Afleveringen

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts spricht Markus Habermehl über Wachsverfälschung bei
    Bienenwachs: was sie bedeutet, welche Fremdstoffe im Wachs landen, welche Schäden verfälschte
    Mittelwände im Volk anrichten und wie du dich davor schützt. Es gab Fälle, in denen gekaufte
    Mittelwände zu Brutverlusten und zum Zusammenbruch ganzer Völker geführt haben.


    Was Wachsverfälschung bedeutet
    Von Verfälschung spricht man, wenn dem Bienenwachs Fremdstoffe beigemischt werden, häufig
    genannt sind Stearin oder Paraffin. Für Markus ist das kein Randthema, denn solches Wachs wird zu
    Mittelwänden verarbeitet und landet direkt im Brutnest.


    Die Folgen für das Volk
    Verfälschtes Wachs kann die Brut schädigen und ein Volk massiv schwächen. Das Tückische: Das
    Problem zeigt sich oft erst spät, wenn die Brut ausfällt und niemand sofort ans Wachs denkt. Genau
    deshalb bleibt der Zusammenhang häufig lange unentdeckt.


    Warum das bloße Auge nicht reicht
    Mit bloßem Auge lässt sich verfälschtes Wachs meist nicht sicher erkennen. Geruch, Bruchverhalten
    und Schmelzpunkt geben Hinweise, aber sicher ist nur eine Analyse im Labor. Markus rät, sich nicht
    auf den ersten Eindruck zu verlassen.


    So schützt du dich
    Markus nennt drei Wege zur Absicherung: Erstens seriöse Anbieter, die Nachweise und Analysen
    vorlegen. Zweitens im Zweifel eine eigene Laboranalyse. Und drittens, als beste Absicherung, ein
    eigener Wachskreislauf, bei dem du genau weißt, was in deinem Wachs steckt. Dabei sollten
    Brutraum- und Honigraumwachs getrennt und sauber geführt werden, weil Wachs Rückstände
    binden kann.


    Ein Appell für klare Standards
    Zum Schluss weist Markus darauf hin, dass der Begriff Bienenwachs nicht klar geschützt ist, und
    fordert eine einheitliche Deklaration für Bienenwachs innerhalb der Imkerschaft. Solange die fehlt,
    bleibt der eigene, kontrollierte Wachskreislauf der sicherste Weg.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl die Drohnenbrütigkeit im
    Bienenvolk: woran du sie am Brutbild erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und welche Wege
    dir bleiben, ein drohnenbrütiges Volk zu retten oder aufzulösen. Gerade für Anfänger ist das Bild
    schwer einzuordnen, und in der Praxis wird es schnell zum Problem.


    Was Drohnenbrütigkeit bedeutet
    Ein drohnenbrütiges Volk legt nur noch unbefruchtete Eier, aus denen ausschließlich Drohnen
    werden. Markus nennt zwei Hauptursachen: eierlegende Arbeiterinnen, die sogenannten
    Drohnenmütterchen, oder eine Königin, die schlecht begattet wurde oder deren Spermavorrat
    aufgebraucht ist. Ohne befruchtete Eier fehlt dem Volk der Nachwuchs an Arbeiterinnen.


    So erkennst du es am Brutbild
    Die typischen Zeichen: bucklige Zelldeckel, Drohnenbrut mitten auf den Arbeiterwaben, mehrere Eier
    pro Zelle, Eier an den Zellwänden und ein unruhiges, weiselloses Verhalten des Volkes. Wer diese
    Hinweise zusammen sieht, hat es sehr wahrscheinlich mit Drohnenbrütigkeit zu tun.


    Ursache Drohnenmütterchen oder Königin
    Bei der Behandlung bleibt Markus nüchtern. Ein Volk mit Drohnenmütterchen ist meist schwer zu
    retten, weil eine zugesetzte Königin oft abgestochen wird. Liegt es dagegen an einer drohnenbrütigen
    Königin, muss die alte Königin entfernt werden, danach lässt sich das Volk mit einer neuen Königin


    oder einer Weiselzelle wieder aufbauen.
    Abfegen oder vereinigen
    Als praktische Maßnahmen beschreibt Markus das Abfegen und die Vereinigung mit einem
    gesunden, weiselrichtigen Volk. Die Vereinigung ist oft die klügere Lösung: Sie senkt den Aufwand
    und das Risiko, eine neue Königin wieder zu verlieren. Statt Heldentum am kranken Volk zählt hier
    die nüchterne Entscheidung.

