ für unseren Podcast gewinnen konnten: Jürgen Reinhardt, mittlerweile 86 Jahre alt. Mit dabei auch die Schwimmmeisterin Brigitte Kabbe, die ihm damals zur Seite stand, sowie die Sportlehrerin Monika List, die sogar 1981 bei der Eröffnung dabei war. Wir treffen uns zum Kaffeeklatsch in Jürgen Reinhardts Wohnung in Berlin-Treptow. Und spätestens als er den Rettungsring hervorholt, den ihm seine damaligen Kollegen und Kolleginnen zum 60. Geburtstag geschenkt haben, schwelgen alle wieder in Erinnerungen.
Alle drei haben ihre Arbeit im SEZ über alles geliebt. Und von ihr profitiert: Wer im SEZ angestellt war, konnte eine Neubau-Wohnung aus dem so genannten SEZ-Kontingent bekommen. Jürgen schwärmt vor allem vom Kollektiv, von der Gemeinschaft im SEZ. Brigitte von der herrlichen Schwimmlandschaft, auch wenn man immer wieder aufpassen musste, dass man nicht den Überblick verliert. Wenn sich Erwachsene zu sehr für Kinder interessierten, beispielsweise. Oder jemand die Sanitäranlagen mit Kot verschmierte. Und Monika schwärmt von der Bauzeit des SEZ, die sie ebenfalls schon miterlebt hat: „Das war damals schon herrlich!“ Jürgen erzählt von der Interflug, die im Becken Rettungsversuche geübt hat. Von der Mitternachtssauna. Dem Weihnachtsschwimmen. Und der Love-Parade, die in den 1990ern auch im SEZ mal Station machte.
Rund 1000 Sportlehrer:innen arbeiteten zur DDR-Zeit im SEZ, berichtet Monika. Und dass sie mal einen Surf-Kurs ausarbeiten sollte, was sie heute noch amüsiert. Und Brigitte erinnert sich an ganze Busladungen, die angefahren kamen, um das SEZ zu besuchen.
Was deutlich wird: Dass der Westen in der Nachwendezeiten solche Lieblingsorte wie das SEZ nicht wertschätzen konnte, dass der Berliner Senat es am Ende zugelassen hat, dass ein solcher Publikumsmagnet erst an einen Investor geht und dann mehr oder weniger verfällt - das trifft nicht nur unsere drei Gesprächspartner bis ins Mark. Auch uns wird nochmal bewusst, wie rüde man damals (und mitunter bis heute) mit dem umgegangen ist, was die Identität vieler Menschen im Osten ausmacht.
Denn auch wenn sich die drei am Ende einig sind, dass man das SEZ wohl nicht mehr wiederbeleben kann - der Schmerz über dieses Ende und das Gefühl auch der eigenen Wertlosigkeit wirkt bis heute nach.
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Eigentlich sollte hier eine neue Folge stehen - aber aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie haben wir es leider nicht rechtzeitig geschafft. Wird nachgeholt, versprochen! Wir bitten um Nachsicht und wiederholen hier deshalb eine Folge aus unserer Anfangszeit: Warum wir immer müssen müssen! Oder auch: Der Gauer-Henry-Reflex. Wer die Folge noch nicht kennt - oder sie einfach gern nochmal hört - viel Spaß dabei!
Immer das gleiche - nach dem Schwimmen müssen wir. Spätestens danach. Woran liegt das bloß? Läuft das ganze Wasser beim Schwimmen in uns rein - und muss dann dringend wieder raus? Sind wir porös? Nicht ganz dicht? Nein - das Elend hat einen Namen und es trifft jeden und jede: Der Gauer Henry Reflex. Und wenn er zuschlägt, wird´s dringend. Und dann - schnell pinkeln unter der Dusche? Oder sogar - wenn es richtig pressiert - im Becken? Was wohl los wäre, wenn das alle machen! In Folge 3 haben wir die Antworten auf all diese Fragen, die wir viel zu selten zu stellen wagen.
Kurzer Spoiler - wenn Euch Eure Eltern früher drohten: „… das
Wasser verfärbt sich wenn Du rein machst!“ Alles schwarze
Pädagogik. Das stimmt nicht. Was allerdings stimmt - im Wasser „müssen" wir viel schneller als an Land. Und in manchen Berliner Bädern ist die Toilettensituation für diese Not geradezu ideal! -
Als Korrespondentin in einem anderen Land arbeiten zu dürfen, ist eine großartige Sache, findet Jenny Barke, die für die ARD aus Mexiko-Stadt über die Länder der Karibik, Mittelamerika und natürlich Mexiko berichtet. Für ihre Leidenschaft zum Schwimmen ist das Land aber eher suboptimal, obwohl das Land 11.000 Kilometer Küste hat und als große Freischwimmer-Nation gilt. Mexiko-Stadt allerdings liegt in einem Tal mitten im Festland - doch von den vielen Seen, die es hier mal gab, ist praktisch nichts mehr übrig. Auch öffentliche Schwimmbäder sind hier Mangelware, Freibäder gibt es gar nicht.
Die Schwimmhalle Alberca Olímpica Francisco Márquez, einst gebaut für die Olympischen Spiele 1968, wurde zwar 2008 saniert und sieht wirklich beeindruckend aus, um hier schwimmen zu können, muss man allerdings Vereinsmitglied sein. Doch die Wartezeiten sind lang und man braucht nicht nur eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Arzt - das ist auch in Deutschland durchaus üblich - sondern muss auch seine Geburtsurkunde vorlegen. Und dann ist man an feste Slots gebunden. Für Jenny keine Option, weiß sie doch als Korrespondentin nie, wann sie worüber gerade berichten muss.
Bleibt ihr nur einer der recht teuren privaten Fitnessstudios, die sich die meisten Mexikaner allerdings nicht leisten können. Aber auch hier sind die Bedingungen ganz anders, als Jenny es von Berlin her kennt, wo sie im Verein Seitenwechsel regelmäßig trainiert hat (Folge 31). Das Wasser ist um die 30 Grad warm, unter Wasser läuft laute Musik, das Becken ist in der Regel nicht tiefer als 1,20 Meter und eine Bahn meist abgesperrt für Menschen, die gehend ihre Bahnen ziehen, um auf diese Art ihre Muskeln zu trainieren. Bikini ist hier nicht erlaubt und nackt unter der Dusche stehen geht gar nicht.
