Afleveringen

  • Was als Schnapsidee in einer Berliner Bar begonnen hat, das bezahlt Alec Völkel heute die Miete: The BossHoss. 2004 notieren Völkel und sein Freund und Arbeitskollege Sascha Vollmer auf einem Bierdeckel, dass sie Pop- und Rock-Hits zu Country-Songs umbauen könnten. Der anfĂ€ngliche Spaß ist lĂ€ngst zu einer gut geölten Live-Maschine mit zehn Studioalben (und selbstverstĂ€ndlich eigenen Songs) geworden.

     

    Dabei hat der 1972 in Ost-Berlin geborene und im Prenzlauer Berg aufgewachsene Völkel zum Zeitpunkt der Schnapsidee lÀngst einige Bands hinter sich. Mit Sludgehat und Boon tobt er sich zwischen Grunge, Noise und Alternative-Metal aus, Teheran Taxi ist Emo/Indie auf Deutsch. Nur zum Erfolg reicht es nicht, aber immerhin zum Ausleben der Leidenschaft.

     

    Völkel ist seit klein auf begeisterter Musikfan. Im Urlaub in Budapest sieht er zufĂ€llig vom Balkon aus Iron Maiden. Er liebt Hard Rock, Metal, Punk, Hardcore, aber hat auch ein Herz fĂŒr Pop. PĂŒnktlich zum Eintritt in die 90er wird er volljĂ€hrig. Der Mauerfall beschert ihm ganz neue Möglichkeiten, sich in Berlin musikalisch auszuprobieren, Konzerte zu besuchen, Trends mitzumachen.

     

    Völkel erzĂ€hlt von all dem leidenschaftlich und mit Selbstironie. Die Cowboy-Jokes in Sachen BossHoss sind alle gemacht. Nur: Die Band ist fĂŒr ihn kein Witz, dafĂŒr steckt da zu viel Arbeit drin. Und prominente Fans wie Arnold Schwarzenegger, auf dessen Gartenparty sie gespielt haben, sprechen eh fĂŒr sich.

     

    Im ausfĂŒhrlichen GesprĂ€ch erfahren wir, woher The BossHoss ihren Namen haben und wie das mit dem Gastbeitrag von Soul-SĂ€ngerin Dionne Warwick gelaufen ist. Es geht um das DDR-Label Amiga, um Ă€ltere Kumpels, die einem die Musikwelt erweitern und was er sich von seinem BegrĂŒĂŸungsgeld gekauft hat. Und um das Teamwork mit seinem besten Freund und Kreativpartner Vollmer als Jury-Kollegen in "The Voice Of Germany".

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  • Er ist der SachverstĂ€ndige Nummer 1 in Sachen Popmusik. Ein brillanter Nerd, der mit wissenschaftlichem Eifer Kurioses, Wissenswertes und Erstaunliches sammelt, um davon zu berichten und damit zu unterhalten: Dr Pop.

     

    Der wird als Markus Henrik am 1. Juli 1982 in Essen geboren. Seinen Doktor macht er 2013 an der Humboldt-Uni in Berlin. Das Thema seiner Doktorarbeit: “Orientalismus in der Popmusik”.

     

    Zu dem Zeitpunkt hat er lĂ€ngst in Paderborn, Detmold, Manchester und Liverpool alles wegstudiert, was man in Sachen PopulĂ€rmusik studieren kann. Von seinem Wissensfundus profitieren nicht nur seine Auftraggebenden wie etwa diverse Radiosender von 1Live ĂŒber N-Joy bis Radioeins, sondern vor allem Dr. Pops Publikum.

     

    Mittlerweile bestreitet er bis zu 150 Auftritte im Jahr mit seinem musikalischen Stand-up-Comedy-Programm. In dem und seinen BĂŒchern erklĂ€rt er uns die Musikwelt. Dabei lernen wir nicht nur dazu, er bereitet sein unendliches Wissen auch so auf, dass wir was zum Schmunzeln und Staunen haben.

     

    Anfang April hat er mit „Macht Musik! – Wie Musik uns ein Leben lang trĂ€gt und glĂŒcklich macht” (via Kiepenheuer & Witsch) ein weiteres Buch veröffentlicht. In dem widmet sich der Wahl-Berliner der Wunderwaffe Musik und deren positiver Wirkung auf den Menschen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse darin beschĂ€ftigen sich damit, dass es fĂŒr jede Lebensphase den passenden Soundtrack gibt.

     

    Von seinem persönlichen Soundtrack klĂ€rt Dr. Pop im GesprĂ€ch zu “Der Soundtrack meines Lebens” auf. Er erlĂ€utert, dass er sich auf das Konzert von AOR-Rocker Christopher Cross im Admiralspalast freut. Oder dass sich seine Eltern ĂŒber die Musik kennengelernt haben, dass er die Arbeit von Produzentenlegende Quincy Jones schĂ€tzt, und ein Herz hat fĂŒr handgemachte Musik aus den 70ern. Außerdem erlĂ€utert er, wann die Popmusik-Zeitrechnung ĂŒberhaupt einsetzt und was es mit dem Thema seiner Doktorarbeit auf sich hat.

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  • Bekannt wird Ulrich Gerhard Scheurlen unter dem Namen Ulrich Tukur. Der Nachname ist eingedeutschtes Französisch: „tout court“, also „alles kurz“.

     

    Er kommt im Juli 1957 im hessischen Viernheim zur Welt. Der Vater stammt aus Stuttgart, die Mutter aus Ulm. Seine Kindheit und Jugend verbringt er im spießig-schwĂ€bischen Familienkreis in Großkrotzenburg, Großburgwedel und Wedemark, also: bei Hannover.

     

    Es folgen das Abitur, ein High-School-Abschluss in Boston, der Wehrdienst, ein Studium in TĂŒbingen, die Schauspielausbildung in Stuttgart, erste Film-, dann Theater-Engagements ab 1982, zwei Ehen, zwei Töchter.

     

    Außerdem grĂŒndet er 1995 seine Band Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys, mit denen er mehrsprachig Jazz, Swing, Schlager, Chanson, Cha-Cha-Cha, Tango, Bossa Nova und mehr spielt.

     

    Zu sehen war er bisher in nicht weniger als 50 Kinofilmen und ĂŒber 60 Fernsehfilmen. Darunter 13 FĂ€lle als exzentrischer Tatort-Ermittler Felix Murot. Hinzu kommen zahlreiche Musik- und Hörbuchveröffentlichungen.