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  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, welche Ausrüstung du zum Honig
    schleudern wirklich brauchst und wo Anfänger oft zu viel oder zu teuer einkaufen. Es geht um
    Schleudertypen, die Frage eigene oder Vereinsschleuder, das Entdeckeln, das Sieben und das
    Abfüllen, und über allem steht die Hygiene.

    Tangential- oder Radialschleuder
    Markus beginnt bei den zwei wichtigsten Schleudertypen. Die Tangentialschleuder ist günstiger,
    braucht aber mehr Handarbeit, weil die Waben gewendet werden müssen. Die Radialschleuder ist
    teurer, dafür schneller und bequemer, weil beide Wabenseiten gleichzeitig geschleudert werden.
    Dazu kommt die Wahl zwischen Hand- und Motorbetrieb.


    Eigene Schleuder oder Vereinsschleuder
    Ob sich eine eigene Schleuder lohnt, hängt für Markus an der Menge. Bei wenigen Völkern reicht die
    Vereinsschleuder, solange sie sauber zurückgegeben wird. Eine eigene Schleuder lohnt sich eher bei
    größeren Mengen oder wenn Termindruck entsteht. Markus berichtet dabei auch von seinen
    gebrauchten und älteren Schleuderlösungen.


    Entdeckeln und Deckelwachs gewinnen
    Beim Entdeckeln nennt Markus Entdeckelungsgabel, Entdeckelungsmesser und
    Entdeckelungswanne. Das Deckelwachs sollte gesammelt und möglichst getrennt weiterverarbeitet
    werden. Es gibt einfache Selbstbau-Lösungen, und auch Schleuderbeutel können hier helfen.


    Sieben, Klären und Abfüllen
    Zum Verarbeiten empfiehlt Markus grobe und feine Siebe sowie ein zylindrisches Sieb aus dem
    Brauereibedarf. Vor dem Abfüllen zählen Wassergehalt und der richtige Zeitpunkt vor der
    Kristallisation. Wer hier sauber arbeitet, spart sich später Ärger im Glas.


    Hygiene über allem
    Der wichtigste Punkt zum Schluss: Hygiene. Alle Geräte, Gläser und Arbeitsflächen müssen sauber,
    trocken und lebensmittelecht sein. Guter Honig entsteht nicht nur an der Schleuder, sondern an jeder
    Fläche, die er auf dem Weg ins Glas berührt.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl das Refraktometer für Honig: wie
    es den Wassergehalt misst, warum die Kalibrierung über alles entscheidet und welche Richtwerte
    nach Honigverordnung und DIB-Glas gelten. Dazu die typischen Messfehler und wie du sie
    vermeidest.


    Wie das Refraktometer den Wassergehalt misst
    Ein Refraktometer misst den Brechungsindex des Honigs. Daraus wird der Wassergehalt in Prozent
    berechnet und an einer blau-weißen Grenzlinie abgelesen. Die Honig-Skala liegt meist zwischen 13
    und 25 Prozent. So bekommst du in Sekunden einen belastbaren Wert, vorausgesetzt, das Gerät
    stimmt.


    Kalibrierung entscheidet über alles
    Für Markus ist die Kalibrierung der wichtigste Punkt. Ein unkalibriertes Gerät liefert falsche Werte,
    egal wie teuer es war. Als Referenz dienen eine Kalibrierflüssigkeit oder ein Kalibrierprisma.
    Gemessen wird bei etwa 20 Grad Celsius oder mit automatischer Temperaturkompensation.


    Richtwerte für den Wassergehalt
    Die Honigverordnung erlaubt bis 20 Prozent Wassergehalt, im DIB-Glas sind maximal 18 Prozent
    zulässig. Markus empfiehlt, eher zwischen 15 und 17 Prozent zu ernten. Über 18 Prozent steigt die
    Gärgefahr, der Honig kann kippen.


    Typische Messfehler
    Falsche Temperatur, Luftblasen, ein ungleichmäßiger Honigtropfen, ein verschmutztes Prisma und
    eine fehlende Kalibrierung verfälschen das Ergebnis. Markus rät, mehrere Proben aus verschiedenen
    Waben zu nehmen und daraus einen Mittelwert zu bilden, statt sich auf eine einzelne Wabe zu
    verlassen.