Jenny macht das Beste draus - und wenn sich die Gelegenheit ergibt, fährt sie an natürliche Gewässer, wie die zahlreichen Cenoten - diese Kalksteinhöhlen sind regelrechte Naturpools, die von Wasserfällen mit Süßwasser gespeist werden, zu finden insbesondere auf der Halbinsel Yucatán. Allerdings: Schwimmwesten sind hier Pflicht, das Wasser ist tief und die Gefahr groß, dass sich die Schwimmer:innen überschätzen. In den weit verzweigten Höhlen ist es schwierig, Menschen zu retten, deshalb baut man vor.
Rettungsschwimmer, die das Treiben beobachten und im Zweifel eingreifen, sieht man allerdings selten, hat Jenny beobachtet, auch nicht am Meer. So etwas wie die DLRG gibt es in Mexiko nicht, aber auch keinen verpflichtenden Schwimmunterricht an den Schulen. Wer es sich leisten kann, zahlt seinen Kindern teuren privaten Schwimmunterricht, alle anderen müssen sich das Schwimmen selber beibringen, wenn sie nicht das Glück haben, zufällig von einem sozialen Projekt gefördert zu werden. Und das in einem Land, das zwischen zwei Meeren, dem Atlantik und dem Pazifik liegt.
Und dort ist das Wasser zwar in der Regel für Schwimmer:innen angenehm warm, dafür lauern andere Gefahren: Die Wellen sind mitunter meterhoch, jährlich ertrinken hunderte Menschen, die die Gefahr unterschätzen. Hinzu kommen an der mexikanischen Karibikküste riesige Sargassum-Algenteppiche, in diesem Jahr ist der Befall besonders groß. Als Hauptursachen gelten Düngemittel aus der Landwirtschaft sowie steigende Wassertemperaturen. Und noch was anderes hat Jenny beim Schwimmen und Tauchen beobachtet: Vor der Küste Mexikos, insbesondere im Karibischen Meer und dem Pazifik, findet eine massive Korallenbleiche statt. Anhaltend extreme Wassertemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius infolge des Klimawandels führen dazu, dass ganze Riffe absterben.
Trotzdem: Mexiko hat für Schwimmer:innen viel zu bieten. Wenn man entsprechend vorsichtig ist. Und Rücksicht auf die Umwelt nimmt.
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Am frühen Morgen mit Melbourne zu sprechen, ist auch für uns was Besonderes. Aber die australische Künstlerin Jane O´Neill hat uns so fasziniert, dass wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten. Jane ist nämlich nicht nur regelmäßige Schwimmerin, sie macht auch Schwimmkunst. Oder besser: Bäderkunst.
Was sie fasziniert, ist die Bewegung im Wasser und das Wasser selbst. Früher hat sie sich sehr für die Unterwasserwelt der Meere interessiert, aber auch für mystische Meereswesen. Sie ist eine Anhängerin des so genannten Hydrofeminismus, wonach durch das Wasser alle Wesen miteinander verbunden sind. Und schließlich besteht ja auch der Mensch selbst zu einem sehr großen Teil aus Wasser.
Zur Zeit näht sie ein Schwimmbecken aus Jeansstoff. Den bekommt sie als Abfallprodukt von einer Firma, die den Stoff ansonsten wegschmeißen würde. Den dunkleren Stoff verwendet sie für das typische T am Boden, die helleren Stoffe für die Darstellung der Fliesen. Und weil die vielen hellen Blaus so unterschiedlich sind, hat man tatsächlich das Gefühl, hier ist auch Wasser und das Sonnenlicht reflektiert sich darin. Ein solches Schwimmbad hat Jane in den 90er Jahren schon mal mit echten Fliesen gemacht, aber fand es nicht sehr umweltfreundlich.
Und so ist es folgerichtig, dass sie jetzt für ihre Kunst Jeansstoff benutzt, der bei der Produktion übrig geblieben ist. Denn für die Herstellung von Jeans braucht man Unmengen an Wasser. Deswegen findet sie Jeansstoff ein tolles Material, um Wasser darzustellen.
Jane spricht aber nicht nur voller Energie über ihre Kunst, sondern auch übers Schwimmen - und den Unterschied zwischen Australien und Berlin. Drei Jahre hat sie in ihrer Jugend in der Schweiz gelebt, neun Monate war sie 2018 in der deutschen Hauptstadt, um im Rahmen der Bauhaus-Ausstellung zu arbeiten. In der Zeit hat sie über 20 Berliner Schwimmbäder besucht. Und festgestellt, dass hier doch einiges anders ist.
In Australien schwimmt man beispielsweise andersherum auf der Bahn - also links statt rechts, im Uhrzeigersinn statt dagegen. Und man lege wesentlich weniger Wert auf Hygiene, so Janes Erfahrung. Duschen vor dem Schwimmen sei in Australien eher nicht üblich. Und dass man sich die Straßenschuhe auszieht am Beckenrand - das hat sie in Deutschland ebenfalls überrascht. Durchschreitebecken gäbe es in Australien nicht. So sähe man am Ende des Sommers am Beckenboden auch jede Menge Haargummis und vor allem - sehr viel Sand. Was in Australien allerdings sehr streng gehandhabt werde, sei die Einteilung der Schwimmbahnen in langsam - mittel - schnell. Und es werde sehr stark darauf geachtet, dass das auch eingehalten wird und sich kein langsamer Rückenschwimmer auf der Schnellbahn verirrt.
Nächstes Jahr zeigt Jane O´Neill ihre Kunst übrigens auch in Deutschland, gemeinsam mit der Künstlerin Petra Lüning von Kunst im Bad. Wir halten euch auf dem laufenden!
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Die Aufregung war groß im Frühjahr, als in Berlin bekannt wurde, dass es die beliebte Sommer-Mehrfachkarte nicht mehr geben soll. Für alle Nicht-Berliner: Diese Karte erlaubt bis zu 20 Eintritte in die Freibäder der Stadt und war im letzten Jahr im Vorverkauf noch für 60 Euro, danach dann für 70 Euro (online) oder 80 Euro (an der Kasse) zu haben. So oder so - ein unschlagbar günstiger Preis.
Doch die Berliner Bäderbetriebe haben ihr Tarifsystem umgestellt und sich bei der Gelegenheit - quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit - auch von der Sommer-Mehrfachkarte verabschiedet. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt, der Protest hatte Erfolg: Es wird die Sommer-Mehrfachkarte für 80 Euro weiterhin geben. Wann und wie steht noch nicht fest - aber immerhin: sich wehren lohnt sich!