     

    Und als wĂ€re das alles nicht genug, veröffentlicht Tukur im Oktober 2019 seinen ersten Roman „Der Ursprung der Welt“.

     

    Weil er vieles gut kann, wurde er seit Mitte der 80er mit diversen Preisen ausgezeichnet.

     

    Der Podcast wird nicht aufdecken können, wie Tukur das alles gelingt, vielmehr will Jan Schwarzkamp die Gelegenheit nutzen und sich von seinem Gast aufklÀren lassen, welche musikalische Sozialisation er genossen und wie sich die nunmehr 30-jÀhrige Geschichte seiner Rhythmus Boys entwickelt hat.

     

    Das Besondere: Ulrich Tukur hat fĂŒr „Der Soundtrack meines Lebens“ zum GesprĂ€ch in sein Wohnzimmer in Berlin-Schöneberg eingeladen, platziert am großen Esstisch in einem geradezu musealen Ambiente mit großem Piano im Eck.

     

    Wir lernen: Seine Oma versorgt ihn frĂŒh mit einer Single der Beatles. Er mag Creedence Clearwater Revival gerne, klaut im MusikaliengeschĂ€ft einst Boogie-Woogie-Noten und geht vor allem in Klassik und Jazz auf.

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  • Zakk Wylde kommt als Jeffrey Phillip Wieland in Bayonne, New Jersey zur Welt. Im Januar 1967.

     

    Bereits als Schulkind beginnt er, Gitarre zu spielen. Als Teenager macht er nahezu nichts anderes. So wird er Teil von lokalen Bands aus der Ecke von New Jersey, in der er lebt.

     

    1987 erfÀhrt er durch die Howard Stern Show im Radio, dass ein gewisser Ozzy Osbourne einen neuen Leadgitarristen sucht. Und da Zakk nicht nur den passenden Look mitbringt, sondern auch das Können, wird er das: Ozzys Gitarrist.

     

    FĂŒr ihn, gerade 20, unfassbar: "Ozzy war so etwas wie eine MĂ€rchenfigur, ein Superheld - nicht real", sagt Wylde im GesprĂ€ch. Zwischen 1988 und 2022 ist er auf sechs Studio- und drei Live-Alben von Osbourne zu hören.

     

    Seine erste eigene Band sind die stark vom Southern-Rock beeinflussten Pride & Glory, mit denen er 1994 nur ein Album veröffentlicht. Es ist der Sound, den er vom Àltesten Nachbarssohn schon als Kind kennenlernt: Allman Brothers, Led Zeppelin, Mountain, CCR, die Klassiker eben.

     

    1996 folgt das Soloalbum „Book Of Shadows“, das erst 20 Jahre spĂ€ter eine Fortsetzung bekommen wird.

     

    Auch, weil er 1998 eine weitere Band grĂŒndet, die stark von der Biker-Ästhetik inspiriert ist: Black Label Society. Von denen erscheint jĂŒngst das zwölfte Album "Engines Of Demolition".

     

    Daneben hat der bĂ€rtige HĂŒne als Zakk Sabbath das Erbe von Black Sabbath auf die BĂŒhne gebracht und zuletzt bei einer Pantera-Reunion in den Fußstapfen von Dimebag Darrell mitgemischt.

     

    Meistens dabei: seine legendĂ€re Gibson Les Paul Custom mit dem Bullseye-Design. Der King of Pinch-Harmonics beschreibt sich selbst als „Soldier of Christ“ und hat, vermutlich, mit der Sauferei aufgehört, nachdem er 2009 wegen Blutverklumpung beinahe gestorben wĂ€re.

     

    Mit seiner Frau Barbaranne hat er vier Kinder. Da sie ihn managt, ist sie in Berlin mit dabei und wartet gejetlagt in der KĂŒche des Gastgebers, bis ihr Mann im Wohnzimmer sein musikalisches Leben im Podcast "Der Soundtrack meines Lebens" ausgebreitet hat.

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  • Am Vorabend ist sie noch, auf Tour mit ihrem zweiten Soloalbum “You Heartbreaker, You”, auf der BĂŒhne der Berghain Kantine zu sehen. Mit kurzem Rock und streng gegelten Haaren, ganz nah am oder gleich im Publikum. Sie und ihre Band spielen unter anderem ein Hardcore-eskes Cover von Björks “Army Of Me”.

     

    Elf Stunden spĂ€ter sitzt Jehnny Beth, die eigentlich Camille Berthomier heißt, bei Gastgeber Jan Schwarzkamp auf dem Wohnzimmersessel.

     

    Sie kommt an Heiligabend 1984 in Poitier zur Welt und wĂ€chst dort auf. Ihre Eltern sind Theaterregisseure, weshalb sie frĂŒh in Kontakt mit der Schauspielerei kommt, aber auch mit Jazz und klassischer Musik.

     

    Also singt die kleine Camille bald Chet Baker und hat irgendwann sogar eine Jazz-Girl-Band.

     

    Den grĂ¶ĂŸten Einfluss hat aber Nicolas CongĂ© auf sie. Der ist Musiker und hat einen guten Geschmack. Mit ihm zieht sie, 22-jĂ€hrig, nach London.

     

    Sie wird Jehnny Beth, er wird Johnny Hostile. Zusammen haben sie das Duo John & Jehn. Er produziert auch Savages, die Post-Punk-Band, in der Beth ab 2011 singt und mit der sie ihren internationalen Durchbruch feiert.

     

    Auch nach ihrem Alleingang und der RĂŒckkehr nach Frankreich bleibt Hostile der treue Kreativpartner an Beths Seite.

     

    Die hat sich lĂ€ngst auch als Schauspielerin etabliert, als sexpositive, bisexuelle Feministin, die gern gesehener Gast ist auf Platten von KĂŒnstlern wie Trentemöller, Tindersticks, Gorillaz und Idles. Mit Bobby Gillespie von Primal Scream veröffentlicht sie 2021 gar ein komplettes Duett-Album.

     

    Quasi nebenbei moderiert sie fĂŒr den deutsch-französischen Sender Arte die Sendung “Echoes”. In der spielen vornehmlich Indiebands und KĂŒnstler:innen Live-Shows, drumherum lĂ€dt Beth zum Interview.

