Afleveringen

  • Gäst*innen: Lena Maria Kesting, Doktorandin an der Ruhr-Universität Bochum (dritte Phase der Lehrer*innenbildung), langjährige Lehrkraft und Lernbegleiterin an der Heliosschule Köln · Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken

    Host: Petra Franke, System-Change-Team beWirken

    Was würde sich ändern, wenn Zehntausende zusätzliche Lehrkräfte ins System kämen? Weniger, als viele denken. Zum Diskurspapier „Mehr als die Lehrkraft" sprechen Lena Maria Kesting und Judith Holle darüber, warum die Frage nicht „Wie viele Lehrkräfte?" lautet, sondern „Welche Rollen, Strukturen und Lernprozesse braucht gute Schule?". Lena bringt die Praxis- und Forschungsperspektive ein, Judith die der Organisationsentwicklung. Ein Gespräch über Rollendiversität, Lernarchitektur und den Weg von der Versorgungs- zur Wirkungssteuerung.

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    Kernthema

    Nicht mehr Personal in alten Strukturen, sondern andere Rollen, andere Lernformate und eine wirkungsorientierte Steuerung machen Schule zukunftsfähig.

    Warum mehr Lehrkräfte allein nichts lösen

    Neue Lehrkräfte werden in bestehende Strukturen eingenordet – ihre Kompetenzen (gerade bei Quereinsteiger*innen) kaum systematisch genutzt.Mehr Personal in gleicher Struktur mildert Symptome, verändert die Frage der Wirksamkeit aber nicht.Muss wirklich jede Person die Unterrichtsversorgung sicherstellen? Aufgaben lassen sich auf mehr Schultern verteilen.

    Individuum und Struktur zusammendenken

    Haltung und Kompetenz einzelner Menschen und die Strukturen bedingen einander – das eine ohne das andere verpufft.Engagierte Einzelne zerschellen oft an Strukturen; neue Strukturen greifen nicht ohne passende Haltung.Change gelingt nur, wenn beide Ebenen parallel bearbeitet werden.

    Rollendiversität: Schule als Organisation denken

    Andere Organisationen halten für ihren Kernprozess breite Rollenvielfalt vor – Schule besetzt fast alles mit Lehrkräften.Recht, Organisationsentwicklung, IT, Sozialpädagogik laufen „nebenbei mit", oft ohne Zeit und Qualifikation.Der Lernprozess ist der Kern der Schule – und braucht ein durchdachtes Rollengefüge.

    Lernarchitektur statt einzelner Formate

    Es reicht nicht, Fachunterricht in eine selbstgesteuerte Lernzeit umzuetikettieren.Lernarchitektur meint das geplante Zusammenspiel vielfältiger Erfahrungsräume – mit Balance aus Autonomie und Struktur.Wissensvermittlung tritt zurück zugunsten überfachlicher Kompetenzen; die Logik verschiebt sich zur Wissensaneignung.

    Von der Versorgungs- zur Wirkungssteuerung

    Das System steuert Unterrichtsversorgung (Input), nicht Wirkung (Outcome).Nötig sind gesellschaftlich definierte Wirkungsziele – jenseits von Noten, inklusive Chancengerechtigkeit und Wohlbefinden.Hebel Ausbildung: weg von der reinen Fächerlogik, erste und dritte Phase verzahnen, Unis für Praxispartner öffnen.

    Was Mut macht

    Diskurs und Entscheidungsträger*innen richten den Blick zunehmend auf Wirkung statt nur Versorgung.Die „Bubble" wächst und erreicht immer mehr Akteur*innen, die wirksame Entscheidungen treffen können.Forschung wird sichtbarer, Pionier*innen vernetzen sich – auf dem Weg zu einem Kipppunkt.

    Zitat der Folge

    „Wenn ich Lehrkraft bin, dann heißt das ich und mein Unterricht."— Judith Holle

    Weiterführende Links & Ressourcen

    Diskurspapier & Executive Summary „Mehr als die Lehrkraft": https://bewirken.org/rolle-der-lehrkraft/Zukunftsforum Lernbegleitung: https://bewirken.org/zukunftsforum/Podcast von Lena Maria Kesting „die lernbegleiterin feat. #insidePSE": https://open.spotify.com/show/7769FBUvHjJ7YEz1xIOOtZLena Maria Kesting auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lenamkesting/Judith Holle auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/judith-holle-872494191/

    Für wen ist diese Folge?

    Für Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulaufsicht, Bildungspolitik, Lehrer*innenbildung und alle, die Schule strukturell weiterdenken wollen – über einzelnes Engagement und mehr Personal hinaus.

  • **„Eine Schulaufsicht für 28 Schulen – und kaum Zeit: Wie Cluster Steuerung wieder wirksam machen – mit Prof. Dr. Anne Sliwka"**

    Gast: Prof. Dr. Anne Sliwka, Professorin für Bildungswissenschaft, Universität Heidelberg

    Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken

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    Das erwartet dich in dieser Episode: Anne Sliwka forscht an der Universität Heidelberg zu Schul- und Schulsystementwicklung im internationalen Vergleich. In dieser Folge geht es eine Ebene über den Klassenraum hinaus – auf die Steuerungsebene des Schulsystems. Für Schulleitung, Schulaufsicht und Bildungspolitik: Wie kann sich ein ganzes System fortlaufend weiterentwickeln, statt von Projekt zu Projekt zu springen? Wie wird aus einer Schulaufsicht, die für 28 Schulen zuständig ist und sie nur punktuell erreicht, eine wirksame Gestaltungsebene? Ein Gespräch über die „Mitte" des Systems, Schulfamilien, verteilte Verantwortung und datengestützte Steuerung.

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    **Kernthema**

    Vom verwaltenden zum lernenden Schulsystem: kontinuierliche, datengestützte Entwicklung über alle Steuerungsebenen hinweg – statt befristeter Projekte.

    **Wandel dritter Ordnung statt „Projektitis"**

    - Inkrementeller Wandel in befristeten Projekten reißt immer wieder ab und kommt nie in die Fläche.

    - International lernen Systeme stattdessen zyklisch: fortlaufend, datenbasiert, unabhängig von Projektfinanzierung.

    **Leading from the Middle – die mittlere Ebene als Motor**

    - Eine Schulaufsicht für rund 28 Schulen erreicht jede Schule nur punktuell – Cluster machen Steuerung wieder wirksam.

    - Schulen schließen sich zu „Families of Schools" (Kanada) bzw. „Clustern" (Singapur) zusammen – typischerweise 8 bis 12 Schulen, eng begleitet durch die Schulaufsicht.

    **Verteilte Verantwortung und vernetzte Autonomie**

    - Schulaufsicht verantwortet, dass keine Schule stillsteht; Schulleitung verantwortet die Entwicklung der eigenen Schule; Lehrkräfte übernehmen verteilte Führung.