Für uns war das die Gelegenheit mal zu schauen, wie es im Vergleich zu Berlin eigentlich in anderen deutschen Großstädten aussieht. Also haben wir uns die Preise in den Hallen- und Freibädern von Hamburg, Rostock, Magdeburg, Dortmund, Köln, Frankfurt, Leipzig, Chemnitz, Stuttgart und München angeschaut. Eins vorweg: Um die Datenmenge etwas zu sortieren, haben wir KI genutzt. Wir haben aber trotzdem bei jedem einzelnen Bad nochmal selber nachrecherchiert. Dennoch kann es sein, dass sich bei aller Sorgfalt mal ein Fehler eingeschlichen hat, was nur Menschen vor Ort wirklich beurteilen können. Wir freuen uns über entsprechende Hinweise!
Was auffällt: Die teuersten Schwimmbäder sind definitiv in Hamburg und München. Und das, obwohl hier der Eintrittspreis pro Badegast mit 11 bzw. 10 Euro am höchsten subventioniert wird. Dafür bieten beide Städte aber auch ganz besondere Highlights an: In Hamburg gibt es sieben so genannte Ganzjahresbäder, in denen man auch im Winter draußen bei angenehmen Wassertemperaturen seine Bahnen ziehen kann. In München wiederum hat das Dante-Winter-Warmfreibad ganzjährig auch draußen geöffnet, und zwar jeden Tag von 7:00/7:30 bis 23 Uhr! In beiden Städten kann man sich auf der Webseite die Echtzeit-Auslastung der Hallenbäder anschauen. Ob die mit der Wirklichkeit übereinstimmt, wissen allerdings nur die Nutzer:innen.
Ebenfalls auffällig: Die Dichte öffentlicher Bäder pro Einwohner ist in den ostdeutschen Städten deutlich höher. Das könnte an den Nachwirkungen der DDR-Sport-Infrastrukturprogramme liegen, aber auch daran, dass man hier weiter eher auf kleinere Stadtteilbäder als auf große private Freizeitbäder setzt. Auch der Eintritt ist hier oft günstiger, in Magdeburg beispielsweise kostet die Saisonkarte für die Freibäder 100 Euro. Hier soll übrigens jetzt auch das seit Jahren geplante nationale Schwimmzentrum gebaut werden. Möglich macht die die so genannte „Sportmilliarde“ vom Bund, der Spatenstich soll noch 2026 erfolgen.
Im Westen sieht dagegen vieles ziemlich trübe aus. Trauriger Spitzenreiter: Dortmund. Hier kommt auf rund 200.000 Einwohner gerade mal ein öffentliches Bad, es gibt nach unseren Recherchen nur zwei städtische Hallenbäder und ein Freibad in der Stadt. Wer übrigens wissen will, wie hoch die Bäderdichte in der eigenen Region so ist, kann dies im Bäderatlas der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen nachschauen.
Interessant fanden wir auch, wie mit den Eintritten für Kinder umgegangen wird. Während in München und Frankfurt/Main Kinder unter 12 bzw. 14 Jahren kostenlos die Bäder nutzen können, sind woanders zwischen 0,50 und über 2 Euro fällig. Natürlich gibt es überall auch noch unterschiedliche Ermäßigungsmöglichkeiten, das aber ist von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich.
Fazit am Ende: So richtig vergleichbar sind die Ticketpreise nicht. Mal ist es teurer, mal günstiger, aber auch die Infrastruktur ist eben sehr unterschiedlich.
Für uns sind am Ende vor allem zwei Fragen offen geblieben:
Wie schwimmt das Ruhrgebiet? Und:
Was ist euer Kultbad und warum?
Schreibt uns! Gern auch hier in den Kommentaren.
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Diesmal sind wir ausnahmsweise in einem Hotel - einem Hotel mit Schwimmbadgeschichte. Unsere Gesprächspartnerin ist Verena Jaeschke, Leiterin des Hotels Oderberger im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und als promovierte Kulturhistorikerin bestens vertraut mit der wechselvollen Vergangenheit dieses Ortes. Denn das einstige Stadtbad an der Oderberger Straße wurde bereits 1902 eröffnet, als Volksbadeanstalt mit Seifräumen und über 100 Wannen- und Brausebädern. Mittendrin ein knapp 209 Quadratmeter großes Schwimmbassin, außerdem Wohnungen für den Maschinenmeister der Badeanstalt und den Rektor der angrenzenden Schule.
Viele Menschen hatten damals kein eigenes Badezimmer, geschweige denn Wanne oder Dusche, und so wurde die Badeanstalt über Jahrzehnte rege genutzt. Viele Berliner:innen haben hier schwimmen gelernt, auch die beiden Weltkriege konnten dem Gebäude wenig anhaben - bis das Schwimmbecken 1986 wegen baulicher Mängel geschlossen werden musste. Die Brause- und Wannenbäder wurden nach der Wende noch bis in die 1990-er Jahre genutzt, aber dann war auch damit Schluss.
Was folgte, war ein jahrelanger Dornröschenschlaf. Des Gebäudes, nicht aber der vielen Menschen, die das Bad unbedingt erhalten wollten. Bereits 1990 gründete sich eine Anwohnerinitiative und legte eigene Nutzungskonzepte vor, trotzdem fiel das Bad 1994 aus der Investitionsplanung des Landes Berlin. Anderes war nach der Wende wichtiger. 1996 übernahmen die Berliner Bäderbetriebe, in Sachen Schwimmen tat sich trotzdem nichts. Trotzdem wurde das einstige Bad zu einem überaus belebten und beliebten Ort für die Off-Kulturszene, Tanz, Theater und Ausstellungen lockten ein breites Publikum an.
Im Jahr 2000 wurde aus der Anwohnerinitiative dann eine Genossenschaft, die das alte Stadtbad zu seinem 100. Geburtstag kaufte - die hohen Sanierungskosten dann aber doch nicht aufbringen konnte. Erneut wechselte das Gebäude den Besitzer, 2007 übernahm die Stiftung Denkmalschutz für 100.000 Euro mit dem Ziel, das Gebäude erneut zu verkaufen. Bedingung: Die Schwimmhalle muss saniert und öffentlich zugänglich gemacht werden.