     

    Außerdem hat sie ĂŒber 132 Episoden lang eine Radiosendung fĂŒr den Streaming-Dienst von Apple, “nur, damit ich alle meine Helden treffen kann.” Darunter: Geoff Barrow, Mike D, Peaches, Mike Patton, Henry Rollins


     

    Im GesprĂ€ch zu “Der Soundtrack meines Lebens” erfahren wir unter anderem, dass Steve Albinis Band Shellac daran schuld sind, dass sie mit ca. 13 den Bass in die Hand nimmt. Und dass ein Freund ihr ab etwa dem zehnten Lebensjahr Bands und KĂŒnstler wie Pixies, Iggy Pop und Joy Division nahebringt.

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  • Sabin Tambrea, der Mann mit dem ungewohnten Namen und der prĂ€gnanten wie filigranen Erscheinung, wird im November 1984 im rumĂ€nischen TĂźrgu Mureș geboren. Sein Vater, ein Orchestermusiker, setzt sich auf einer Konzertreise 1986 nach Frankreich ab, er will nicht lĂ€nger unter der Regentschaft des rumĂ€nischen Diktators Nicolae Ceaușescu leben.

     

    Erst ein gutes Jahr spĂ€ter gibt es fĂŒr Sabin Tambrea eine FamilienzusammenfĂŒhrung, als er mit der Mutter und seiner Ă€lteren Schwester nach Deutschland umzieht. Sie leben erst in Marl, dann in Hagen. Dort wĂ€chst Tambrea auf.

     

    Seine Eltern sind Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Stadt und auch der Dortmunder Philharmoniker. Entsprechend musikalisch wird Tambrea erzogen.

     

    Er spielt frĂŒh Violine, studiert Bratsche, Klavier, das Dirigieren, singt im Kinderchor, mischt bei “Jugend musiziert” mit. Da macht er an der Violine gleich sechs Mal den ersten Platz.

     

    Mit 18 entscheidet er sich um. Er will gerne Schauspieler werden. 2006 wird er an der Hochschule fĂŒr Schauspiel Ernst Busch in Berlin aufgenommen. Vier Jahre studiert er dort. Schon in Hagen hatte er am Theater seinen Einstand gegeben, in Berlin macht er nahtlos weiter.

     

    Parallel beginnt er ab Ende der 00er Jahre in Film- und TV-Produktionen zu spielen. Er ist zu sehen in der “Ku’damm”-Chronologie, taucht in “Babylon Berlin” und dem “Tatort” auf und rĂ€umt gleich mehrere Preise fĂŒr seine Verkörperung von König Ludwig II ab.

     

    Aktuell ist Tambrea als Vampir Quito in der zweiten Staffel der Mystery-Thriller-Serie “Oderbruch” zu sehen. Die Folgen sind seit dem 20. Februar auch in der ARD-Mediathek verfĂŒgbar.

     

    Irgendwie hat es Tambrea geschafft, obendrein noch zwei Romane zu veröffentlichen: 2021 “Nachtleben” und 2024 das biografische “VaterlĂ€nder”, in dem er die Geschichte seiner rumĂ€nisch-ungarischen Familie aufarbeitet.

     

    Er ist ĂŒberzeugter Antifaschist und offener Atheist, lebt in Berlin und ist seit 2018 mit der Schauspielkollegin Alice Dwyer verheiratet. 2024 wurden die beiden Eltern.

     

    Im GesprĂ€ch berichtet Tambrea einfĂŒhlsam davon, wie viel Zeit er als Kind an seinem Instrument investieren musste, wie es bei “Jugend musiziert” so ablĂ€uft, warum er irgendwann die Option, Dirigent zu werden in ErwĂ€gung gezogen hat, und warum dann doch alles anders kam.

     

    Und anstatt sich nur von Gastgeber Jan Schwarzkamp portraitieren zu lassen, hat Tambrea den Spieß umgedreht und seinen Interviewpartner vor der CD-Wand in Schwarz/Weiß verewigt.

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  • Ein alter Bekannter aus dem VISIONS-Kosmos ist zu Gast in “Der Soundtrack meines Lebens”: Bassist und SĂ€nger Bent Saether, Co-GrĂŒnder von Motorpsycho aus Trondheim.

     

    Im Februar 2001, auf dem Cover von VISIONS #91 grinst Bent Saether schief in die Kamera. Es ist das erste Mal und bis heute einzige Mal, dass Motorpsycho auf dem Titel sind. Dabei prĂ€gen sie das Heftgeschehen seit den frĂŒhen 90ern. Die unfassbar variable wie produktive Band aus dem norwegischen Trondheim und VISIONS war immer eng miteinander verbunden.

     

    Naheliegend also, Saether fĂŒr ein ausfĂŒhrliches GesprĂ€ch zum Podcast “Der Soundtrack meines Lebens” einzuladen.

     

    Saether kommt im Februar 1969 in Oslo zu Welt und wÀchst zunÀchst im Osloer Stadtteil Ammerud auf, bevor er mit seiner Familie in die lÀndlichen Ortschaften Ski und mit zehn Jahren auf einen Bauernhof in SnÄsa zieht.

     

    Auf die weiterfĂŒhrende Schule geht er in Steinkjer, um fĂŒrs Studium an die Technisch-Naturwissenschaftliche UniversitĂ€t nach Trondheim zu ziehen. Er belegt Englisch und Sozialanthropologie.

     

    Zu diesem Zeitpunkt ist er lĂ€ngst Musiker. Mit 20 Jahren grĂŒndet Saether die Band Motorpsycho mit Gitarrist und SĂ€nger Hans Magnus Ryan und Schlagzeuger Kjell Runar Jenssen. Saether singt ebenfalls, spielt vornehmlich Bass und schreibt Songs am Fließband.

     

    In den vergangenen 37 Jahren haben nur die Schlagzeuger und kreativen Kooperationspartner mehrmals gewechselt, im Kern sind Motorpsycho Saether und Ryan.

     

    Wie die beiden sich kennengelernt haben, davon berichtet Saether im GesprĂ€ch mit Host Jan Schwarzkamp. Seitdem die beiden in kreativer Ehe leben, kennt das musikalische Universum von Motorpsycho keine Grenzen. Was ursprĂŒnglich irgendwo zwischen Grunge, Metal und Noise begonnen hat, passt lĂ€ngst in keine Schublade mehr.

     

    Seit ihrer GrĂŒndung vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht wenigstens ein TontrĂ€ger erscheint. Auf ihren, Stand jetzt, 29 Alben, vier Album-Kooperationen, sieben Live-Alben, 24 EPs und diversen Singles und mehreren Compilations haben Motorpsycho sich an vielem erfolgreich ausprobiert: Jazz, Country, Westcoast-Pop, Folk, Indierock, Psychedelic, Post-Rock, Prog, Punk, Avantgarde und unzĂ€hlige Cover-Versionen.