    **Klare gemeinsame Ziele: der Zieldreiklang (aus Kanada, auch in Australien adaptiert)**

    - Kompetenz- und Leistungsentwicklung: alle erreichen Mindeststandards, möglichst viele Regel- und Optimalstandards.

    - Chancengerechtigkeit: Entkopplung von sozioökonomischer Herkunft und Schulerfolg, ungleiche Ausstattung zugunsten benachteiligter Standorte.

    - Wohlbefinden und Persönlichkeitsentwicklung: mentale Gesundheit datenbasiert (Surveys) in den Blick nehmen.

    **Datengestützte Steuerung, die entlastet statt belastet**

    - Das System bereitet Daten nutzerfreundlich auf (Dashboards, Farbcodierung, Echtzeit), damit Schulen möglichst wenig Aufwand haben.

    **Was daraus in der Einzelschule konkret folgt**

    - Lernbänder und flexibles Gruppieren (auch jahrgangsübergreifend), z. B. in Mathematik – über 40 Prozent langweilen sich im Matheunterricht.

    - Voraussetzung: kooperative Professionalität und verbindliche Teamzeiten – der Beruf wird vom Einzelkämpfer- zum Gemeinschaftsberuf.

    **Wie der Einstieg gelingt – und was Mut macht**

    - Einstieg über Freiwillige und Capacity Building statt Top-down-Verordnung; erst erproben, auswerten, dann in die Fläche (Kaskadenlogik).

    - Co-Learn / Wir.Lernen: Keine der begleiteten Schulfamilien hat in drei Jahren aufgehört zusammenzuarbeiten.

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    **Zitat der Folge**

    > „Man darf die Führung nicht den Führungskräften überlassen."

    > — Prof. Dr. Anne Sliwka (sinngemäß nach Michael Fullan: „jeder Mensch ist ein Change Agent, da wo er steht")

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    **Weiterführende Links**

    - Prof. Dr. Anne Sliwka – Universität Heidelberg: https://www.ibw.uni-heidelberg.de/de/institut/personen/prof-dr-anne-sliwka

    - Michael Fullan – Schulentwicklungsforscher, „Leadership from the Middle": https://michaelfullan.ca/leadership-from-the-middle-a-system-strategy/

    - Co-Learn / Wir.Lernen – Robert Bosch Stiftung (Baden-Württemberg & Schleswig-Holstein): https://www.bosch-stiftung.de/de/projekt/wirlernen

    - Anne Sliwka & Britta Klopsch: „Das lernende Schulsystem“ ISBN 978-3-407-63322-4

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  • Mutmacher Schule – der Podcast zum Lernkulturwandel

    Staffel 2, Folge 8 | 19.Mai 2026

    „Du musst nicht alles wissen: Warum das der wichtigste Satz über KI und Schule ist – mit Max Mundhenke"

    Gast: Max Mundhenke, KI-Berater, Creative Technologist und Gründer

    Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken

    Das erwartet dich in dieser Episode

    KI verändert nicht nur, wie wir arbeiten – sie verändert, wie wir lernen, was wir glauben und wie wir Wahrheit verstehen. Max Mundhenke ist KI-Berater, Creative Technologist und Bildungsexperimentator. Er baut Chatbots, entwickelt kreative KI-Projekte für Schulen – und bringt dabei immer die gesellschaftliche Dimension mit. Im Gespräch mit Judith Holle teilt er seine Einschätzungen darüber, was KI mit Bildung macht, warum Medienkompetenz heute wichtiger ist denn je – und wie Lernen mit KI wirklich gelingen kann.

    Diese Folge steckt voller Begriffe, die im Schulalltag immer öfter auftauchen – von Datenminimalismus bis AI Policy. Wir haben die 26 wichtigsten davon in einem kompakten Glossar für Bildung & Schule zusammengestellt – als praktisches Nachschlagewerk.📚

    Kostenlos herunterladen: https://bewirken.org/ki-glossar/

    Kernthemen

    Föderalismus als Bildungsproblem

    · 16 Bundesländer, 16 Bildungssysteme – und strukturelle Chancenungleichheit

    · Warum unterschiedliche Abiturbedingungen unfair sind

    KI und Individualisierung: Die große Chance

    · Wie individualisiertes Lernen durch KI möglich wird

    · Multilinguales Lernen und Barrierefreiheit als konkrete Vorteile

    · Von YouTube-Erklärer*innen zu KI-Tutor*innen: Was Max selbst erlebt hat

    Technostress und der richtige Umgang mit Tempo

    · Was „Technostress" bedeutet – und warum wir Erwartungshaltungen anpassen müssen

    · Niemand muss alles wissen: Selbst Expert*innen kommen nicht mehr hinterher

    · Fokussierung statt Überforderung – für Lehrkräfte und Schüler*innen gleichermaßen

    KI in Schulen: Was wirklich passiert

    · Schüler*innen nutzen KI für Hausaufgaben – und wie man das sinnvoll begleitet

    · Datenschutz als erste KI-Kompetenz: Datenminimalismus praktisch erklärt

    · Warum klassische Prüfungsleistungen in Zeiten von KI neu gedacht werden müssen

    Kreative Ansätze im Unterricht

    · Bilder manipulieren, Schulwege der Zukunft gestalten: KI als kreativer Spiegel

    · Ein Kriegstagebuch als Chatbot – wie Geschichte lebendig wird

    · Warum KI-Lernen über Kreativität und nicht über Texte gelingt

    Medienkompetenz und Wahrheit

    · KI-Output wird kaum angezweifelt – und das ist ein Problem

    · Wo entsteht Wahrheit, wenn alles KI-Content sein kann?

    · Was Schulen von der Medienpädagogik lernen müssen

    Learnings aus der Unternehmenswelt für Schulen

    · Wie Unternehmen mit KI-Ängsten umgehen – und was Schulen davon übernehmen können

    · AI Policies als Orientierung, Literacy statt Überforderung

    · Step by Step statt alles auf einmal

    Verantwortung und Selbstbestimmung

    · Mehr Eigenverantwortung an Schüler*innen abgeben – mit KI als Befähiger

    · Was ein Mathe-Lehrer namens Herr Schneemann früh richtig gemacht hat

    · KI als Hilfe zur Selbsthilfe: Wenn Motivation der entscheidende Faktor ist

    Gemeinschaft und Soziales dürfen nicht verloren gehen

    · KI individualisiert – aber Schule ist auch Sozialraum

    · Die Lehrkraft der Zukunft: Technische Kompetenz, soziale Begleitung, menschliche Präsenz

    Zitat der Folge

    „KI ist eine Technologie, die sich im Grunde selbst erklärt. Du kannst morgen bei ChatGPT sagen: Erklär mir bitte, wie KI funktioniert. Und ChatGPT wird dir erklären, wie KI funktioniert. Das finde ich einfach eine unfassbar tolle Technologie."