    Welches Gerät reicht
    Zum Schluss macht Markus es einfach: Ein günstiges Honigrefraktometer mit automatischer
    Temperaturkompensation reicht völlig. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern regelmäßig zu
    kalibrieren und sauber zu messen.

  • Die Trachtlücke im Sommer wird von vielen Imkern unterschätzt. Draußen ist alles grün, und
    trotzdem hungert das Bienenvolk. Markus Habermehl erklärt in dieser Folge des Honigraum
    Podcasts, wann die Trachtlücke im Hochsommer auftritt, woran du sie am Volk erkennst und wann
    eine Notfütterung wirklich sinnvoll ist. Dabei zeigt er auch die typische Falle mit dem Honigraum, in
    die du nicht tappen solltest.


    Was ist die Trachtlücke und wann tritt sie auf
    Die Trachtlücke liegt meist im Hochsommer, wenn die Frühjahrsblüte vorbei ist und die Sommeroder
    Waldtracht noch nicht richtig läuft. Markus Habermehl macht deutlich: Auch wenn die
    Landschaft sattgrün aussieht, kann im Volk der Nektar fehlen. Hitze und ausbleibende Nektarbildung
    verschärfen die Lage zusätzlich. Wie stark die Lücke ausfällt, hängt stark von der Region und dem
    Standort ab.


    Woran du die Trachtlücke am Bienenvolk erkennst
    Ein Schwerpunkt der Folge sind die Anzeichen. Markus Habermehl nennt weniger Flugaktivität, ein
    stagnierendes oder sinkendes Beutengewicht, knappe Vorräte und gereizteres Verhalten. Im
    Extremfall stellt die Königin die Eilage ein. Wichtig zu wissen: In dieser Phase werden Völker
    stechlustiger und deutlich anfälliger für Räuberei. Wer sein Volk regelmäßig beobachtet, erkennt die
    Trachtlücke früh genug, um zu handeln.


    Notfütterung: wann sie sinnvoll ist
    Die Notfütterung ist dann sinnvoll, wenn dem Volk akut Futter fehlt und die Brut sonst verhungern
    würde. Markus Habermehl warnt aber vor einer verbreiteten Falle: Wird bei aufgesetztem Honigraum
    gefüttert, verfälscht das Futter den Honig. Deshalb gilt, nur zu füttern, wenn kein zu erntender
    Honigraum betroffen ist oder dieser vorher abgenommen wurde. Offen gefüttert wird nicht, weil das
    die Räuberei anheizt.


    Die richtigen Maßnahmen gegen die Trachtlücke
    Als Vorgehen empfiehlt Markus Habermehl Beobachtung, Gewichtskontrolle und gezieltes Handeln
    statt blinden Aktionismus. Sauberes Arbeiten im Stock gehört dazu, und bei Bedarf hilft das
    Umhängen von Futterwaben, um Vorräte dorthin zu bringen, wo das Volk sie braucht. Langfristig ist
    eine standortgerechte Trachtvielfalt der beste Weg, die Sommerlücke von vornherein kleiner zu
    halten.


    Kapitel
    • 00:10 Trachtlücke im Sommer
    • 02:16 Anzeichen im Bienenvolk
    • 03:23 Wann Notfütterung sinnvoll ist
    • 05:06 Maßnahmen gegen die Lücke
    • 05:59 Folgen für die Honigernte
    • 06:55 Gewicht und Flug prüfen

  • Lohnt sich ein Imkerverein oder kann man sich den Beitrag sparen? Markus Habermehl geht in
    dieser Folge des Honigraum Podcasts genau dieser Frage nach. Er wägt ehrlich ab, was die
    Mitgliedschaft in einem Imkerverein für Anfänger und erfahrene Imker konkret bringt: Praxiswissen,
    gemeinsames Material, Sammelbestellungen, den Austausch zu regionalen Themen und vor allem
    die Haftpflichtversicherung. Sein Fazit vorweg: Für die allermeisten überwiegt der Nutzen deutlich.