     

    Und fĂŒr den 27. MĂ€rz haben sie mit "The Gaia II Space Corps" bereits das nĂ€chste Album angekĂŒndigt.

     

    In ihrer Heimat sind sie mit ihrem ƒuvre, wenn nicht zu Stars, so doch zu musikalischen Nationalhelden geworden, ausgezeichnet mit Preisen und oberen Charts-Platzierungen, europaweit haben sie sich eine treue AnhĂ€ngerschaft erspielt mit Fans, die ergeben und bisweilen verzweifelt versuchen, alle TontrĂ€ger der Band zusammenzutragen.

     

    Nebenbei ist Saether auf den ersten drei Alben der Heavy-Rock-Band Spidergawd und auf diversen Platten der Americana-Band Sugarfoot zu hören, außerdem arbeitet er gelegentlich als Produzent anderer norwegischer Bands.

     

    Er lebt mit seiner Familie in Trondheim.


    Auf Tour zum 2025er Album "Motorpsycho" haben wir Saether in den Backstage-Katakomben des Berliner Columbiatheaters getroffen, wo er ausschweifend, sympathisch und nerdig-fundiert seine musikalische Sozialisation aufarbeitet, immer auch mit Verweis darauf, in welcher Phase Motorpsycho sich von was haben inspirieren lassen.

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  • Axel Kurth ist seit 40 Jahren Mastermind hinter der schwĂ€bischen Punkband Wizo.

     

    Geboren 1969 in Böblingen, wĂ€chst er erst im Rheinland auf, um ab der zweiten Klasse dann doch in Sindelfingen zur Schule zu gehen. Den Landkreis Böblingen hat er danach nie mehr so richtig verlassen. Außer halt auf Tour.

     

    In den 80ern will er eigentlich erst Schlagzeug spielen, aber dann wird es aus GrĂŒnden doch die Gitarre. Mit 14 spielt er in den ersten Bands.

     

    1986 grĂŒndet er Wizo. Die spielen melodischen, schnellen Punk, mit deutschen und englischen Texten. Von Anfang an, also ab der ersten Single kĂŒmmern sich Wizo via Hulk RĂ€ckorz mit Andreas "Fratz" Thum um ihre eigenen Angelegenheiten. Über das Label sind bis heute alle acht Alben, diverse Singles und Compilations der Band veröffentlicht worden. Erst im Dezember ist mit "RakĂ€the bringt das Licht" eine neue erschienen.

     

    Dass das schwĂ€bische Punk-Power-Trio trotz meist deutscher Texte international wettbewerbsfĂ€hig ist, stellen auch die Amerikaner irgendwann fest. Wizo veröffentlichen Songs ĂŒber das kalifornische Punk-Label Fat Wreck Chords und touren 1995 auf der berĂŒchtigten Warped Tour durch die USA. Fat Mike ist Fan und Förderer.

     

    Doch 2005 lösen sich Wizo auf, und kehren umbesetzt vier Jahre spĂ€ter zurĂŒck.

     

    Axel Kurth ist in der Zwischenzeit jedoch nicht untĂ€tig, arbeitet als Gitarrist und SĂ€nger teils anonym fĂŒr diverse KĂŒnstler, fĂŒr Film, TV und Werbung.

     

    Kurth ist ĂŒberzeugter, vehementer Antifaschist und Fan von KI. Er ist mit einer Biologin verheiratet, lebt vegan und trinkt keinen Alkohol, seitdem er 18 ist. Und seinen Iro fĂ€rbt er sich gerne passend zum BĂŒhnenbild der jeweiligen Tour.

     

    Über das alles und selbstverstĂ€ndlich viel mehr, sprechen wir in der aktuellen Folge von "Der Soundtrack meines Lebens". Diesmal war nicht der Gast die Person mit der limitierten Zeit, sondern Host Jan Schwarzkamp. Nach zweieinhalb Stunden GesprĂ€ch musste der seinen Zug zurĂŒck nach Berlin bekommen.

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  • Zu Gast in dieser Episode von „Der Soundtrack meines Lebens“ ist Jason Williamson.

     

    Der ist zu Ruhm gekommen als SĂ€nger des britischen Duos Sleaford Mods. Wobei es SĂ€nger nicht recht trifft. Williamson liefert eher Spoken-Word-BeitrĂ€ge, in denen er sich ĂŒber alles und jeden auskotzt. Und die Menschen lieben das, hĂ€ngen ihm an den Lippen, wenn er seine Gossen-Poesie ĂŒber die trockenen, monotonen Electro-Beats seines Kollegen Andrew Fearn kĂŒbelt.

     

    Williamson kommt im November 1970 in Grantham zur Welt. Sein Vater beschreibt ihn als Arschloch und Versager. Zumindest so lange, bis er mit Sleaford Mods erfolgreich wird.

     

    Zuvor verdingt er sich in Scheißjobs, macht nebenbei Musik. Mit dem Trio Unity Crescent entsteht 2006 immerhin ein Album. Das wird aber nie veröffentlicht.

     

    Mit seiner "French Crop"-Frisur und den Stirnfalten ist Williamson immer gut zu identifizieren. Er lebt mit seiner Frau Claire und den Kindern in Nottingham. Das Saufen hat er aufgegeben. DafĂŒr ist er zum LĂ€ufer geworden und hat zuletzt immer mal kleinere Rollen in Filmen und Serien ĂŒbernommen.

     

    Und damit herzlich willkommen zum Podcast „Der Soundtrack meines Lebens“ mit Jason Williamson.

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  • Mathias Modica ist ein Mann von Welt. Er wird 1977 in Rom geboren und verbringt dort die ersten drei Jahre seines Lebens, bevor es fĂŒr drei Jahre nach Paris geht.

     

    PĂŒnktlich zur Schulzeit wird die Familie in MĂŒnchen sesshaft. Seine Mutter ist Italienerin, sein Vater der Komponist Robert Maximilian Helmschrott.

     

    Folglich ist Modica immer von Musik umgeben, schon als Fötus im Mutterleib. Modica bekommt die klassische Ausbildung.

     

    Er ist fĂŒnf, als er beginnt, Klavier zu spielen. SpĂ€ter studiert er das Instrument, spielt drei Jahre Saxophon und acht Jahre Schlagzeug.