    — Max Mundhenke

    Weiterführende Links & Ressourcen

    · Bundestagswahl.ai – Wahlprogrammevisualisiert mit KI (Projekt von Max Mundhenke)

    · Podcast „Kollegin KI“mit Bob Blume (im Gespräch erwähnt)

  • Gast: Joscha Falck, Lehrer, Autor, Fortbildner, Schulentwicklungsbegleiter und Keynote-Speaker

    Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken

    KI und Schule – kaum ein Thema wird gerade so heiß diskutiert. Aber wie sieht der Einsatz von KI im Unterricht wirklich aus? Joscha Falck ist Mittelschullehrer in Bayern und hat sich tief in die Praxis vorgearbeitet: mit didaktisch designten Chatbots, adaptiven Lernsystemen und einem KI-Kompetenzmodell, das er gemeinsam mit Kolleg*innen aus der Praxis für die Praxis entwickelt hat. Im Gespräch mit Judith Holle teilt er ehrliche Einblicke – was funktioniert, was stört, und warum die entscheidenden Fragen rund um KI immer wieder dieselben sind: Wie gestalten wir gutes Lernen? Und welche Rolle spielen Lehrende dabei?

    Kernthemen:

    Was Schule verlernen darf

    Die „Erlösungserwartung": Auf Lösungen von oben wartenSchulen, die selbst loslaufen, machen die bessere ErfahrungMut und Gestaltungsperspektive als entscheidende Faktoren

    Das Fünf-Dimensionen-Modell: Lernen mit, über, durch, trotz und ohne KI

    Orientierungsrahmen für SchulenNicht technologisch, sondern didaktisch-pädagogisch gedacht

    KI und Motivation: Werden Schüler*innen faul?

    Die Lähmung ist viel seltener als befürchtet„Werkstolz" (Gabi Reinmann): Schüler*innen wollen eigene Leistung zeigenWenn Schüler*innen Aufgaben einfach in die KI werfen – ist das auch eine Rückmeldung über die Aufgabenqualität

    Das KI-Kompetenzmodell für Lehrende und Lernende

    Vier Bereiche: Verstehen, Anwenden, Reflektieren, MitgestaltenEntwickelt mit Susanne Alles, Regina Schulz und Manuel FlickAI Leadership als übergeordnete Kompetenz

    KI konkret im Unterricht

    Adaptive Lernsysteme (FrontRead, BetterMarks) für DifferenzierungFellowFish als KI-Feedback-System für SchreibaufgabenDidaktisch designte Chatbots über fobizz und telli

    Wann KI wirkt – und wann sie stört

    Wirksam: individuelles Üben, direktes Feedback, klar definierte SzenarienEher hinderlich: kooperative Settings, Gruppenarbeiten mit Diskussionsauftrag

    Die Rolle der Lehrkraft im Wandel

    Vom Wissensvermittler zur Lerndesigner*inLeitfrage: Was braucht ein Kind, um gut lernen zu können?

    Wie KI schulweit verankert werden kann

    Es braucht ein Team und die Unterstützung der SchulleitungNachhaltig: KI-Konzepte, die mit einer pädagogischen Vision zusammenkommen

    Mut für alle, die noch zögern

    „Wir kochen da alle nur mit Wasser"Der Shift von Überforderung zu drei konkreten Ideen geht in Workshops erstaunlich schnell

    Weiterführende Links & Ressourcen

    KI-Kompetenzmodell (TaskCards-Board) → https://essen.taskcards.app/#/board/ba6226b4-e617-4134-8d6d-dc733dae8d9c/view?token=b490fc09-f845-4d6d-9ef7-9cc0ec548182KI-Didaktik: Planungsvorlage → https://joschafalck.de/ki-didaktik-planungsvorlage/Lernen mit KI als didaktischer Prozess → https://joschafalck.de/lernen-mit-ki/Interaktive Lernmaterialien mit KI → https://joschafalck.de/interaktive-lernmaterialien-mit-ki/Archiv 45 – KI-Agenten-Team erstellt Escape-Game → https://joschafalck.de/archiv-45/Blogparade #kAIneEntwertung → https://joschafalck.de/blogparade-kaineentwertung/Werkstolz mit KI? (Gabi Reinmann & Frank Vohle) → https://gabi-reinmann.de/wp-content/uploads/2025/08/Impact_Free_66.pdfAngebots-Nutzungs-Modell (Andreas Helmke) → https://youtu.be/-p0k-xQ01P8?si=auUT5mWpvj6V8fGBIQESonline – KI im Unterricht → https://www.iqesonline.net/bildung-digital/ki-unterricht-lernen/KI macht Schule → https://www.ki-macht-schule.de
  • Gast: AlexanderBrand, Bildungsjournalist, Lehrer an einer Hamburger Stadtteilschule, Autor desBuches Die Bildungsweltmeister
    Host: Judith Holle,Geschäftsführerin beWirken

    Was machenSchulen in Estland, Finnland, Japan und Singapur anders – und was davon lässtsich auf Deutschland übertragen? Alexander Brand hat über 30 Schulen in denPISA-Spitzenländern besucht, mit Lehrkräften gesprochen und ein Buch darübergeschrieben. Im Gespräch mit Judith Holle teilt er seine ehrlichstenErkenntnisse: Was wirklich funktioniert, wo die Grenzen der Übertragbarkeitliegen – und warum Bildung immer im kulturellen Kontext gedacht werden muss.

    Das erwartet dich in dieser Episode:

    Schule im internationalen Vergleich

    PISA misst nicht alles – Werte, Empathie und Demokratiebildung bleiben außen vorAlexanders Kernthese: „Das Bewundernswerte und das Problematische eines Schulsystems entspringt oft derselben kulturellen Haltung."

    Japan & Singapur – Stärken und Kehrseiten

    Japans Kollektivismus ermöglicht gemeinsames Lernen (Lesson Study, offene Klassenzimmerwände) – birgt aber auch Gruppendruck und MobbingSingapur investiert massiv in Bildung, behandelt sie aber vor allem als wirtschaftliche Ressource

    Lehrkräfte-Professionalisierung neu denken

    Singapur: 100 Stunden Fortbildungspflicht pro Jahr, professionelle Lerngemeinschaften als fester BerufsalltagJapan: Lehrkräfte als Forschende ihres eigenen Unterrichts – gemeinsame Stunden zur UnterrichtsentwicklungFinnland: Forschungsorientierte Ausbildung an Universitätsschulen, Praxisphasen im TandemDeutschland: Nur 4 Bundesländer mit Fortbildungspflicht, Hamburg führt mit 30 Stunden/Jahr

    Karrierepfade für Lehrkräfte – das Singapur-Modell

    Drei Entwicklungspfade: Führung, Fachspezialisierung, DidaktikVom Teacher über Senior und Lead Teacher bis zum Master TeacherEin Modell, das den Beruf attraktiver macht – und gute Lehrkräfte im Unterricht hält