    Wissen, Geräte und Gemeinschaft im Imkerverein
    Der größte Alltagsnutzen liegt für Markus Habermehl im geballten Praxiswissen. Ein Imkerverein
    bietet Anfängerschulungen, Lehrbienenstände und erfahrene Imker als Ansprechpartner, die einem
    über die ersten Jahre hinweghelfen. Dazu kommt die gemeinsame Ausstattung: Geräte wie
    Honigschleuder, Mittelwandpresse oder Gießvorrichtung muss sich niemand allein anschaffen,
    sondern kann sie über den Verein nutzen. Auch Sammelbestellungen für Futter und Mittel sparen
    bares Geld. Und nicht zuletzt zählt die Gemeinschaft: Gleichgesinnte, die dieselbe Leidenschaft für
    die Bienen teilen.


    Die Haftpflichtversicherung als größter Vorteil
    Ein eigener Schwerpunkt der Folge ist die Haftpflichtversicherung über Verein oder Landesverband.
    Markus Habermehl hält sie für einen der wertvollsten Bausteine der Mitgliedschaft. Bienen können
    Schäden verursachen, etwa wenn ein Schwarm abgeht oder ein Verkehrsunfall entsteht. Genau dann
    greift die Versicherung, die in vielen Vereinsbeiträgen bereits enthalten ist. Ob zusätzlich
    Rechtsschutz oder Unfallleistungen mit abgedeckt sind, sollte man im Einzelfall prüfen.


    Regionale Praxis schlägt das Lehrbuch
    Beim Thema Wissen macht Markus Habermehl einen wichtigen Unterschied deutlich: Im Verein lernt
    man vor allem die regionale Praxis. Was im eigenen Klima funktioniert, wie erfahrene Imker vor Ort
    arbeiten und welche Handgriffe wirklich helfen, das steht so in keinem Lehrbuch. Gleichzeitig warnt
    er davor, alles ungefiltert zu übernehmen. Moderne Methoden werden nicht überall offen
    aufgenommen, deshalb sollte jeder Imker mitdenken, filtern und seinen eigenen Weg finden.


    Generationenkonflikt: Erfahrung trifft neue Ideen
    Offen spricht Markus Habermehl auch über das Spannungsfeld im Verein zwischen langjähriger
    Erfahrung und neuen Ideen aus dem Internet und der Praxis anderer Imker. Sein Rat: beide Seiten
    ernst nehmen, respektvoll zuhören und sich nicht an Rechthaberei aufreiben. Wer die Erfahrung der
    Älteren mit frischen Ansätzen verbindet, holt für seine eigene Imkerei am meisten heraus.


    Schnelle Infos zu neuen Gefahren
    Gerade bei aktuellen Bedrohungen zeigt sich der Wert des Netzwerks. Über den Verein bekommt
    man schnell Informationen zu regionalen Themen wie der Faulbrutlage oder der Ausbreitung der
    asiatischen Hornisse. Diese kurzen Wege können im Ernstfall entscheidend sein, um das eigene
    Volk und die Nachbarschaft zu schützen.


    Fazit: Lohnt sich der Imkerverein?
    Am Ende fällt das Urteil von Markus Habermehl klar positiv aus. Für die meisten Imker, und
    besonders für Anfänger, überwiegt der Nutzen einer Mitgliedschaft deutlich. Ausschlaggebend sind
    die Haftpflichtversicherung, das regionale Praxiswissen und der Austausch in der Gemeinschaft. Wer
    neu einsteigt, sollte den Weg in den örtlichen Imkerverein also ernsthaft in Betracht ziehen.


    Kapitel
    • 00:13 Imkerverein: Nutzen und Kritik
    • 00:36 Wissen, Geräte und Gemeinschaft
    • 04:35 Haftpflicht als Hauptvorteil
    • 07:30 Regionale Praxis statt Lehrbuch
    • 11:18 Generationenkonflikt im Verein
    • 13:17 Neue Gefahren, schnelle Infos
    • 13:50 Fazit zur Mitgliedschaft

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl die amerikanische Faulbrut bei
    Bienen: wie die Krankheit entsteht, woran du sie am Brutbild erkennst, wie der einfache
    Verdachtstest funktioniert und welche Meldepflichten und Vorbeugemaßnahmen gelten.


    Was die amerikanische Faulbrut ist
    Die amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Seuche, verursacht durch Paenibacillus larvae (früher
    Bacillus larvae). Besonders problematisch sind die Sporen, weil sie sehr widerstandsfähig sind und
    lange überleben. Verbreitet wird die Krankheit über Futter, Putzerbienen, Räuberei und Verflug im
    Stock und am Stand. Für Menschen und Honig ist sie ungefährlich, für Bienenvölker aber
    existenzbedrohend.