     

    Zu Schulzeiten singt er in einer Hardcore-Punk-Band. Sein erstes Konzert spielt er mit 14.

     

    Mit seinem Vater bereist er immer wieder die Welt, wenn der Konzerte gibt. "Musik ist fĂŒr mich so wichtig! Wichtiger als alles andere, außer vielleicht die Luft zum Atmen. Und die Liebe", sagt Modica.

     

    Nach dem abgebrochenen Studium arbeitet er beim Privatradio "Jazz Welle Plus", ab 1996 agiert er auch als Veranstalter in MĂŒnchen.

     

    Zur Jahrtausendwende wird Modica mit Gomma zum Label-Macher fĂŒr handgemachte Dance-Music. Er selbst tritt mit Munk in Erscheinung, wird zum deutschen VerbĂŒndeten von James Murphy und dessen LCD Soundsystem und ist Entdecker von WhoMadeWho.

     

    Gomma ist zwar Geschichte, dafĂŒr hat Modica 2014 das Dance-Label Toy Tonics gegrĂŒndet. Neben seiner DJ-Crew wirbt Modica dafĂŒr weltweit KĂŒnstler*innen und Bands an, die via Soul, Funk, Afro, Italo Disco und mehr wieder Farbe, Freude und das Analoge ins House-Geschehen bringen.

     

    Seine Vorliebe fĂŒr Jazz, Krautrock, Ambient und Artverwandtes lebt Modica außerdem seit 2018 mit dem Label Kryptox aus. Er veranstaltet europaweit regelmĂ€ĂŸig Veranstaltungen und Label-Nights.

     

    Bei denen tritt er unter seinem DJ-Pseudonym Kapote in Erscheinung. Darunter hat er im MÀrz 2025 sein zweites Album "Para Mytho Disco" veröffentlicht.

     

    Über das und vieles mehr gibt er ausfĂŒhrlich Auskunft. Kein Gast war musikalisch bisher so breit aufgestellt.

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  • Frank Iero ist ein umtriebiger Typ. Selbst, wenn die Band, mit der er bekannt geworden ist, My Chemica Romance, nicht aktiv ist, hat er zu tun. FĂŒr den Podcast "Der Soundtrack Meines Lebens" treffen wir uns in den Katakomben des Berliner Velodroms.

     

    Mit LS Dunes supportet er hier Rise Against. Es ist eine Band mit Freunden, eine Supergroup mit Mitgliedern von Circa Survive, Coheed And Cambria und Thursday.

     

    Es gab nie eine Zeit in Ieros Leben, die nicht von Musik bestimmt war. Geboren wird Frank Antony Iero, Jr. im Oktober 1981 in Belleville, New Jersey.

     

    Schon sein Großvater ist Musiker. Frank Senior ebenfalls. Der ist Schlagzeuger und Schlagzeuglehrer. Im Proberaum poliert der Junior als Kind die Becken und darf dabei Platten aus Vaters Sammlung auflegen: The Beatles, Led Zeppelin, BB King, das klassische Fundament.

     

    Iero berichtet, dass sein Vater, als Session-Musiker der Plastic Ono Band, einer der Letzten war, mit denen John Lennon gesprochen hat, bevor er ermordet wurde.

     

    Iero beginnt als Kind ebenfalls mit dem Schlagzeug, schwenkt mit zwölf auf Gitarre um. Er beginnt als junger Teenager in ersten Bands zu spielen, zwischen Punk und Nirvana-Rip-off.

     

    Seine erste richtige Band sind Pencey Prep. Als die aus der Emo/Punk/Hardcore-Szene von New Jersey geboren werden, ist Iero 17, aber seit Jahren aktiv dabei.

     

    2002 wird er Gitarrist von My Chemical Romance. Die werden zu Stars. Ihr Sound begeistert, weil der teils auf die Spitze getriebene Mix von Queen ĂŒber The Smiths bis Misfits und Musicals alles miteinbezieht.

     

    Ab 2007 tobt sich Iero in Seitenprojekten aus. Mit Leathermouth spielt er krassen Hardcore. Er grĂŒndet eine The-Cure-Coverband, hilft als Bassist bei Reggie And The Full Effect aus, macht Digital-Hardcore mit Death Spells und Black Metal mit Bloodnun.

     

    Unter seinem Namen tritt er gleich mehrfach in Erscheinung. Die erste Inkarnation sind The Cellabration, die zweite The Patience und die dritte The Future Violents. Da spielt er einen Sound von Indierock bis Folk, von Pop-Punk bis Emo.

     

    Über all das gibt der dreifache Papa lebendig Auskunft. Die Freude, die ihm diese Interview-Zeitreise bereitet, ist zu jeder Zeit zu spĂŒren.

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  • FrĂŒher war der Rap-Pionier Moses Pelham fĂŒr seine harten Reime bekannt, doch durch “Der Soundtrack meines Lebens” hallt vor allem sein schallendes Lachen.

     

    Pelham kommt als Sohn eines US-Bluesmusikers und einer deutschen Versicherungskauffrau im Februar 1971 in Frankfurt am Main zur Welt. Von dort ist er bis heute nie weggezogen.

     

    FĂŒr “Der Soundtrack meines Lebens” hat er sich jedoch an einem herrlichen Sonnentag in den Prenzlauer Berg gewagt und hat Host Jan Schwarzkamp im Wohnzimmer besucht.

     

    Pelham kommt frĂŒh mit der Musik seiner Eltern in BerĂŒhrung. Er versucht sich auf Papas Akustikgitarre sogar mal am Blues. Dann entdeckt er irgendwann Kiss und AC/DC.

     

    1983, mit zwölf Jahren, hört Pelham wÀhrend eines Urlaubs bei seinen Verwandten in New York erstmals HipHop. Ab da ist sein Weg vorbestimmt, ab da setzt er sich mit zwei Plattenspielern, einem Mixer und einem Mikrofon auseinander.

     

    Noch im Teenager-Alter wird Moses P. Rapper, DJ, Produzent. 1988, also mit gerade mal 17 Jahren, veröffentlicht er die erste Single “Twilight Zone”, mit 18 sein erstes Album “Raining Rhymes”. Seine Helden zu der Zeit: LL Cool J, Public Enemy und Big Daddy Kane.

     

    Die kĂŒnstlerische Umstrukturierung kommt mit dem Rödelheim Hartreim Projekt zusammen mit Kreativpartner Thomas Hofmann.