    Förderung & Heterogenität

    Leitprinzip in allen vier Ländern: Jedes Kind kann lernen – es unterscheidet sich nur die Art und Intensität der UnterstützungFinnland: Bis zu 20 % der Schülerinnen haben Anspruch auf Kleingruppenförderung durch SonderpädagoginnenEstland: Schülersprechstunden als fester Bestandteil der Lehrkräfte-ArbeitszeitSingapur: Diagnostiktests bei der Einschulung, frühe gezielte Förderung in Kleingruppen

    Estland – das unterschätzte Bildungsland

    Krasser Lehrkräftemangel, unterbezahlter Beruf – und trotzdem PISA-SpitzeStarke Lesekultur, hohe Erwartungen an alleDie Haltung dahinter: Ein kleines Land mit 1,4 Millionen Menschen kann es sich nicht leisten, jemanden zu verlieren

    Finnland – was wirklich schiefgelaufen ist

    Finnlands PISA-Absturz ist dreimal so stark wie der weltweite DurchschnittReformen wurden top-down eingeführt – ohne Lehrkräfte zu befragen, ohne Pilotierung, ohne EvidenzDie Lehre: Wer Lehrkräfte nicht einbezieht, trifft die falschen Entscheidungen

    Was Deutschland lernen kann

    Keine unumkehrbaren Schnellschüsse – Veränderung braucht ZeitPilotphasen nutzen: erst ausprobieren, dann skalierenReformen mit Lehrkräften gestalten – nicht über sie hinweg

    Weiterführende Links & Empfehlungen

    Buch von Alexander Brand: Die Bildungsweltmeister → https://www.beltz.de/sachbuch_ratgeber/produkte/details/57704-die-bildungsweltmeister.htmlLeseprobe → https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/leseproben/9783407869258_shortened.pdfExklusiver Buchauszug auf dem Deutschen Schulportal → https://deutsches-schulportal.de/unterricht/exklusiver-auszug-aus-dem-buch-die-bildungsweltmeister/Alexander Brand auf LinkedIn → https://www.linkedin.com/in/alexanderbrand1/Deutscher Verein zur Förderung der Lehrerinnen- und Lehrerfortbildung (DVLfB) → https://www.dvlfb.de

    Über den Podcast

    „MutmacherSchule" ist der Podcast von beWirken für alle, die Bildung neu denkenwollen. Judith Holle spricht mit Menschen aus Schulpraxis, Bildungsforschungund Schulverwaltung über konkrete Wege, wie Lernkulturwandel gelingt.

  • Wie du Schule veränderst, ohne auf andere zu warten: Mut zur Veränderung im eigenen Klassenzimmer – mit Leonie Feitenhansl (Kunstundstunde)

    Zu Gast: Leonie Feitenhansl, Lehrerin und Gründerin von Kunstundstunde
    Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken


    Das erwartet dich:

    Wie du als einzelne Lehrkraft Veränderung anstoßen kannst – auch ohne große Schulkonzepte. Leonie zeigt, wie praxisnaher Lernkulturwandel im Klassenraum gelingt: vom Churer Modell über Raumgestaltung bis zu Alternativen zum Arbeitsblatt. Eine Episode über Mut, Selbstwirksamkeit und die Kraft kleiner Schritte.

    Kernthemen:

    Was Schule verlernen sollte

    Vom Misstrauen zum Vertrauen in Kinder, Lehrkräfte und ProzesseNicht alle müssen dasselbe zur gleichen Zeit könnenEntwicklung ist wichtiger als Kontrolle

    Das Churer Modell – 4 Säulen für Einzelkämpfer*innen

    Raumgestaltung: Weg vom frontalen SettingInputs im Kreis: Alle in der ersten Reihe Freie Sitzplatzwahl: Kinder entscheiden nach BedürfnisDifferenzierte Lernangebote: Forscherheftchen statt Arbeitshefte

    Struktur & Freiheit

    Offenes Lernen braucht MEHR Struktur, nicht wenigerGraduierungssystem: Freiheit und Verantwortung zusammendenkenKlare Rahmen schaffen, innerhalb derer Kinder entscheiden können

    Lücken im System nutzen

    Es steht nirgendwo, wie Klassenräume aussehen müssenNormalität hinterfragen: Wo ist Routine wichtiger als Sinn?Klein anfangen: Was kann ich MORGEN verändern?

    Alternativen zum Arbeitsblatt

    Forscherheftchen: "Finde was heraus" statt "Füll mich aus"Entdeckerräume und AtelierarbeitFokus auf Prozess UND Produkt

    Das Berufsbild neu denken

    Von der Wissensvermittlerin zur LernbegleitungCoach, Mentorin, BeziehungsarbeiterinMultiprofessionell vernetzen statt alles allein stemmen

    Was macht Mut?

    Es bewegt sich etwas – langsam, aber stetigImmer mehr Lehrkräfte gestalten mit statt zu wartenKinder fordern Veränderung selbstbewusst einBildung wird öffentlich diskutiertWir sind nicht allein – Veränderung passiert jeden Tag!

    Links:

    Leonie Feitenhansl

    Website: www.kunstundstunde.deInstagram: @kunstundstundeWorkshops, Materialien & Impulse für Lehrkräfte

    Churer Modell

    Entwickelt von Reto Thöni (Schweiz)Praxisnaher Fahrplan für Einzelkämpfer*innen

    Inspiration

    Alemannenschule (Graduierungssystem)Deutscher Schulpreis-Schulen


    Für wen ist diese Episode?

    Lehrkräfte, die auch ohne große Schulkonzepte etwas verändern wollen, Einzelkämpfer*innen auf der Suche nach Selbstwirksamkeit und alle, die an die Kraft kleiner Schritte glauben.

    Dein nächster Schritt:

    Was kann ich MORGEN in meinem Klassenraum verändern?Raum umgestalten: Einen Tisch umstellen, den Kreis ausprobierenNormalität hinterfragen: Wo ist Routine wichtiger als Sinn?Lücken nutzen statt Paragrafen suchen

    #SeiDieVeränderung – denn Veränderung beginnt bei dir!

  • Gast: Jöran Muuß-Merholz – Diplom-Pädagoge, Erziehungswissenschaftler und Co-Geschäftsführer der Agentur J&K – Jöran und Konsorten

    Host: Judith Holle - Geschäftsführerin beWirken

    Das erwartet dich in dieser Folge:

    „Schule muss sich ändern" – da sind sich alle einig. Aber sobald es konkret wird, zerbricht der Konsens. Jöran Muuß-Merholz zeigt in seinem Buch „Schule 2035", wie radikal unterschiedlich Schule in zehn Jahren aussehen könnte – und warum wir genau solche konkreten Zukunftsbilder brauchen, um echte Veränderung anzustoßen.

    Von der KI-gesteuerten Lernfabrik über die digital-freie Zone bis zur radikalen Freiheitsschule – fünf Szenarien, die bewusst „Dornen" haben und zum eigenen Nachdenken anregen.

    Kernthema:

    Konkrete Zukunftsbilder statt Pseudokonsens – warum Schule 2035 in fünf sehr unterschiedlichen Szenarien denkbar ist.