    Symptome am Brutbild
    Markus achtet vor allem auf das Brutbild: löchrige, unregelmäßige Brutflächen, eingesunkene und
    durchlöcherte Zelldeckel sowie braune, schleimige und zähfadenige Masse in der Zelle. Oft kommt
    ein fauliger Geruch dazu. Diese Anzeichen sind der erste Hinweis für einen Verdacht.


    Der Streichholztest
    Als einfachen Verdachtstest beschreibt Markus den Streichholztest: Lässt sich die zersetzte
    Larvenmasse fadenziehend aus der Zelle herausziehen, ist das ein deutliches Warnzeichen. Wichtig:
    Das ist nur ein Verdachtsmoment. Die sichere Diagnose erfolgt im Labor, in der Regel über eine
    Futterkranzprobe.


    Meldepflicht bei Verdacht
    Die amerikanische Faulbrut ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine anzeigepflichtige
    Tierseuche. Bei Verdacht muss das zuständige Veterinäramt oder die jeweilige Behörde informiert
    werden. Nach Bestätigung können Sperrbezirke eingerichtet werden, befallene Völker und Material
    werden nach behördlicher Anweisung saniert oder beseitigt.


    Vorbeugung
    Zum Schluss nennt Markus die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen: regelmäßige Brutkontrolle,
    saubere Arbeitsweise, kein Füttern von unbekanntem oder fremdem Honig, Vermeidung von
    Räuberei, konsequente Wabenerneuerung und bei Bedarf Futterkranzproben.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie man den richtigen Standort
    für seine Bienenvölker findet. Die Wahl des Standplatzes beeinflusst Honigertrag, Gesundheit und
    Arbeitsaufwand und lässt sich später nur schwer korrigieren, deshalb lohnt es sich, vorher gründlich
    nachzudenken.


    Sonne, Wind und trockener Boden
    Markus beginnt bei Flugloch und Wetter. Frühsonne am Flugloch bringt die Bienen morgens früher in
    den Flug, eine Ausrichtung nach Süden oder Südosten ist günstig. Genauso wichtig: ein
    windgeschützter, trockener Platz ohne Kaltluftseen und ohne Staunässe.


    Trachtangebot über das ganze Jahr
    Der entscheidende Punkt ist für Markus nicht eine einzelne Tracht, sondern die Versorgung über das
    ganze Jahr. Im Frühjahr zählen Weide, Obst und Raps, im Sommer Linde, Brombeere und Wald.
    Wer den Umkreis über die Saison hinweg betrachtet, trifft die bessere Standortentscheidung.


    Erreichbarkeit wird oft unterschätzt
    Ein Standort, den man nur schwer erreicht, wird seltener kontrolliert. Genau das rächt sich bei
    Schwarmkontrolle, Futterkontrolle und schnellen Eingriffen. Markus rät, auf die Zugänglichkeit zu
    achten, auch für den Transport von Zargen und Honigräumen, idealerweise direkt mit dem Auto oder
    in kurzer Distanz.


    Nachbarn und rechtliche Rücksicht
    Zum Schluss geht es um das Umfeld. Markus empfiehlt, Nachbarn früh einzubeziehen, die
    Flugrichtung weg von Terrasse und Gehweg zu legen und bei Bedarf Abstand zu halten. In
    Wohngebieten ist Imkerei grundsätzlich möglich, bei Unsicherheit hilft ein Gespräch mit dem
    Imkerverein oder der Gemeinde.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, wie man einen Bienenstand
    richtig aufbaut und welche Fehler er an seinem eigenen Stand gemacht hat. Es geht um Arbeitshöhe,
    Untergrund, Stabilität und darum, das wichtigste Werkzeug direkt am Stand zu haben.
    Die Grundlagen für einen guten Bienenstand
    Ein durchdachter Standplatz spart bei jeder Durchsicht Zeit und Nerven. Markus nennt vier
    Grundlagen: eine passende Arbeitshöhe, einen trockenen und stabilen Untergrund, genug Platz zum
    Arbeiten und gute Erreichbarkeit bei jedem Wetter. Wer das von Anfang an bedenkt, muss später
    nicht umbauen.