Eine echte Herausforderung, erzählt Verena Jaeschke - also genau das, was ihre Familie liebt: Ihre Mutter Barbara, Leiterin der angrenzenden GLS Sprachenschule, dachte sich: Warum nicht? Und tatsächlich, sie bekam den Zuschlag. Nach umfangreicher Sanierung wurde die ehemalige Volksbadeanstalt im September 2016 als Hotel wieder eröffnet, das Schwimmbad an 5 Tagen die Woche für die Öffentlichkeit wieder zugänglich und zwar zu Preisen, die nur wenig höher sind als in den öffentlichen Bädern.
Möglich ist dies, weil das Hotel an den anderen Tagen in der herrlichen Schwimmhalle mit Kreuzgratgewölbe, Arkaden und umlaufender Galerie eigene Veranstaltungen macht. Denn der Architekt stattete das Schwimmbad mit einem Hubboden aus, der nach oben fahren kann und das Wasser nach unten verdrängt: Durch die Luken im Beckenboden, die sich zu diesem Zweck öffnen lassen. So kann man dann im wahrsten Sinne des Wortes übers Wasser gehen. Überhaupt ist die Schwimmhalle und das ganze Hotel wirklich sehr liebevoll saniert und restauriert worden - auch wir kamen aus dem Staunen nicht heraus und sind total begeistert. Schwimmen waren wir dort natürlich auch - es lohnt sich!
Und übrigens: Verena Jaeschke sucht nach Zeitzeugen, die einst hier im Stadtbad an der Oderberger Straße schwimmen gelernt haben. Und es noch aus der Zeit vor der Sanierung kennen. Wer darüber erzählen möchte, möge sich gern an sie wenden! Und wer jetzt noch mehr wissen möchte: Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es um 17 Uhr eine kostenlose Führung durch das Stadtbad.
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Wir haben ja schon mehrfach übers Eisschwimmen gesprochen, aber unsere heutige Gesprächspartnerin toppt wirklich alles: Alisa Fatum-Böker hat zum Jahreswechsel 2018/2019 mit dem Eisschwimmen begonnen und bereits 2019 über 1000 Meter einen Weltrekord geschwommen, der bis heute (außer von ihr selber) nicht gebrochen wurde. Gerade kommt sie von der Winterschwimm-WM in Oulu/Finnland - und auch wenn ihre Paradestrecke dort nicht angeboten wurde, hat sie trotzdem 7 Medaillen mit nach Hause gebracht. Im Januar war sie bereits bei der Eisschwimm-EM in Italien und konnte dort ebenfalls mehrfach über Gold jubeln.
Zuhause ist Alisa in Leipzig. Hier arbeitet die Physiotherapeutin in einem ambulanten Reha-Zentrum, hier trainiert sie regelmäßig im Kulkwitzer See. Von Kindestagen an schwimmt sie im Verein, hat aber früh gemerkt, dass es die langen Distanzen sind, die ihr am meisten Spaß machen. Also trainierte sie nicht nur im Becken, sondern zunehmend auch im Freiwasser. Und im Herbst 2018 wollte sie einfach nicht damit aufhören - so begann ihre Karriere als Eisschwimmerin.
Wärmer als 5 Grad darf das Wasser beim Eisschwimmen nicht sein, geschwommen wird trotzdem im ganz normalen Badeanzug. Das Besondere bei Alisa: Sie räumt sowohl auf kurzen wie auf langen Distanzen die Medaillen ab. Wie ehrgeizig sie ist, spüren wir auch in unserem Gespräch, aber nicht unangenehm: Sie ist einfach eine sehr gute Schwimmerin mit einer sehr guten Technik - das hat sie sich in den letzten 22 Jahren hart erarbeitet.
Im See schwimmt sie übrigens nie allein - ihre Mutter ist immer dabei und steigt auch selber mit ins Wasser. Genauso wie Alisas Freund ist ihre Mutter sogar in Finnland mitgeschwommen, auch wenn es für eine Medaille nicht gereicht hat. Das war auch gar nicht das Ziel, sagt Alisa, allein dabei gewesen zu sein, war ein Traum. Das Becken wurde ins Meer gebaut, ganze Eisblöcke mussten herausgeschnitten werden, damit man tatsächlich schwimmen konnte. Und über all dem ein knallblauer Himmel bei Temperaturen deutlich unter null Grad.
Brrr - das muss man wollen! Und Alisa will. Bis vor kurzem musste sie sogar alles selber finanzieren, von der Kleidung bis zu den Reisen und den Teilnahmegebühren. Seit gut vier Monaten ist sie Kadersportlerin und kann deshalb Fördergelder beantragen. Viel ist es nicht, was sie erwarten darf, aber eine richtig gute warme Jacke beispielsweise, die sie vor und nach dem Schwimmen tragen kann, hilft schon mal weiter.
Zwar startet Alisa offiziell für den SSV Leutzsch, ihre Trainingspläne fürs Eisschwimmen schreibt sie sich jedoch selbst. Unterstützt vom Verein fühlt sie sich trotzdem - denn mehrmals in der Woche trainiert sie parallel im Becken und wird dabei von Trainer:innen begleitet. Sie findet es gut, dass Eisschwimmen 2025 als Sportart durch den Olympischen Sportbund anerkannt wurde. Wenn es soweit ist, wäre Schwimmen die einzige Sportart, die im Sommer und im Winter olympisch ist. Ob sie dann auch dabei ist? Alisa ist skeptisch. Die nächsten olympischen Winterspiele sind ja erst in vier Jahren, also 2030. Wer weiß, sagt sie, wie gut sie dann noch in Form sei.
Ihr großes Ziel ist es, eines Tages die Eismeile zu schaffen - 1609 Meter. Allerdings - die 1000 Meter sind schon ein ziemliches Brett, sagt sie. „Da merke ich von Meter zu Meter, wie meine Hände und Füße zu Klumpen werden.“ Vielleicht ist sie deshalb so schnell - um schnell wieder draußen zu sein? Alisa lacht. „Vielleicht!“
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Vor der Aufzeichnung dieser Folge waren wir ziemlich aufgeregt - immerhin hatten wir uns ein kleines Experiment vorgenommen. Auf die Idee gekommen sind wir durch die Anzeige einer Berliner Schwimmschule: Schwimmbäder am Internationalen Frauentag für eine Stunde zu vermieten! Wir fackelten nicht lange und schlugen zu. Und damit nicht genug - wir luden unsere Hörerinnen ein dabei zu sein.