    Grundlagen:

    • Pseudokonsens in der Bildungsdebatte: Alle wollen Veränderung – aber sobald es konkret wird, zerbricht der Konsens

    • Schule und Zukunft: Schule wurde erfunden, um Bewährtes weiterzugeben – nicht, um Zukunft mitzugestalten

    • Schwammige Begriffe: „Zeitgemäße Bildung", „21. Jahrhundert", „Future Skills" – alles ohne positive Vision

    • Zehn-Jahres-Horizont: 2035 ist nah genug für Handlungsfähigkeit und weit genug für echte Veränderung

    Die fünf Schulen der Zukunft:

    • Lisa-Rosa-Reformschule:

    Global vernetzte Weltverbesserer*innen, projektbasiert, SDGs, internationale Vernetzung

    • Manfred-Spitzer-Lyzeum:

    Bewusst digital-freie Zone, Fokus auf Tradition, Handwerk, Naturerfahrungen

    • LIDA-Schulen:

    KI-gesteuerte Lernfabrik mit adaptiven Algorithmen für jeden Einzelnen

    • UnSchule:

    Radikal freiheitlich in altem Einkaufszentrum – „Lern doch, was du willst!"

    • Pallas Athene Schulen:

    Globales Netzwerk – lokale Lerngemeinschaften, beste Lehrkräfte weltweit online

    Herausforderungen der Transformation:• Einzelkämpfertum verlernen: Zusammenarbeit muss Standard werden

    • Pädagogische Freiheit neu denken: Bei Digitalisierung und KI stößt sie an Grenzen

    • Vom Pseudokonsens zum konkreten Bild: Verständigung über das „Andere"

    • Möglichkeitenraum kennenlernen: Wie groß ist das Spielfeld für die nächsten zehn Jahre?

    Systemische Erkenntnisse:• Krise als Katalysator: Fast jede Schulpreisschule war zehn Jahre vorher in großer Krise

    • Vielfalt reicht nicht: Im ländlichen Raum mit nur einer Schule vor Ort hilft das nicht

    • Verbindlichkeit im Prozess: Klarer Zukunftsplan verhindert ständige Grundsatzdiskussionen

    • Konstruktive Ungeduld: Der Kreis hebt sich spiralförmig – mehr Konsens: „So geht es nicht weiter"

    Praxisimpulse:• Zukunftsbilder konkret machen – nicht bei schwammigen Worten stehen bleiben

    • Methoden kennenlernen: Im Buch zehn Methoden für Zukunftsarbeit

    • In größere Prozesse einbetten: Mehr als ein pädagogischer Tag

    • Transfer-Workshops nutzen: Sehen, wie andere es konkret umsetzen

    Weiterführende Links:

    Bücher:• Schule 2035 – Lernen nach Digitalisierung & KI• Zukunft. Eine Bedienungsanleitung• Das lernende Schulsystem

    Projekte & Initiativen:

    Open Educational Resources (OER): https://open-educational-resources.de

    OERcamp: https://www.oercamp.de

    Digitale Drehtür: https://www.digitale-drehtuer.de

    Archiv der Zukunft: https://www.archiv-der-zukunft.de

    Deutscher Schulpreis – Hospitationsprogramm: https://www.deutscher-schulpreis.de

    Schulkonzepte:

    Sudbury-Schulen: https://www.sudbury-schulen.de

    Demokratische Schule Kassel: https://www.demokratische-schule-kassel.de

    Für wen ist diese Folge?

    Für Lehrkräfte, Schulleitungen, Steuerungsgruppen, Schulentwickler*innen und alle, die konkrete Zukunftsbilder für Schule entwickeln wollen – jenseits von Pseudokonsens und schwammigen Visionen.

  • Sonderfolge: Warum mehr Lehrkräfte allein Schulenicht besser machen

    Ein Impuls von Björn Adam, Mitgründer und Leiter System Change bei beWirken

    Hier als Video-Podcast: https://youtu.be/oLXrdEMZJu4?si=EjGMq2Lvk_NHt6FC

    „Wir brauchen mehr Lehrkräfte!" – dieser Ruf hallt durch die Bildungslandschaft. Aber stimmt das wirklich? Der Lightning Talk von Björn Adam auf der Konferenz Bildung Digitalisierung am 24. September 2025 in Berlin stellte die scheinbar offensichtliche Lösung für unsere Bildungsprobleme auf den Kopf und enthüllt den Elefanten im Raum: Das Paradigma der Unterrichtsversorgung selbst ist die größte Bremse für echte Transformation.

    Kernthema: Warum 800.000 Lehrkräfte das System nicht automatisch besser machen

    Die 800.000-Lehrkräfte-Falle:

    Die Lehrkraft als Heldin: Warum wir eine einzelne Berufsgruppe mit immer mehr Erwartungen überfrachtenHattie & die Folgen: Wie die Forschung den Fokus einseitig auf die Lehrkraft gelegt hat800.000 Einzelkämpfer*innen: Können wir gute Schule wirklich erreichen, indem wir 800.000 Einzelpersonen durch Fortbildungen jagen?

    Lehrkräftemangel – Die Zahlen:

    Dramatische Prognosen: 81.000 bis 180.000 fehlende Lehrkräfte bis 2030/2035Unterschiedliche Studien: Von KMK-Prognosen bis zu pessimistischeren BerechnungenDie entscheidende Frage: Ist es wirklich ein Ressourcenproblem – oder ein Systemproblem?

    Alarmierende Bildungsergebnisse trotz hoher Ressourcen:

    12,2% Schulabbrecher*innen (EU-Definition): Deutschland auf Platz 4 in der EUNur Rumänien, Spanien und Ungarn haben höhere QuotenDie Frage dahinter: Wenn Ressourcen allein es nicht richten – was dann?

    Das falsche Paradigma: Unterrichtsversorgung

    Inputsteuerung statt Outputorientierung: Wir messen Lehrerstunden statt Lernerfolg"Lineares Fernsehen": Schule als abspulende Veranstaltung statt individueller LernprozesseDie Konsequenz: Mehr vom Gleichen führt nicht zu besseren Ergebnissen – planwirtschaftliche Logik blockiert echte Transformation

    Offene Lernformen ohne System:

    Die Gefahr: Offene Lernformen einführen, ohne die Strukturen zu ändernEinzelkämpfertum verstärkt: Noch mehr Verantwortung auf die einzelne LehrkraftWas wirklich passiert: Überforderung statt Verbesserung

    Was Schule wirklich braucht:

    Weg vom Heldentum: Raus aus dem Einzelkämpfer*innen-DenkenNeue Berufsbilder: Pädagogische Professionalität in verschiedenen Rollen – ein Berufsbild, das für Lernende und die über 800.000 Pädagog*innen mehr Potenzial entfaltetTeamstrukturen statt Kästchenlogik: Kollaborative Systeme statt isolierter UnterrichtsstundenVon der Unterrichtsversorgung zur Lernprozessgestaltung: Lernen so organisieren, dass es nicht von der Verfügbarkeit einzelner Lehrkräfte abhängt – Ermöglichungsräume statt planwirtschaftlicher Steuerung