    Meine eigenen Fehler am Stand
    Markus spricht offen über die Schwachstellen, die sich an seinem Stand erst mit der Zeit gezeigt
    haben: ein zu hoher Aufbau, ein leicht schräg stehender Stand, fehlender Schutz gegen Ameisen und
    zu wenig Stabilität der Balken. Dazu kommt die Rutschgefahr, wenn eine Beute beim Anheben nach
    vorne wegrutscht.


    Praktische Lösungen, die sich bewährt haben
    Aus diesen Fehlern sind einfache Lösungen entstanden. Eine zusätzliche Leiste am vorderen Balken
    sichert gegen das Abrutschen, das Verbinden von Vorder- und Hinterbalken bringt Stabilität, und für
    den Aufbau reichen oft Leitern, Steine oder Paletten. Markus beschreibt außerdem seine
    verschiedenen Standvarianten im Garten, im Vorgarten und am Außenstand im Wald.


    Werkzeug direkt am Stand
    Ein eigener Schwerpunkt ist die Ausstattung vor Ort. Markus empfiehlt, Werkzeug und Material direkt
    am Stand zu lagern: Stockmeißel, Smoker, Anzünder, Abkehrbesen, Eimer, Wachsbehälter,
    Notizzettel, Wasserkanister und eine wetterfeste Box. Das spart Wege und hilft, im Notfall schneller
    zu reagieren.


    Mitwachsen und Erreichbarkeit
    Zum Schluss betont Markus, dass ein Stand mit der Völkerzahl mitwachsen sollte und auch im Winter
    gut erreichbar bleiben muss. Seine drei zentralen Punkte: gute Arbeitshöhe, sicherer Stand mit Platz
    und das wichtigste Werkzeug immer griffbereit.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Auffütterung im Spätsommer und warum sie
    neben der Varroa-Behandlung über eine gute Überwinterung entscheidet. Markus Habermehl erklärt
    Timing, Futterarten, Mengen und die typischen Fehler.


    Das richtige Timing
    Der Zeitpunkt ist entscheidend, damit die Winterbienen geschont werden. Zu spätes Füttern belastet
    sie, zu frühes verkleinert unnötig das Brutnest. Gefüttert wird nach der Ernte und abgestimmt auf die
    Varroa-Behandlung, damit das Volk mit vollen Vorräten in den Winter geht.


    Die Futterarten im Vergleich
    • Fertigsirup: bequem und gleichmäßig.
    • Selbst angerührtes Zuckerwasser: günstiger, aber aufwendiger.
    • Futterteig: die Lösung für spätere Notgaben.


    Wie viel Futter?
    Als grobe Orientierung nennt Markus 15 bis 20 Kilo pro Wintervolk, betont aber: Volksstärke,
    Beutensystem und Standort zählen. Wichtiger als feste Tabellen ist die Gewichtskontrolle der Beuten,
    regelmäßig wiegen und nachkontrollieren.


    Markus aus eigener Erfahrung
    Markus schildert offen, dass er im Winter zu leichte Völker hatte und später Futterteig direkt auf die
    Rähmchen legen musste. Seine Lehre daraus: wiegen, wiegen, wiegen.


    Die häufigsten Fehler
    Zu spät füttern, zu wenig füttern, zu dünnes Winterfutter und offenes Füttern, das Räuberei auslöst.
    Sein Fazit: rechtzeitige, passende und kontrollierte Auffütterung ist die Grundlage für einen guten
    Start ins Frühjahr.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um den Wachsschmelzer und die Frage, wann sich
    ein Sonnen- oder ein Dampfwachsschmelzer lohnt. Markus Habermehl vergleicht beide aus seiner
    Praxis und ordnet ein, welches System zu welcher Betriebsgröße passt.


    Der Sonnenwachsschmelzer
    Eine einfache Kiste mit Glasdeckel, die das Wachs in der Sonne schmilzt. Vorteile: geringer
    Aufwand, kein Strom, schonende Verarbeitung, besonders für helles Entdeckelungswachs.
    Nachteile: abhängig vom Wetter, kleine Mengen und schwächere Ausbeute bei dunklen Altwaben.