Dörte, Anne, Susanne, Monika, Ursula und Sonja sind unserer Einladung gefolgt. Und das war nicht einfach - denn das kleine Bad in Lankwitz liegt ziemlich versteckt auf dem Gelände eines Krankenhauses. Wir waren vorher auch noch nicht da gewesen und wussten nicht, was uns da erwartet.
Am Ende war es ein großer Spaß. Das Becken war zwar nicht besonders groß, vielleicht 18 Meter lang und 10 Meter breit, aber das Wasser warm und angenehm, lang einschwimmen musste man sich da nicht. Fürs Wettkampfschwimmen war der Pool ohnehin nicht ausgerichtet, wohl aber für Schwimmkurse: Rundherum lagen Nudeln, Schwimmbretter, Ringe und diverses Kleinzeug bereit. Die kleinen Gummienten haben es uns als Erstes angetan - und so übten wir uns darin, sie beim Rückenschwimmen auf der Stirn zu balancieren, mit den Nudeln durchs Wasser zu schweben oder einfach mal quer durchs Becken zu tauchen.
Und weil es so herrlich warm war, kamen wir natürlich auch schnell ins Gespräch und das Schwimmen wurde zur Nebensache. Dörte hatte am Morgen ohnehin schon ihre Bahnen gezogen, Susanne sich als ehemalige Rettungsschwimmerin und Leistungssportlerin im Leben schon genug gestresst und Monika erzählte von ihrem Schwimmkurs auf den kanarischen Inseln. Auch Anne und Sonja kamen schnell miteinander ins Plaudern und Ursula freute sich über die Gelegenheit, mal ganz entspannt nur unter Frauen zu sein.
Denn so verschieden alle waren - das Thema Schwimmen ist und bleibt ein guter Anknüpfungspunkt, dazu hatte jede ihre Geschichte zu erzählen. Wir haben viel gelacht - und das ein oder andere auch noch gelernt. Das machen wir wieder!
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Diesmal haben wir so richtig was gelernt - denn dass ausgerechnet die Schweiz eine jahrhundertealte Badetradition hat und Zürich eine der höchsten Bäderdichten Europas war uns absolut neu. Aber tatsächlich: Auf rund 440.000 Einwohner:innen kommen hier tatsächlich allein 24 (!) Freibäder, von den Schweizern liebevoll Badis genannt. Und das sind nicht nur klassische Bäder mit Schwimmbecken, so wie wir sie hierzulande kennen, sondern auch See- und Flussbäder und das mitten in der Stadt. Bärbel Buchholz, die hier als deutsche Architektin seit rund 10 Jahren lebt, ist immer noch beeindruckt davon. Hier habe praktisch jeder und jede immer Badezeug dabei, erzählt sie uns, in der Mittagspause mal eben ein paar Bahnen ziehen gehört praktisch zum Alltag. Aber die Bäder in Zürich snd nicht nur viele, sie sind auch wahre Schönheiten. Das 1864 erbaute Männerbadi am Schanzengraben ist ein klassischer Holzkastenbau inmitten der Altstadt, das Frauenbadi am Stadthausquai, direkt an der Limmat, wurde 1888 als Holzbad in orientalischem Stil erbaut. Bis heute schwimmen Männer und Frauen hier jeweils unter sich, ganz herrliche Orte zum Entspannen.
Bärbel selbst ist Mitglied im Winterschwimmen-Verein Utoquai, ein Badepalast direkt am Zürisee, erbaut im Jahr 1890. Sie liebt es, auch im kalten Wasser schwimmen zu gehen, eben das ganze Jahr hindurch. Wobei es in Zürich natürlich auch Hallenbäder gibt. Ein ganz klassisches Freibad wiederum ist hier das Letzigraben-Bad, 1949 eröffnet und von niemand geringerem entworfen als von Max Frisch, den viele von uns vor allem als Schriftsteller kennen, der sich aber vorher bereits als Architekt einen Namen gemacht hat.
Einer der Gründe für die ausgeprägte Schweizer Badekultur ist die hervorragende Wasserqualität der Seen und Flüsse. Hinzu kommt: Das Badevergnügen ist für Schweizer Verhältnisse überaus erschwinglich und viele Flussbäder verlangen gar keinen Eintritt. Damit nicht genug: Schweizer Badis verwandeln sich abends in vielbesuchte Kulturorte und soziale Treffpunkte. Hier gibt es dann offene Bars oder Kinovorstellungen oder auch Tanzabende.
Überhaupt haben die Schweizer:innen ein ganz besonderes Verhältnis zu ihren Gewässern und nutzen ihre Flüsse auch einfach mal für einen Schwumm nach Hause. Zum Beispiel in der Aare, ein Fluß, der mit ziemlich großer Geschwindigkeit durch Bern fließt. Die Klamotten werden in einen so genannten Wickelfisch eingerollt, der dann als eine Art Schwimmbrett dient, mit dem man herrlich auf dem Wasser treiben kann. Ganz ungefährlich ist dieses Vergnügen allerdings nicht, die Strömung mitunter ganz schön stark, erzählt Bärbel, die das auch schon ein paarmal mitgemacht hat. Man muss sich schon an die Anweisungen auf den Schildern halten, damit man nicht in den Schiffsverkehr oder an einen Brückenpfeiler gerät.
Trotzdem lockt dieser Spaß jedes Jahr viele auch deutsche Touristen an. Denn die Schweiz ist eben nicht nur eine große Ski-Nation: Der Schweizer Noè Ponti aus dem Tessin wurde 2024 Weltmeister über 50 Meter Schmetterling.
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Olympia 2036, 2040 oder 2044? Vier Städte in Deutschland bewerben sich zur Zeit als Austragungsort, allerdings sind bislang allein die Menschen in München davon überzeugt, dass ihre Stadt genau die richtige ist. In Hamburg gibt es bereits zahlreiche Gegner:innen und in der Rhein-Ruhr-Region findet am 19. April 2026 Ratsbürgerentscheide in den betroffenen Kommunen ab.
Und in Berlin? Auch hier ist die NOlympia-Bewegung sehr stark, hat für die Spiele im Jahr 2000 schon einmal eine Beteiligung verhindert. Sechs Millionen Euro steckt die Stadt allein in die Bewerbung, erhofft sich von den Spielen eine neue Dynamik für die Wirtschaft, mehr Wohnungen und womöglich auch einen Schub für die Sportstätten. Berlin ist der einzige Bewerber, der aus Verfassungsgründen kein Referendum plant, sondern eine Volksinitiative mit anschließender Abstimmung im Abgeordnetenhaus.