    Krise als Chance:

    Diskursverschiebung: Nicht "wie viele?", sondern "wie anders?"Systemfragen stellen: Grundsätzlich über Strukturen nachdenkenZukunftsorientiert denken: Die aktuelle Situation als Transformationschance begreifen – der Lehrkräftemangel als Katalysator für radikales Umdenken

    Links

    Personen & Organisationen:

    beWirken: https://bewirken.orgBjörn Adam auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bjoernadam/Mehr über unseren Ansatz der ganzheitlichen Schulentwicklung: https://bewirken.org/schulentwicklung

    Wichtige Studien:

    John Hattie – Visible Learning: https://visible-learning.org/de/hattie-rangliste-einflussgroessen-effekte-lernerfolg/SWK-Gutachten Lehrkräftegewinnung 2023: https://www.swk-bildung.org/veroeffentlichungen/gutachten-lehrkraeftegewinnung-und-lehrkraeftebildung/KMK-Prognose Lehrkräftebedarf bis 2035: https://www.kmk.org/dokumentation-statistik/statistik/schulstatistik/lehrkraefteeinstellungsbedarf-und-angebot.html

    Für wen?

    Lehrkräfte, Schulleitungen, Steuerungsgruppen, Bildungspolitiker*innen und alle Bildungsakteur*innen, die bereit sind, systemische Grundsatzfragen zu diskutieren und Schule wirklich neu zu denken.

  • Selbstreguliertes Lernen und Gesundheit: Warum beides zusammengehört
    Gast: Prof. Dr. Ferdinand Stebner, Universität Osnabrück
    Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken

    Das erwartet dich in dieser Episode:
    Ein tiefgehendes Gespräch über die Verbindung von Lernen und Gesundheit. Prof. Dr. Ferdinand Stebner zeigt, warum selbstreguliertes Lernen nicht nur den Bildungserfolg, sondern auch das Wohlbefinden stärkt – mit Fokus auf Metakognition, adaptive Förderung und die Chancen wie Grenzen offener Lernkonzepte.

    🎯 Kernthema: Selbstreguliertes Lernen als Schlüssel

    Unterschied verstehen: Selbstorganisation = äußeres Lernumfeld; Selbstregulation = innere ProzesseMetakognition als Basis: „Denken über das eigene Denken“Ziel: Lernstrategien, Motivation, Emotionen und Anstrengung bewusst steuern

    💚 Gesundheit x Lernen: Zwei Wirkungspfade

    Direkt: Bessere Selbstregulation fördert gesunde Routinen (Schlaf, Bewegung, Stressmanagement, weniger Prokrastination)Indirekt: Öffnet den Weg zu bedürfnisorientierten, offenen Lernkonzepten, die das Wohlbefinden stärken

    🧩 Herausforderungen offener Lernkonzepte

    Profitieren häufig Lernende mit schon guten SelbstregulationskompetenzenRisiko der Benachteiligung von Kindern, die mehr Unterstützung brauchenLösung: Adaptive Förderung statt „One-Size-Fits-All“

    🧠 Systemische Erkenntnisse

    „Wenn das pädagogische Personal gestresst ist, werden auch die Kinder gestresst sein“Selbstregulation muss systematisch gefördert werden – aktuell zu wenig verankertLehramtsausbildung: Lücken bei SelbstregulationskompetenzenSpannungsfeld: Individuelle Förderung vs. standardisierte Prüfungen

    🔬 Forschung & Wissenschaftskommunikation

    Bedeutung experimenteller Feldforschung in Schulen für kausale AussagenFilmprojekt zur psychischen Gesundheit in Schule als Appell an Politik und Praxis

    🔗 Weiterführende Links:

    Personen & Institutionen

    Prof. Dr. Ferdinand Stebner – Universität Osnabrück: https://www.uni-osnabrueck.de/professor-ferdinand-stebnerJohn Hattie – Visible Learning: https://visible-learning.org/john-hattie/

    Forschung & Projekte

    DEISEL-Projekt (Uni Osnabrück): https://www.uni-osnabrueck.de/deiselSFB 1280 Extinktionslernen (RUB): https://www.ruhr-uni-bochum.de/sfb1280/IQB-Bildungstrend: https://www.iqb.hu-berlin.deDeutscher Schulpreis: https://www.deutscher-schulpreis.de

    Wissenschaftskommunikation

    Ferdinand Stebner auf Instagram: https://www.instagram.com/ferdinandstebnerFilm: Psychische Gesundheit in Schule: https://youtu.be/nLYENz7uNwA

    Lernressourcen

    ORCA.nrw – kostenloser Selbstlernkurs „Lernstrategien“:
    https://www.orca.nrw/starker-start-ins-studium/fuer-studierende/motivation-und-lernstrategien/lernstrategien/

    📚 Modelle & Konzepte:

    Churer Modell: Binnendifferenzierung und LernlandschaftenCognitive Load Theory (John Sweller): Kognitive Belastung steuernKo-Regulation: Gemeinsame Regulation von Lernprozessen in Gruppen

    💡 Für wen ist diese Episode:
    Lehrkräfte, Schulleitungen, Steuerungsgruppen, Eltern und alle Bildungsakteur*innen, die Lernen und Gesundheit zusammendenken möchten.

    🎧 Nächste Episode:
    Abonniere den Mutmacher Schule Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder deiner Lieblings-Podcast-App!

    💬 Call-to-Action:
    Sprich mit deinem Team: Wie fördert ihr Selbstregulation konkret – bei Schüler*innen und im Kollegium? Welche nächsten Schritte setzt ihr diese Woche?
    Photocredit: Elena Scholz, Uni Osnabrück

  • "Hybride Bildung aus Schüler*innenperspektive: Warum Schule das Frontalunterricht-Monopol verlernen muss"

    Gast: Jonathan Bork, 13 Jahre, Bildungsaktivist und Beiratsmitglied beWirken
    Host: Judith Holle, Geschäftsführerin beWirken

    Das erwartet dich in dieser Episode:

    Ein außergewöhnliches Gespräch mit einem der jüngsten Bildungsreformer*innen Deutschlands: Jonathan Bork hat mit 13 Jahren ein umfassendes Konzept für hybride Bildung entwickelt und führt bereits Gespräche mit Bildungspolitiker*innen.

