Afleveringen

  • In der vierten und letzten Folge meiner Biennale-Reihe ziehe ich eine persönliche Bilanz der Biennale Venedig 2026. Nach mehreren Tagen zwischen Giardini, Arsenale und nationalen Pavillons stellt sich die Frage: Welche Kunstwerke bleiben tatsĂ€chlich in Erinnerung – und welche leben vor allem von Theorie, Moral und Aufmerksamkeit?

    Ich spreche ĂŒber den deutschen Pavillon mit seiner intensiven Selbstreflexion ĂŒber Ostdeutschland, Erinnerung und IdentitĂ€t, den österreichischen Pavillon zwischen Performance, Spektakel und Voyeurismus sowie ĂŒber BeitrĂ€ge aus Irland, Guatemala und Japan. Dabei geht es auch um die Frage, welche Formen von Leid und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit in der Gegenwartskunst sichtbar gemacht werden – und welche oft unsichtbar bleiben.

    Gleichzeitig stelle ich zwei meiner persönlichen Entdeckungen der Biennale vor: Nick Cave und Lee Ufan. Ihre Arbeiten wirkten auf mich gerade deshalb so stark, weil sie nicht stÀndig erklÀren, moralisieren oder provozieren, sondern zunÀchst eine unmittelbare emotionale Erfahrung ermöglichen.

    Diese Episode ist keine kunsthistorische Analyse, sondern der persönliche Blick eines Besuchers auf eine Biennale zwischen politischem Anspruch, kultureller Selbstvergewisserung und echter kĂŒnstlerischer Wirkung. Was sagt die Biennale 2026 ĂŒber unsere Gegenwart aus? Wo ĂŒberzeugt die Kunst? Wo verliert sie sich in Theorie und Eventcharakter? Und warum bleiben manchmal ausgerechnet die leisesten Arbeiten am lĂ€ngsten im GedĂ€chtnis?

    Eine kritische Abschlussbetrachtung zur Biennale Venedig 2026 und zur Frage, welche Rolle Kunst in einer zunehmend polarisierten und reizĂŒberfluteten Welt noch spielen kann.

    Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und ThemenwĂŒnsche: [email protected] – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

  • Das Organisationsprinzip der Biennale Venedig stammt aus dem 19. Jahrhundert: Staaten reprĂ€sentieren sich ĂŒber Kunst, in eigenen Pavillons, unter eigener Flagge. In dieser dritten Folge der Serie steht genau dieses Modell unter Beobachtung — nicht als Anklage, sondern als Strukturfrage.

    Denn die KĂŒnstler auf dieser Biennale arbeiten mehrheitlich lĂ€nderĂŒbergreifend, leben zwischen Kontinenten, beschĂ€ftigen sich mit Diaspora, Grenzverschiebungen und kulturellen IdentitĂ€ten, die sich nie sauber in Nationalstaaten haben einordnen lassen. Belarus zeigt den Extremfall: kein offizieller Pavillon, stattdessen eine Exil-Ausstellung ĂŒber staatliche Kontrolle und Überwachung. Pakistan und Punjab zeigen, dass historische KulturrĂ€ume nationale Grenzen grundsĂ€tzlich ĂŒberschreiten. Moldawien, der ukrainische Hirsch auf der Flucht, Boettis gestrickte Weltkarten mit Staaten, die lĂ€ngst nicht mehr existieren — ĂŒberall taucht dieselbe Frage auf: Wie stabil sind politische Ordnungen ĂŒberhaupt?

    Laurie Anderson bringt es auf den Punkt: Die eigentliche Krise ist keine Faktenkrise, sondern eine Geschichtenkrise. Gesellschaften leben in konkurrierenden ErzĂ€hlungen ĂŒber Nation, Zukunft und IdentitĂ€t. Die Biennale macht das sichtbar — ob sie will oder nicht.

    Themen dieser Folge: Biennale Venedig 2026 · nationale Pavillons · Belarus · Ukraine · Moldawien · Punjab · Alighiero Boetti · Laurie Anderson · Geopolitik · kulturelle IdentitÀt · Kunstpodcast · Gegenwartskunst

    Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und ThemenwĂŒnsche: [email protected] – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

  • Die Biennale Venedig 2026 ist zu groß fĂŒr eine Folge – deshalb beginne ich mit der Hauptausstellung. Kuratorin Koyo Kouoh hat eine Ausstellung hinterlassen, die Europa konsequent von außen betrachtet: Kolonialgeschichte, Rohstoffausbeutung, Migration und kulturelle Macht werden ĂŒberwiegend von KĂŒnstlern aus Afrika, der Karibik, SĂŒdamerika und Indonesien erzĂ€hlt. Das Ergebnis ist weniger eine Kunstschau als eine geopolitische Bestandsaufnahme – in vergleichsweise ruhigem Tonfall, mit Themen, die alles andere als ruhig sind. In dieser Folge: Johannes Phokela zu Kolonialismus und niederlĂ€ndischer Handelsmacht, der Kongo-Pavillon zu Kupfer und digitaler Lieferkette, Michael Armitage, Ayrson HerĂĄclito und die Frage, ob Kouohs Konzept der „Minor Keys" aufgeht.

    Wenn Ihnen diese Einordnung etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und ThemenwĂŒnsche: [email protected] – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

  • Die Biennale Venedig ist keine normale Kunstausstellung – sie ist ein logistisches Experiment. Wer unvorbereitet hinfĂ€hrt, verliert schnell Zeit, Geld und Nerven. In dieser Folge geht es deshalb nicht um Kunst, sondern ums Überleben: Wann ist der richtige Zeitpunkt? Lido oder Venedig? Nachtzug oder Flieger? Wie funktioniert das Vaporetto-System, wo umgeht man die Warteschlangen, und warum sollte man mindestens die HĂ€lfte der Zeit außerhalb von Giardini und Arsenale einplanen? Meine persönlichen Insider-Tipps fĂŒr alle, die 2026 zur Biennale fahren – oder es ernsthaft vorhaben.

    Wenn Ihnen diese Folge etwas gebracht hat: Abonnieren Sie den Podcast, hinterlassen Sie eine Bewertung und geben Sie die Episode weiter – damit erreichen solche Inhalte mehr Menschen. Fragen und ThemenwĂŒnsche: [email protected] – weitere Informationen unter haraldschmidt.online/podcast

  • Kaum ein MĂ€rchen beschreibt die Gegenwart so prĂ€zise wie Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“. Nicht mehr nur als Geschichte ĂŒber Gier, sondern als Parabel ĂŒber Selbstoptimierung, emotionale VerhĂ€rtung und die Ökonomisierung des Menschen.

    In dieser ersten Episode von KUNST UND GEGENWART analysiert Harald Schmidt die Ausstellung „Das kalte Herz“ im Kunstmuseum Stuttgart — und erklĂ€rt, warum sie aus seiner Sicht das philosophische und gesellschaftliche Potential des Stoffes weitgehend verfehlt.

    Es geht um soziale Medien, Plattformlogik, technologische Entfremdung, algorithmische Sichtbarkeit und die Frage, was vom Menschen ĂŒbrig bleibt, wenn Effizienz wichtiger wird als Verletzlichkeit.

    KUNST UND GEGENWART versteht Kunst nicht primÀr als Dekoration oder Kunstbetrieb, sondern als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen.

    Weitere Informationen: haraldschmidt.online