Im Herbst diesen Jahres will der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Wir wollen wissen - wie würden die Schwimmerinnen und Schwimmer in der Hauptstadt profitieren? Von der gescheiterten Bewerbung für die Spiele im Jahr 2000 blieb immerhin die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE), aber die ist jetzt auch schon fast 30 Jahre alt und wäre dann sicher nicht mehr olympiatauglich.
Knapp eine halbe Milliarde Euro beträgt der Sanierungsstau bei den Berliner Bädern, für ein wenig Entlastung dürfte jetzt das Klimapaket in Höhe von 200 Millionen Euro sorgen, aber diese Mittel sind zweckgebunden. Acht Bäder sind zur Zeit geschlossen, viele weitere müssen zum Teil dringend saniert werden. Allerdings - würde Olympia die Situation dieser Bäder tatsächlich verbessern?
Der Vizepräsident des Berliner Schwimmverbands, Martin Weiland ist fest davon überzeugt: Auf jeden Fall. 30.000 Mitglieder hat der Verband in der Hauptstadt, sie alle brauchen unbedingt mehr Wasserflächen - und mehr Anerkennung für ihren Sport. „Ohne Basis keine Spitze“, sagt Martin Weiland. Sein Traum ist es, dass mit Olympia lauter Zweck-Schwimmhallen in der Stadt entstehen. Die nicht schön aussehen müssten, sondern vor allem ausreichend Wasserflächen für Leistungs- und Freizeit-Schwimmer böten.
Und zwar VOR Olympia - damit dort die Schwimmer:innen heranwachsen, die dann unser Land bei Olympia vertreten. Und wo dann natürlich auch alle anderen ihre Schwimmzeiten hätten - Vereine, Schulen und eben Menschen wie du und ich. Er würde dafür auch alte denkmalgeschützte Bäder abreißen, statt sie für teuer Geld zu sanieren.
Wir reden aber auch darüber, warum Eisschwimmen noch nicht olympisch ist. Ob Ganzjahresfreibäder in Berlin sinnvoll ist. Und warum es auch mit über 70 noch Spaß macht, sich mit dem Schwimmsport zu befassen - auch wenn man selber kaum noch schwimmt.
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Mit unserem heutigen Gast haben wir vor einem knappen Jahr schon einmal gesprochen (Folge 107): Janis McDavid. Damals haben wir ihn als Popstar begrüßt, denn wenn Janis irgendwo auftaucht, starren ihn viele Menschen an wie einen Popstar, hat er selber mal erzählt. Der Grund: Janis hat weder Arme noch Beine. Und trotzdem hat er - was er selber nie für möglich gehalten hätte - im Jahr 2024, im Alter von 33 Jahren, das Schwimmen gelernt.
Diesmal begrüßen wir ihn als Supermann. Denn Janis kann mittlerweile nicht nur super schwimmen: Er ist 6-facher Deutscher Rekordhalter, 3-facher Deutscher Kurzbahn-Meister im Brustschwimmen und hat bei den internationalen Deutschen Meisterschaften 2025 eine Silbermedaille erschwommen. Natürlich kommt er gerade vom Training - und hat mal eben auf 100 Meter Rücken eine persönliche Bestzeit geschafft.
Sieben bis neun Trainingseinheiten absolviert er pro Woche, jeweils rund anderthalb Stunden, außerdem macht er noch Krafttraining, vor allem für den Rumpf - denn der hilft ihm hauptsächlich, im Wasser vorwärts zu kommen. Obwohl Janis mittlerweile echt Spitze ist - finanziell gefördert wird er nicht. Eher müsse er noch in seine Leidenschaft investieren, erzählt er. Allein schon wegen des enormen Badehosen-Verschleisses: Weil Janis keine Beine hat, bewegt er sich mit dem Po über den Schwimmbad-Boden. Da wäre ein Spoinsor schon gut. Vielleicht hat jemand eine Idee?
Zum Glück ist Janis als Speaker und Influencer und Vermarkter seines Buches „All inclusive“ zeitlich relativ flexibel. Wenn er durch die Republik reist, um Vorträge zu halten, muss das Training auch mal zurückstehen. Aber der Adrenalinschub, den das Schwimmen bei ihm auslöst, hat ihn nach wie vor im Griff und es macht ihm großen Spaß, immer wieder gegen sich selbst anzutreten.
Mittlerweile ist er nicht mehr im Landeskader Bayern, sondern schwimmt unter der Berliner Flagge. Sind die Paralympics 2028 in Los Angeles sein Ziel? Janis wäre nicht Janis, wenn das nicht der Fall wäre. Aber das ist gar nicht so einfach. Denn abgesehen davon, dass er seine Zeiten dafür dann doch noch um einiges verbessern müsste: In seiner Startklasse ist das Angebot an internationalen Wettkämpfen sehr schmal. Zur Zeit gibt es da nur 50 und 100 Meter Rücken - und das ist gerade eben nicht die Paradedisziplin von Janis.
Aber natürlich lässt er sich davon nicht erschüttern - gerade probt er mit seinem Trainer eine neue Rückenschwimm-Technik. Denn er hat schon Lust auf die Paralympics, will sein Ziel aber auch nicht zu hoch stecken. Klassisches Understatement, würden wir sagen! Ein anderes Ziel hat er im letzten Sommer schon geschafft: Einmal den Starnberger See durchschwimmen. Die 2,4 Kilometer hat er in einer Stunde, 31 Minuten und 26 Sekunden geschafft. Eine sensationelle Leistung, finden wir, aber typisch Janis: Er hätte es schon gern unter anderthalb Stunden geschafft.
Jetzt wird er erstmal im Februar beim Berolina-Cup mitschwimmen - und im Mai an den internationalen Deutschen Meisterschaften in Berlin teilnehmen. Da hofft er darauf, dass er dann auch eine internationale Klassifizierung bekommt. Wir drücken fest die Daumen!