    🎯 Kernthema: Hybride Bildung als Zukunftsmodell

    Flexibilisierung des Unterrichts: Nicht jede*r Schüler*in muss jede Stunde im Klassenraum seinQuartalsweise Wahlmöglichkeiten für Schüler*innen in Absprache mit Eltern und LehrkräftenEin Drittel bis die Hälfte der Stunden bleiben verpflichtend in PräsenzKombination von Präsenzunterricht mit Selbstlernmodellen

    🏫 Study Halls: Lernen jenseits des Klassenzimmers

    Chancengerechtigkeit durch flexible Lernorte auf dem SchulgeländeZentrale Ausgabe digitaler Endgeräte (finanziert durch DigitalPakt II)Lösung für Schüler*innen ohne optimale Lernbedingungen zu Hause

    ⚖️ Individualisierung und Entlastung

    Stärken nutzen, Schwächen gezielt unterstützenLehrkräfte können sich auf weniger Kinder gleichzeitig fokussierenQuartalsweise Kurzgespräche zur Anpassung des Modells

    💻 Digitale Kompetenzen und Zukunftsfähigkeiten

    Fake News erkennen und Informationen verifizieren lernenRecherchefähigkeiten als Vorbereitung auf Studium und BerufSelbstlernkompetenz als lebenslange Schlüsselqualifikation

    🗺️ Praxis und Verbreitung

    Bereits umgesetzt: Berlin (Pilotprojekt), NRW (Berufsschulen), BrandenburgWeitere Bundesländer in Vorbereitung: Bremen, Schleswig-Holstein, HessenBeispielschulen: Heinz-Brandt-Schule, Alemannschule Baden-Württemberg

    🤝 Partizipation und Zusammenarbeit

    Schüler*innenstimmen stärker in Schulentwicklung einbeziehenVertrauen zwischen Lehrkräften und Schüler*innen als Grundvoraussetzung

    💡 Für wen ist diese Episode:

    Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte, Schulleitungen, Bildungspolitiker*innen und alle, die Schule partizipativ gestalten möchten.

    🔗 Weiterführende Links:

    Jonathans Website mit BlogbeiträgenbeWirken BeiratHeinz-Brandt-Schule BerlinFestival PXP

    🎧 Nächste Episode:

    Abonniere den Mutmacher Schule Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder deiner Lieblings-Podcast-App!

    💬 Call-to-Action:

    Fragt eure Schüler*innen: Wie stellt ihr euch Schule vor? Was sind eure Ideen für Veränderung?

  • In der ersten Folge unserer neuen Staffel sprechen wir mit Miriam Pech, Schulleiterin der Heinz-Brandt-Schule Berlin, über den fundamentalen Wandel des Lehrerberufs und wie aus einer ehemaligen "Brennpunktschule" eine Leuchtturmschule wurde. Ein inspirierendes Gespräch über Mut, Geduld und die Kraft systemischer Veränderung.

    🎯 Kernthema: Rollenwandel der Lehrkraft

    Von "Lehrseits" zu "Lernseits": Der Paradigmenwechsel im BildungsverständnisLernbegleitung als logische Konsequenz demokratischer SchulentwicklungPersönliche Transformation: Vom impulsiven Handeln zur geduldigen Begleitung

    🏫 Praxiseinblicke Heinz-Brandt-Schule:

    Lernbüros: 14 Jahre Erfahrung mit selbstorganisiertem, differenziertem LernenDigi-Di/Do: Projektlernen zu Nachhaltigkeit und DigitalisierungPeer-Learning: Schüler*innen unterrichten Schüler*innen (Bühnentechnik-Beispiel)Herausforderungen: Jakobsweg als Persönlichkeitsentwicklung

    📈 Transformation einer Schule:

    Vom "Auffangbecken" zur Leuchtturmschule: Der steinige aber lohnende Weg"Rhythm is It" als Initialzündung für Selbstvertrauen und SchulentwicklungReform von innen: Freiräume nutzen für "Pro-Kind-Projekte"

    👥 Teamschule und Strukturwandel:

    Jahrgangsteams als "Schulen in der Schule"Geteilte Schulleitung mit echter PartizipationSchüler*innen in Leitungsverantwortung - wie das konkret funktioniertFeste Teamzeiten als unverzichtbare Grundvoraussetzung

    🚀 Personalentwicklung für Lernbegleitung:

    Warum Hospitationen wichtiger sind als NachmittagsfortbildungenIndividuelle Fortbildungsfinanzierung als Investition"Trial and Error" als EntwicklungsprinzipVom Einzelnen zur Gemeinschaft: Wie Begeisterung ansteckt

    🔗 Weiterführende Links:

    Unlearn School Film - Episode "Lernen in der Digitalität": https://youtu.be/lPjzHXX8TaI?si=SnnHEiS4oxz4rMMWbeWirkenLernbegleiter*innen Journey: https://bewirken.org/lernbegleitung/Heinz-Brandt-Schule Berlin: https://www.heinz-brandt-schule.de/Deutscher Schulpreis: https://www.deutscher-schulpreis.de/Schulverbund Blick über den Zaun: https://www.blickueberdenzaun.de/FreiDay (Schule im Aufbruch): https://frei-day.org/

    💡 Für wen ist diese Episode:

    Schulleitungen, Lehrkräfte, Steuerungsgruppen und alle Bildungsakteur*innen, die mutigen Lernkulturwandel gestalten möchten.

  • Mutmacher Schule - Teaser zur 2. Staffel

    Die neue Staffel startet bald! Judit Holle, Geschäftsführerin von beWirken, gibt dir einen Vorgeschmack auf das, was dich erwartet: Lernkulturwandel auf drei entscheidenden Ebenen.

    Individual: Wie wandelt sich das Berufsbild der Lehrkraft zur Lernbegleitung?Organisational: Wie transformierst du Schule als Ganzes?Systemisch: Was muss sich in Politik und Gesellschaft ändern?

    Freue dich auf inspirierende Gespräche mit Expertinnen, mutigen Praktikerinnen und aktiven Bildungsgestalterinnen - mit konkreten Impulsen für deinen Weg im Lernkulturwandel.

    Für Lehrkräfte, Schulleitungen und alle, die Schule mitgestalten wollen.

  • In dieser Folge ist der Blogger und Netzlehrer Bob Blume zu Besuch. Er ist Lehrer am Windeck Gymnasium in Bühl und spricht als Blogger und in Social Media viele Dinge aus Unterricht und Schule an die uns alle beschäftigen. Mit seinem Blog unterstützt er seit vielen Jahren Lehrende konkret bei ihren Herausforderungen. Mit seinem neuen Buch "Zehn Dinge, die ich an der Schule hasse - Und wie wir sie ändern können" über die grundsätzlichen Probleme in unserem Schulsystem und wie wir gemeinsam etwas verändern können. In dieser Folge spricht der Gründer von beWirken Björn mit Bob Blume über genau diese Herausforderungen und was wir trotzdem tun können. 

  • Dieses mal ist Gert Mengel unser Gast. Er ist der Schulleiter der Don-Bosco-Schule in Rostock. Während des ersten Corona-Lockdowns hat er für seine Schule einen Podcast ins leben gerufen. Unter dem Motto ‘working out loud’ tauscht er sich darüber aus, wie Schule besser gestaltet werden kann. Denn Schulentwicklung nützt nichts, wenn man es nur für sich behält. Was angefangen hat als vertonte E-Mail entwickelte sich zu einem wichtigen Tool zum Neudenken von Schule.