     

    Ab 1993 sind sie die ersten in Deutschland, die Gangsta- oder Battle-Rap produzieren. Auf Deutsch, in schwarz/weißer Ästhetik und mit insgesamt zwei Alben.

     

    Pelham entdeckt Samtstimme Xavier “Sie trinken Kinderblut!” Naidoo und Sabrina Setlur alias Schwester S, die er auch produziert. Mit Setlurs Song “Du liebst mich nicht” landet er einen Nummer-1-Hit.

     

    Bald grĂŒndet er das Label Pelham Power Productions – angelehnt an seine Teenage-Mixtape-Leidenschaft: den Pelham Power Tapes.

     

    Erst 1998 kommt mit “Geteiltes Leid I” sein zweites Soloalbum heraus. Dem folgen sechs weitere und ein Nostalgie-Mixtape. “Letzte Worte” heißt sein aktuelles und angeblich finales Album. Darauf nennt er sich den “Bruder ohne Mission/ Eigentlich schon weg, aber immer noch hier”.

     

    Um exakt zu sein, bedeutet hier, dass Moses Pelham in dieser Episode von “Der Soundtrack meines Lebens” zwei Stunden auf Oma Schwarzkamps altem, grĂŒnem Sessel aus den 60ern sitzt.

     

    Er lacht viel, laut und ausgiebig, weil, das wird bald klar, sein Leben und seine Karriere auch ein StĂŒck weit unglaublich und immer wieder ĂŒberraschend lustig waren (und sind).

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  • Als Gitarristin und SĂ€ngerin bei Kylesa wurde Laura Pleasants zur Metal-Heldin. In “Der Soundtrack meines Lebens” klĂ€rt sie auf, wie sie dahingekommen ist und sich neu erfunden hat.

     

    Beste Voraussetzungen fĂŒr ein entspanntes GesprĂ€ch zu spĂ€ter Stunde: Im Sommer verbringt Laura Pleasants knapp eine Woche in Berlin, zwischen zwei Tour-Abschnitten ihrer Band Kylesa.

     

    Die Band aus Savannah, Georgia, wird 2001 aus dem Crust-Underground der Stadt geboren, aus der Asche der Band Damad. Kylesa vermengen auf unverwechselbare Art Sludge Metal, Psych, Prog und Punk.

     

    Nach sieben Alben, diversen Kleinformaten und endlosen Touren begeben sich Kylesa 2016 in eine achtjÀhrige Pause. Pleasants verrÀt im GesprÀch, dass die Band bereits 2015 derart ausgebrannt gewesen ist, dass die Pause unabdingbar war.

     

    2024 kehren Kylesa jedoch zurĂŒck, spielen einen Reunion-Auftritt auf dem Roadburn Festival mit der Rhythmus-Gruppe von Nausea und haben wieder Spaß am Touren und ihrem starken Repertoire. Fans danken es mit ausverkauften Venues.

     

    Bevor Pleasants mit Kylesa zur Metal-Heldin wird, wÀchst sie mit ihrem Zwillingsbruder in Greensboro, North Carolina auf. Nach der Highschool zieht sie nach Savannah, um am College of Art & Design zu studieren.

     

    Seitdem sie 16 ist, spielt sie Gitarre. Sie ist in den frĂŒhen 90ern ein Grunge-Teen, hat erst eine Garage-Rock-Band, erlebt dann eine Punk-Sozialisation.

     

    Heute wird Pleasants als leuchtendes Beispiel stilisiert, wie man Coolness, Stilbewusstsein und Können vereint. Wobei sie im GesprÀch immer wieder betont, dass sie Kylesa-Songwriting-, Gitarren- und Gesangspartner Phillip Cope viel zu verdanken hat.

     

    Der ist ein paar Jahre Àlter und eine Art Lichtgestalt des Southern-Undergrounds. Schon in den 90ern hat er Konzert von Eyehategod und Buzzoven veranstaltet.

     

    Pleasants ist ein Road-Warrior. Zeitweise ist sie so viel auf Tour, dass sie ihre Plattensammlung in einem Container einlagert, weil sie in den USA keinen festen Wohnsitz mehr hat.

     

    Um mit der Musik ĂŒberleben zu können, hat sie schon jeden Scheißjob gemacht. Sie hat Hunde ausgefĂŒhrt, gekellnert, historische FĂŒhrungen geleitet, viktorianische HĂ€user restauriert, Badezimmer gekachelt.

     

    In den Jahren der musikalischen Pause von Kylesa hat sie sich musikalisch neu erfunden. Sie ist nach Los Angeles gezogen und hat dort The Discussion gegrĂŒndet. Mit dem Projekt lebt sie ihre Vorliebe fĂŒr Post-Punk, New-, Cold- und Dark Wave aus.

     

    Im “Soundtrack meines Lebens” mit Host Jan Schwarzkamp erlĂ€utert Pleasants, was sie als Teenagerin gehört hat, was ihr Songwriting fĂŒr The Discussion beeinflusst hat und fasst die Geschichte und das Comeback von Kylesa zusammen.

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  • Humorvoll, selbstironisch und manchmal unglĂ€ubig blickt Jan Plewka, unter anderem SĂ€nger von Selig, in “Der Soundtrack meines Lebens” auf sein bewegtes musikalisches Leben zurĂŒck.

     

    Als Jan Plewka im schwarz/weißen Musikvideo zu “Ohne dich” im kleinen, einmotorigen Flugzeug sitzt und auf einem Feld im angedeuteten Grab steht, lernt die Generation MTVIVA die Band Selig kennen. Sie sind Hamburgs Antwort auf Grunge und die Black Crowes.

     

    Der melancholische Song stammt von Seligs namenlosem DebĂŒtalbum von 1994. Es ist nicht die erste Band ihres SĂ€ngers Jan Plewka.

     

    Der kleine Jan, im Oktober 1970 geboren, wĂ€chst in Ahrensburg auf und hat bereits in der Grundschule seine erste Band, inspiriert von 50s-Revival-Rocker Shakin’ Stevens. Instrumente finanziert sich die Band, indem Plewka und die Boys als Synchronsprecher fĂŒr die “Sesamstraße” arbeiten.

     

    Noch im Teenager-Alter landet er in den Bands Matsch und Boss Barnes. Zu der Zeit gelingt es Plewka auch mit List, sein erstes richtiges Konzert zu besuchen: Depeche Mode. Mit einem abgemalten Ticket, das er gegen all sein Taschengeld auf dem Schwarzmarkt in ein richtiges umtauscht.