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Gerade ist mal wieder Olympia - wir beide haben im Moment allerdings allenfalls Ringe unter den Augen. Deshalb gibt es heute leider keine aktuelle Folge ... Allerdings ist Olympia - auch die Winterolympiade - eine gute Gelegenheit, an die unlauteren Machenschaften zu erinnern, die sich oftmals hinter den Kulissen des Sports abspielen. Deshalb wiederholen wir diese Woche die ausgesprochen spannende Folge zum Doping im Schwimmsport:
Wir sprechen mit einem Kollegen - einem Investigativ-Journalisten, vor dem sich Funktionäre, Verbände und auch Sportler in der ganzen Welt fürchten. Hajo Seppelt hat international und national maßgeblich zur Aufdeckung von Dopingvergehen beigetragen und dafür zahlreiche Preise bekommen. Angefangen hat der einstige Berliner Jahrgangsmeister im Brustschwimmen 1985 als Sportreporter beim Sender Freies Berlin, von 1992 bis 2006 war er Live-Kommentator für das ARD-Fernsehen bei Schwimmwettkämpfen, war unterwegs bei Olympia, Europa- und Weltmeisterschaften.
Schon damals hat er sich mit dem Thema Doping befasst. 1997 erschien sein Film „Staatsgeheimnis Kinderdoping - Doping-Täter und -Opfer des DDR-Schwimmsports“. Gleichzeitig kommentierte er immer noch Schwimm-Wettkämpfe - und merkte zunehmend, wie sehr ihm die reine Ergebnis-Berichterstattung auf die Nerven ging. Aus seiner Sicht gab es viel mehr zu erzählen über die Sportler - aber vor allem auch über die Geschäftemacher, Ärzte und Verbände, die am Sport verdienen. Und mitunter tatsächlich auf ALLES setzen, damit am Ende eine Medaille, ein Sieg dabei herauskommt. Auch auf Doping. Ein mitunter lebensgefährliches Mittel zum Zweck.
Hajo ist ein Typ, der macht, was er für richtig hält. Eine öffentlich gewordene privaten E-Mail, in der er die unkritische Sport- und Doping-Berichterstattung der ARD kritisierte, so erzählt es Seppelt, führte 2006 dazu, dass er nicht mehr von Wettkämpfen berichten durfte. Gebremst hat ihn das nicht. Beim WDR baute er eine Doping-Redaktion auf, seitdem ist er in Sportsendungen, Nachrichtensendungen und Magazinen sowie als Autor von Dokumentationen zum Thema Doping zu sehen, mittlerweile hat er auch eine eigene Produktionsfirma.
Aber kann man es einem Sportler verdenken, wenn er alles versucht, um noch schneller, besser, toller zu werden? Anders als früher, sagt Seppelt, kann er den einzelnen Sportler mitunter verstehen. Der Druck sei immens, die Medien machen zusätzlich Stimmung. Ihn ärgern vor allem die großen Verbände, die mitmachen, vertuschen und mit dem Risiko der Sportler ihr Geld verdienen. Besonders schlimm sei dies, weil auch die WADA, die internationale Anti-Doping-Agentur häufig nicht wirklich hinschaue. Dabei ist sie dafür da, Doping zu verhindern.
Eigentlich, sagt Seppelt, sei Doping alles, was man dem Körper zuführt, um bessere Leistungen zu erzielen. Offiziell - und damit offiziell verboten - ist alles, was auf der Doping-Liste der Anti-Doping-Agenturen stehe, sei das nun Doping mit sauerstoffangereichertem Eigenblut, Anabolika, Hormone oder Medikamente wie Trimetazidin.
Das war im April 2024 bei 23 chinesischen Schwimmern nachgewiesen worden. Angeblich hatten sie im Hotel verunreinigtes Essen zu sich genommen. Die WADA akzeptierte diese Erklärung zunächst - und Hajo zeigte in seinem Film, dass diese Begründung sehr unwahrscheinlich - aber vor allem nie wirklich überprüft worden sei.
Übrigens: Wer glaubt, nur in China, Russland oder den ehemaligen Ostblockstaaten werde gedopt, der irrt. Doping im Sport gibt es überall. Im Herbst 2025 wird Hajo einen Film über Kinderdoping im Sport in aller Welt veröffentlichen. "Geheimsache Doping" heißt der Podcast, der er zusammen mit seiner Kollegin Kerstin Hermes macht. Bereits 2019 hat er das Buch „Feinde des Sports“ veröffentlicht, in dem er über die Hintergründe seiner mitunter sogar gefährlichen Arbeit berichtet. Er selbst geht mittlerweile zu keinen (Schwimm-)Wettkämpfen mehr. Den Spaß daran habe er schon lange verloren.
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Es ist Anfang Februar - und wir machen Schwimmbadferien. Was in unserem Fall heißt: Ferien vom Schwimmbad. Denn die eine von uns wird ihre Erkältung nicht los, die andere hat eine sehr unschöne Begegnung mit gefrorenem Wasser gehabt und muss jetzt erstmal ihre schmerzenden Rippen schonen.
Ans Schwimmen und ans Schwimmbad denken wir natürlich trotzdem, zumal Ute gerade aus Island zurück ist und dort natürlich auch die herrliche isländische Schwimmkultur genossen hat: Ordentlich einseifen vor dem Schwimmen und dann ganz geordnet ihre Bahnen ziehen können. Was vielleicht damit zu tun hat, dass es in Island so viele Schwimmbäder gibt und die deshalb niemals wirklich voll werden, Gedränge also gar nicht erst entsteht - ganz anders als bei uns.
Und schon sind wir beim Thema. Warum klappt das Miteinander auf den Bahnen so häufig nicht? Oft gibt es schlicht zu wenig. Und dann steht da vielleicht mal ein Schild mit „Schnellschwimmerbahn“ - aber was ein Schnellschwimmer ist, beurteilt ja auch jeder und jede anders. Wir jedenfalls checken immer erstmal ab, wie schnell die Schwimmer:innen so auf der jeweiligen Bahn eigentlich sind, bevor wir uns eine aussuchen. Und auch, wie wir selber an dem Tag drauf sind. Eher gemütlich? Dann sind die Schnellschwimmer:innen heute eher nichts für uns. Oder doch mal wieder ein bisschen auf die Tube drücken? Dann sollten wir uns aber trotzdem nicht gleich mit den trainierten Vereinsschwimmer:innen messen.