    An der Don-Bosco-Schule Rostock wird Schule innovativ gestaltet. Beispielsweise haben sie den FREI DAY eingeführt, sich an einer großen Bandbreite an Leistungskursen versucht und eine Meetup Reihe ins Leben gerufen. Gert berichtet davon und lässt uns daran teilhaben, wie er mit seinem Kollegium neue Impulse in die Bildungseinrichtung bringt.

    Wir wünschen viel Spaß beim hören!

    Euer Team von beWirken.

  • Dieses mal unterhält sich Jonas mit Dörte und Bernd Gebert von Das macht Schule. Innerhalb der Arbeit der Organisation wollen die beiden es Lehrer*innen leichter machen Schüler*innen etwas fürs Leben mitzugeben. Sie berichten von ihrer Inspiration, den Anfängen ihrer Arbeit an Schulen und welche positiven Entwicklungen sie auf ihrem Weg bereits beobachtet haben. Einen Fokus ihres Schaffens legen sie auf den Projektunterricht. So geben sie jungen Menschen etwas greifbares um Erfahrungen zu sammeln und Kompetenzen zu entwickeln. 

    Das macht Schule ist eine gemeinnützige Organisation, die Lehrkräfte und Schulen dabei unterstützt nachhaltig Veränderung in den Leben der Schüler*innen anzustoßen. Mit Angeboten wie Anleitungen zum Renovieren von Klassenräumen, Wettbewerbe im Sammeln von Elektroschrott oder unterstützende Tools zum Organisieren von Sponsorenläufen werden den Schüler*innen angewandtes Wissen vermittelt. Dadurch entwickeln die Kinder und Jugendlichen das Selbstvertrauen sich mehr in der Gemeinschaft zu beteiligen.

    Unter das-macht-schule.net könnt ihr mehr über die spannende Arbeit der beiden erfahren und Kontakt mit ihnen aufnehmen, um auch an eurer Schule etwas ins Rollen zu bringen. Die von uns erwähnte Challenge in a Box findet ihr unter bewirken.org/challenge-in-a-box/.

    Wir wünschen viel Spaß beim hören!

    Euer Team von beWirken.

  • Dieses mal geht es in unserem Podcast um demokratisch gestaltete Bildung und Sudbury-Schulen. Monika Diop-Wernz erzählt uns von ihrem Engagement, die ursprüngliche Begeisterung für Schule und Lernen von Schüler:innen durch selbstbestimmte Schulformen am Leben zu erhalten. Gemeinsam mit Jonas und Björn aus dem beWirken-Team unterhält sie sich über die Etappen zur Gründung ihrer Sudbury-Schule, wichtige Impulse, die sie auf ihrem Weg bestärkt haben und den Schulalltag an demokratisch gestalteten Schulen.

    Monika Diop-Wernz ist Pädagogin, Expertin für demokratische Bildung und Mitgründerin der Sudbury Schule Ammersee.

    Wir wünschen viel Spaß und sehen uns hoffentlich bald unter www.digitale-schulakademie.de im digitalen Lehrerzimmer wieder.

    Euer Team von beWirken.

  • In unserer dritten Podcast Episode geht es um die Bedeutung von psychologischer Sicherheit im speziellen um die professionellen Beziehungen die wir als Lehrende oder Lernbegleiter*innen mit den Lernenden aufbauen und entwickeln. Wie wichtig Vertrauen und Rückzugsorte sein können. Dabei blicken Jonas und Björn aus dem Team von beWirken gemeinsam mit dem Interviewgast Carsten Jaensch aus verschiedenen Perspektiven auf das Thema. Vor allem auch die Frage der Benotung und Bewertung als herausforderndes oder störendes Element für einen guten vertrauensvollen Lernraum treibt das Gespräch in dieser Episode. 

    Carsten Jaensch ist kommissarischer Schulleiter der Arnold-Dannenmann-Akademie in Eppingen, einer Fachschule für Sozialwesen, an der die Arbeit mit den Schüler*innen auf bedeutsame Weise auf einer sehr vertrauten Weise passiert. Die private Schule ist auch durch ihre kleine Größe speziell, zeigt aber welche Ansätze auch bei größeren staatlichen Schulen sinnvoll sein könnten. 

    Wir wünschen viel Spaß und sehen uns hoffentlich bald auf der www.digitalen-schulakademie.de im monatlichen digitalen Lehrerzimmer wieder.

    Euer Team von beWirken.

  • In dieser zweiten Podcast Episode geht es um die Erfahrungen aus der Corona Pandemie und der Entwicklung im digitalen online Unterricht in Schule. Gemeinsam mit dem Teach First Fellow Marius Räbiger sprechen wir über die Erfahrung aus Schule und Lehrkräftefortbildung und welche Erkenntnisse auch für die Zeit nach Corona interessant sein könnten. Björn, Jonas und Marius sind alle drei Mitautoren des neuen Buches von beWirken - das "Methodenbuch für den digitalen Unterricht" und sprechen auch darüber welche Erfahrungen sie in ihrer Arbeit mit bestimmten Methoden und Tools gemacht haben und was davon auch außerhalb des Online Unterrichts spannend sein kann.

    Teach First ist ein spanendes Projekt, dass junge Menschen die kein Lehramt studiert haben für zwei Jahre an eine Schule bringt um dort als Lehrkraft, Lernbegleiter*in, Unterstützer*in zu wirken und auch neue Impulse rein zu bringen. Marius Räbiger ist schon seit über einem Jahr Teach First Fellow in NRW.

    Wir wünschen viel Spaß und sehen uns hoffentlich bald auf der www.digitalen-schulakademie.de im monatlichen digitalen Lehrerzimmer wieder.

    Euer Team von beWirken.

  • In dieser ersten Podcast Episode geht es um das Kernthema der Veränderung von Schule und Unterricht, nämlich die Veränderung der Rollen von uns als Lehrende. Besonders die Pandemie hat diese Frage durch den Onlineunterricht und Fernunterricht in vielen Schulen erst aufgeworfen und erste Schritte ermöglicht. Wir sprechen über unsere Erfahrungen aus der digitalen Schulakademie und haben einen spannenden Gast im (digitalen) Studie, Ruth Dikau, Mitglied der Schulleitung der BBS1 in Main, der größten Schule in Rheinland-Pfalz. 

    Die Schule von Ruth Dikau hatte bereits vor Corona ein selbstorganisiertes Lernen eingeführt und wir sprechen über ihre Erfahrungen und auch in wie fern diese Veränderung durch die Pandemie beschleunigt wurde und wie sie im selbstorganisierten Lernen den Fernunterricht erlebt hat. Dabei geht es auch um die Frage wie man als Lehrkraft zu seinen Schülern in eine neue Haltung kommt und Unterricht sich dadurch radikal verändern kann. 

    Wir wünschen viel Spaß und sehen uns hoffentlich bald auf der www.digitalen-schulakademie.de im digitalen Lehrerzimmer wieder (14-Tägig).

    Euer Team von beWirken.