     

    Schon mit Anfang 20 heiratet er eine Schwedin, grĂŒndet nach dem Zivi die Band Selig. Die landet direkt beim Majorlabel Epic.

     

    Seligs Sound: eine Art WeiterfĂŒhrung des Rocks von Ton Steine Scherben mit einem Schuss Grunge und Pop. Drei Alben entstehen zwischen 1994 und 1997.

     

    Dann stĂŒrzt Plewka ab. Zieht zeitweilig nach Schweden, um wieder klarzukommen.

     

    2002 veröffentlicht er sein SolodebĂŒt “Zuhause, da war ich schon”. 2003 ist er Teil des Trios Zinoba, mit denen ein Album entsteht. 2004 formt er das Trio Tempeau.

     

    Seit 2005 tritt er wiederholt mit dem Songkatalog von Rio Reiser auf, schÀtzungsweise nicht von ungefÀhr, denn seine Stimme erinnert an den legendÀren SÀnger von Ton Steine Scherben.

     

    Plewka ist jetzt rechtmĂ€ĂŸiger Erbverwalter und hat, das sagt er im Podcast, eine Erscheinung: Reiser gibt ihm aus dem Jenseits das Okay.

     

    Wenn Plewka nicht Musik macht, findet er immer mal die Gelegenheit, als Schauspieler in Erscheinung zu treten, im Film und am Theater. Er ist auch leidenschaftlicher Maler.

     

    JĂŒngst erschienen ist mit “Eine Art Soloalbum” Plewkas erstes Soloalbum seit 23 Jahren.

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  • Zu Gast in dieser Episode von „Der Soundtrack meines Lebens“ ist Heike Makatsch.

     

    Sie kommt in der Stadt zur Welt, die eine wichtige Hochburg der deutschen Punk- und Krautrock-Geschichte ist: DĂŒsseldorf. Und zwar 1971.

     

    Ihr Vater ist Eishockey-Nationaltorwart, ihre Mutter ist Grundschullehrerin. Nach dem Abi studiert sie vier Semester, beginnt eine Ausbildung zur Schneiderin und landet 1993 beim Musiksender VIVA.

     

    Dort moderiert sie verschiedene Formate und gehört zur ersten Moderator*innen-Generation des Kölner Musiksenders.

     

    1996 gibt sie in Detlev Bucks Komödie „MĂ€nnerpension“ ihr DebĂŒt als Schauspielerin. Und SĂ€ngerin. Seitdem war sie in einer Vielzahl von, teils sogar internationalen, Film- und TV-Produktionen zu sehen. Etwa als Margarete Steiff und Hildegard Knef.

     

    Da Makatsch mit einer unverkennbaren Stimme gesegnet ist, arbeitet sie lĂ€ngst auch als Synchronsprecherin und liest HörbĂŒcher ein. Mal abgesehen davon hat sie immer wieder kleinere Auftritte als SĂ€ngerin absolviert.

     

    Aktuell ist Makatsch in der deutschen Disney-Plus-Serie „Call My Agent – Berlin“ zu sehen. Dort spielt sie: sich selbst. Das passt. Immerhin lebt Makatsch mit Partner und drei Töchtern in Mitte/Prenzlauer Berg.

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  • Zu Gast in dieser Episode von „Der Soundtrack meines Lebens“ ist Curtis Harding.

     

    Harding kommt als Sohn einer Gospel-SÀngerin und eines 27 Jahre Àlteren Mechanikers im Juni 1979 in Saginaw, Michigan zur Welt.

     

    Die Familie ist rastlos. Mit drei Jahren zieht er nach Arizona, spĂ€ter nach Kalifornien, Texas und so weiter, bis die Familie mit Hardings fĂŒnf Geschwistern in Atlanta, Georgia sesshaft wird. Da ist er bereits im Teenager-Alter.

     

    Der sportinteressierte junge Mann unterstĂŒtzt seine Mutter als Backing-Singer, wenn sie in Kirchen und Obdachlosenheimen auftritt.

     

    Erst seine Schwester, eine Amateur-Rapperin, eröffnet ihm die Welt der sÀkularen Musik.

     

    In den frĂŒhen 2000ern wird Harding selbst Rapper und Teil der HipHop-Gruppe Proseed. Er trifft auf SĂ€nger CeeLo Green, der Harding als Backing-Singer engagiert. Die beiden bleiben sich fĂŒr die kommenden zehn Jahre treu.

     

    2008 zieht Harding nach Toronto. Er kauft sich eine Gitarre, beginnt Songs zu schreiben. 2009 zieht er zurĂŒck nach Atlanta, grĂŒndet mit Mitgliedern der Black Lips und Night Beats das garage-rockige Soul-Projekt Night Sun.

     

    Ab 2013 betritt er Solopfade, veröffentlicht 2014 sein DebĂŒtalbum „Soul Power“. Mit „Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt“ hat er zuletzt sein viertes Album vorgestellt, bei dem er zum zweiten Mal auch als Produzent verantwortlich ist. Harding besitzt das Talent, klassischen Soul und R’n’B mit Gospel, Psychedelia und Rock zu vereinen.

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  • Zu Gast in dieser Episode von „Der Soundtrack meines Lebens“ ist Simon Neil, der am 31. August 1979 im schottischen Irvine geboren ist.

     

    Mit 15 grĂŒndet er die Band Skrewfish zusammen mit Schlagzeuger Ben Johnston und einem dritten Typen, der aber bald aussteigt. Also steigt Bens Zwillingsbruder James als Bassist ein. Biffy Clyro sind geboren.

     

    1998 nehmen sie zwei Demos auf, 2002 kommt endlich das erste Album zwischen komplexem, progressivem Alternative Rock, Post-Hardcore und Emo. Die Band wird ĂŒber die Jahre immer dynamischer, bombastischer, erfolgreicher. Neil etabliert sich frĂŒh als charismatischer Frontmann ohne T-Shirt, der in seinen Texten emotional tiefe Einblicke gewĂ€hrt.

     

    Mit „Futique“ haben Biffy Clyro kĂŒrzlich ihr zehntes Album veröffentlicht. Mittlerweile hat sich mehr Pop im Sound breitgemacht, mehr Streicher, grĂ¶ĂŸere Arrangements und auch Elektronik.