Allerdings - und das kennt wohl jeder und jede - das machen längst nicht alle so. Man kann fast drauf schwören: Da hat man sich auf einer Bahn mit mehreren anderen gerade so richtig gemeinsam eingezirkelt - schon steigt garantiert jemand ein, der entweder wesentlich schneller oder deutlich langsamer ist. Und schon gibt´s Stress. Auch der Ort, wo Schwimmer:innen zwischendurch mal ein Päuschen machen, sollte mit Bedacht gewählt sein: Wer am Beckenrand mal kurz verschnaufen will, sollte das niemals in der Mitte tun, sondern immer in der Nähe der Leine - damit die anderen auch weiterhin gut wenden können.
Was wir auch niemals verstehen werden - Menschen, die, wenn sie überholt werden, erst recht mittig schwimmen, statt leicht nach rechts auszuweichen. Würde es doch allen deutlich leichter machen. Oder auch am Beckenrand jemanden vorlassen, der schneller schwimmt - macht den oder die andere glücklich und selbst hat man absolut null Nachteil.
Deswegen haben wir kurzerhand mal fünf goldene Regeln aufgestellt:
1. Immer rechts im Kreis schwimmen
2. Beim Überholtwerden leicht nach rechts schwimmen und Platz machen
3. Am Beckenrand niemals in der Mitte einer Bahn verschnaufen, sondern an der Leine.
4. Schnellere Schwimmer einfach vorlassen
5. Und wenn gar nichts mehr hilft: Die eigene Badekappe streicheln und einfach mal kurz durchatmen!
Übrigens - so mancher fragt sich vielleicht, warum die Bademeister auf den Bahnen nicht für Ordnung sorgen. Aber mal ganz ehrlich: So schwer ist es ja nicht, was man beachten sollte. Das kriegen wir auch alleine hin, oder?
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Kirsten Bruhn ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Athleten im Parasport - umso mehr freuen wir uns, sie im Berliner Sportforum Hohenschönhausen treffen zu können. Ihre Haare sind noch etwas feucht, denn auch wenn Kirsten bereits 2024 ihre aktive Karriere beendet hat, geht sie im Schnitt doch immer noch jeden zweiten Tag schwimmen. Heute dann „nur“ 2000 Meter, aber sie wollte sich dann doch noch vorher auf das Gespräch mit uns einstimmen.
Kirsten ist ein Phänomen: Sie ist 54 Weltrekorde und 64 Europarekorde geschwommen, ist 6-fache Weltmeisterin und 8-fache Europameisterin. Ihre Bestzeiten sind zum Teil bis heute unerreicht, dabei war sie schon über dreißig, als sie sie erschwommen hat. Allerdings: Ein glatter Durchmarsch war ihre Karriere nicht, im Gegenteil.
Denn als sie 1991 im Alter von 21 Jahren durch einen Motorradunfall plötzlich querschnittsgelähmt war, glaubte sie, niemals wieder so schwimmen zu können wie vorher. Denn schon in ihrer Jugend war Kirsten Leistungsschwimmerin, allerdings nie bei internationalen Wettkämpfen dabei. Aber immer mit großer Leidenschaft, schon mit drei Jahren konnte sie schwimmen. Mit der Diagnose allerdings schien dieser Weg endgültig vorbei zu sein. Das war ein ganz tiefes Tal, erzählt uns Kirsten, aus dem sie lange nicht rausgekommen ist und das sie auch in ihrem Buch „Mein Leben - und wie ich es zurückgewann“ sehr eindrucksvoll beschreibt.
Ja, nachdem der erste Schock und vor allem die ganz großen Schmerzen erstmal vorbei waren, entwickelte sie einen großen Ehrgeit, wieder vollständig am Leben teilnehmen zu können, ohne auf Hilfe angewiesen zu sein. „Das habe ich in meiner Familie so gelernt“, erzählt sie uns, hängen lassen gilt nicht. Aber schwimmen? Elf Jahre dauerte es, bis sie es wieder wagte. Weil ihr ein Reha-Trainer den Tipp und auch ein paar Adressen gegeben hatte. Und schon nach wenigen Monaten des harten Trainings war Kirsten Bruhn Deutsche Meisterin auf 50 Meter Rücken.
„Aber nicht, dass ihr denkt, ja klar, Paraschwimmen, das ist auch nicht sooo schwierig!“ Denken wir nicht. Im Gegenteil - wir sind extrem beeindruckt. Denn Kirsten räumte nicht nur im Rücken- und Kraulschwimmen ab. Sie begann, auch in ihrer alten Paradedisziplin, dem Brustschwimmen, wieder zu trainieren. Was für jemanden mit einer Querschnittslähmung extrem schwierig ist. Denn die Kraft beim Brustschwimmen kommt zu 70-80 Prozent aus den Beinen.
„Ich glaube, da hat mir mein Körpergedächtnis sehr geholfen“, sagt sie. Und ein extremer Wille, vermuten wir. Kirsten hat das Glück im Unglück, nicht vollständig querschnittsgelähmt zu sein. So holte sie bereits 2004 bei den Paralympics Gold - auf 100 Meter Brust. Und so ging es weiter, bis sie - unzählige Medaillen und Rekorde später - ihre Karriere beendete.
Dem Schwimmsport ist sie trotzdem treu geblieben, auch als Mentaltrainerin für junge Athlet:innen. Außerdem ist sie seit 2016 bei den Paralympics als Expertin für die ARD dabei. Sie ist Botschafterin für Rehabilitation, Prävention und Sport beim Unfallkrankenhaus Berlin und seit 2015 ist ein Schwimmbad in ihrer Geburtsstadt Eutin nach ihr benannt. Sie war eine von drei Protagonist:innen in dem Film „Gold - du kannst mehr als du denkst“, der bei der Berlinale 2013 seine Weltpremiere feierte und sie bekam den Bambi für ihre herausragenden Leistungen. Sie hält Vorträge darüber, wie wichtig es ist, sich wieder ins Leben zurückzukämpfen und wie der Sport einem dabei helfen kann.
Und seit 2026 ist sie Ehrenbürgerin in Schleswig Holstein. Eins ärgert sie trotzdem bis heute: Dass so wenig Schwimmbäder barrierefrei sind. Und selbst, wenn man sie so nennt, sagt sie, seien sie allenfalls barrierearm. Fast nie gebe es ein Leitsystem für Blinde, angemessene Duschen für Rollstuhlfahrer:innen oder die Möglichkeit, dass sich kognitiv eingeschränkte Menschen dort ohne Hilfe bewegen können. Muss man unbedingt endlich mal ändern, findet sie. Finden wir auch.
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