     

    Da Neils KreativitĂ€t jedoch mit Biffy Clyro nicht ausgeschöpft ist, ruft er mit einem Freund das poppige Projekt Marmaduke Duke ins Leben. Solo tĂŒftelt er als ZZC an instrumentalen, experimentellen Songs.

     

    Und mit Empire State Bastard grĂŒndet er mit dem talentierten Kollegen Mike Vennart, der live bei Biffy Clyro die zweite Gitarre spielt, Empire State Bastard, eine ziemlich abgefahrene Metal-Band.

     

    2008 heiratet Neil seine Frau Francesca. Die beiden leben an der SĂŒdwest-KĂŒste Schottlands in Ayr.

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  • Zu Gast in dieser Episode von „Der Soundtrack meines Lebens“ ist Gero Ivers, den meisten wohl besser bekannt als Stumpen, SĂ€nger von Knorkator.

     

    Ivers, der damals noch Beulshausen mit Nachnamen heißt, wird im August 1964 in Berlin-Köpenick geboren.

     

    Als Kind geht er auf die Musikschule, bekommt Klavier- und Geigenunterricht. Vor allem ist er aber SĂ€nger. Schon mit 14 tritt er an der Staatsoper Berlin auf.

     

    Mit dem Stimmbruch Ă€ndert sich der musikalische Schwerpunkt hin zur Rock und Pop. Vom Komitee fĂŒr Unterhaltungskunst erhĂ€lt er 1980 sogar seinen Musiker Berufsausweis und darf in der DDR touren.

     

    Allerdings kommt ab 1984 der Wehrdienst dazwischen. Immerhin reicht die Kohle im Anschluss fĂŒr eine Butze in der Plattenbausiedlung des Allende-Viertels.

     

    Die Bands, in denen er in den 80ern spielt, heißen Die Amateure, Knautschzone, Beulshausen und Funkreich. Mit letzteren tritt Ivers als SĂ€nger sogar im Berliner Fernsehen auf.

     

    Einer der Musiker von Funkreich ist Alexander Thomas alias Alf Ator. Mit ihm grĂŒndet Ivers 1994/95 die Band Knorkator. 1998 veröffentlichen sie das DebĂŒt „The Schlechtest Of“, dem bis 2022 zehn weitere folgen. Mit „Weltherrschaft fĂŒr alle!“ ist im September zum 30-jĂ€hrigen Band-JubilĂ€um das zwölfte Album erschienen.

     

    Der vor nervöser Energie sprĂŒhende und fĂŒr flĂ€chendeckende Tattoos, luftige Outfits und seine BĂŒhnenakrobatik berĂŒchtigte Ivers lebt mit Frau, Sohn und Tochter in Berlin-Friedrichshagen.

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  • Dirk von Lotzow stammt aus Offenburg im SĂŒdwesten Baden-WĂŒrttembergs. Dort wird er im MĂ€rz 1971 geboren.

    Nach diversen SchĂŒlerbands und dem Abi zieht er 1992 nach Hamburg um. Er will Rechtswissenschaften studieren. Oder zumindest schreibt er sich dafĂŒr ein. Denn schon 1993 spielt er in einer Band namens Tocotronic.

    Das Trio veröffentlicht 1995 gleich zwei Alben, voll mit kurzen, punkigen Indierock-Songs. Es ist der Anfang einer stabilen Band-Karriere, in der Tocotronic neben Blumfeld und Die Sterne zu den wohl populÀrsten Vertretern der sogenannten Hamburger Schule werden.

    Mit dem sechsten, nur „Tocotronic“ betitelten Album wird die Band, so fies es auch klingt: erwachsen. Die Texte sind jetzt weniger parolenhaft, dafĂŒr abstrakter, poetischer, introspektiver. Auf dem Nachfolger „Pure Vernunft darf niemals siegen“ wĂ€chst die Band mit dem amerikanischen Gitarristen Rick McPhail zum Quartett an. Mit „Golden Years“ ist im Februar 2025 das mittlerweile 14. Album erschienen.

    Nebenbei hat von Lowtzow mit Kollege Thies Mynther das eher elektronische Projekt Phantom/Ghost ins Leben gerufen und auch damit zwischen 2001 und 2012 fĂŒnf Alben veröffentlicht.

    Seine prĂ€gnante, sonor-warme Stimme ist zudem immer wieder in Songs anderen Bands und KĂŒnstler*innen zu hören. Etwa bei den Beatsteaks und Fatoni, Frittenbude und Max Herre, Fehlfarben und Dendemann.

    Sein eigenes Leben und die Zeit mit Tocotronic hat er in den BĂŒchern „Dekade“ und „Aus dem Dachsbau“ verarbeitet. Er schreibt außerdem fĂŒr die Zeitschrift „Texte zur Kunst“.

    Von Lowtzow ist ĂŒbrigens schon 2003 weiter nach Berlin gezogen. Hier lebt er mit der Kamerafrau Jutta Pohlmann zusammen.

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  • Seine Kindheit verlebt Scott Hill gut behĂŒtet in San Clemente, im kalifornischen Orange County. Seine Eltern gehören zum gehobenen Mittelstand – und so mangelt es der Familie an nichts. Hinterm Haus erstreckt sich der Ozean. Surfen gehört zum Alltag.

    Scott Hill wĂ€chst mit Classic Rock auf, entdeckt Ende der 70er Punk fĂŒr sich und grĂŒndet Mitte der 80er seine erste Band. Virulence spielen Hardcore-Punk. 1986 nehmen sie ihr Demotape auf. Als 1989 das erste Album kommt, sind die Songs wesentlich lĂ€nger und langsamer.

    Etwa ein Jahr spĂ€ter formt die Band sich um, nennt sich Fu Manchu. Sie kreuzen Black Flag und Black Sabbath und erfinden – parallel zu Sleep, Kyuss und Monster Magnet – das, was man heute gemeinhin Stoner Rock nennt.

    1990 erscheint die erste Seven-Inch von Fu Manchu, 1994 das erste Album „No One Rides For Free“. Elf weitere folgen. In den Songs geht es um B-Movies und Muscle Cars, Science Fiction, Skate- und Surf-Kultur.

    Seit 2007 betreibt Hill mit der Band das Label At The Dojo, das sich ausschließlich um die Vinyl-Auflagen der Band kĂŒmmert. Dort ist im Juni 2024 auch das zwölfte Album von Fu Manchu erschienen. „The Return Of Tomorrow“ ist das erste als Doppel-LP angelegte Album und zeigt die Band halbwegs experimentierfreudig.

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