    Der Dampfwachsschmelzer
    Arbeitet mit Wasserdampf, eignet sich für größere Mengen und auch für dunkles Wabenmaterial. Er
    ist schneller, wetterunabhängig und liefert eine bessere Ausbeute, braucht aber eine Dampfquelle
    und mehr Handling. Für Markus die praktischere Lösung ab mehr Völkern.

    Selbstbau
    Einen Sonnenwachsschmelzer baust du mit Isolierkiste, Glasdeckel, Blech und Auffangwanne relativ
    einfach selbst. Auch Dampfwachsschmelzer lassen sich aus Edelstahlteilen, Zargen und einfachen
    Dampfquellen zusammensetzen. Markus nennt dazu mehrere Varianten aus seiner Werkstatt.


    Die häufigsten Fehler
    Markus warnt: Wachs nicht überhitzen, keine offenen Flammen, keine ungeeigneten Gefäße aus
    Eisen oder Kupfer, und helles und dunkles Wachs getrennt halten. Wachs sollte mehrfach geklärt
    werden, am besten mit Regenwasser oder destilliertem Wasser. Seinen eigenen Fehlversuch mit
    einem zu heißen Gasofen beschreibt er offen als Warnung.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um eine typische Spätsommergefahr am
    Bienenstand: Wespen und Räuberei. Markus Habermehl erklärt, warum im August die nachlassende
    Tracht und die geringere Volksstärke vor allem schwache Völker, Ableger und Begattungskästchen
    gefährden.


    Das Flugloch verkleinern
    Der wichtigste Hebel ist ein kleiner Eingang. Markus nennt Fluglochkeile, Fluglochschieber und
    Schaumstoffstreifen. Ein enges Flugloch lässt sich von den Wächterbienen leichter verteidigen.
    Spätestens wenn die Tracht nachlässt oder erster Wespendruck auftritt, sollte das Flugloch enger
    werden.


    Räuberei früh erkennen
    Räuberei durch fremde Bienen kann ein schwaches Volk in kurzer Zeit vernichten und auf weitere
    Völker übergreifen. Anzeichen laut Markus: hektisches Treiben am Flugloch, Kämpfe, suchendes
    Anfliegen, Eindringen an Ritzen, tote Bienen vor der Beute und ungewöhnlich reger Betrieb.


    Schutz am Stand
    Am Stand darf kein Futter und keine Honigwabe offen stehen, das lockt Wespen und Räuber an.
    Schwache Einheiten sollten nicht lange schwach bleiben: vereinigen oder verstärken hilft.


    Markus' Bienentunnel
    Zum Schluss stellt Markus einen selbst entwickelten Flugloch-Tunnel vor, der in die Beute
    eingeschoben wird und den Zugang enger macht. Die Idee: Ein enger Zugang ist leichter zu
    verteidigen als ein breites Flugloch.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Schwarmkontrolle: wie du verhinderst, dass ein
    Volk überhaupt erst in Schwarmstimmung kommt. Markus Habermehl erklärt das Schwärmen als
    natürliche Vermehrung (eine neue Königin entsteht, die alte zieht mit einem Teil des Volkes aus) und
    teilt die Lektionen aus seiner ersten Saison.


    Wann der Schwarmtrieb auftritt
    Schwarmstimmung tritt meist von Frühjahr bis Spätsommer auf, häufig ab Ende April oder Mai.
    Auslöser sind starke Völker, Enge im Brutnest, viele junge Bienen, eine ältere Königin und der
    Futtersaftstau.


    Schwarmzellen richtig erkennen
    Schwarmzellen sitzen typischerweise am unteren Wabenrand. Ab ihrer Verdeckelung ist mit dem
    Abgang der alten Königin zu rechnen. Wichtig: Schwarmzellen nicht mit Nachschaffungs- oder
    Drohnenzellen verwechseln.


    Markus' drei Kern-Lektionen
    1. In der Schwarmzeit spätestens alle sieben Tage kontrollieren.
    2. Schwarmzellen sauber von Nachschaffungs- und Drohnenzellen unterscheiden.
    3. Nur Zellen zu brechen reicht nicht, die Ursachen müssen mit behoben werden.


    Maßnahmen gegen den Schwarmtrieb
    Markus nennt: Schröpfen, Ablegerbildung, Kunstschwärme, Zwischenableger, Königinnenentnahme,
    Raum geben und rechtzeitige Erweiterung. Auch das Einhängen von Mittelwänden oder
    Drohnenrahmen schafft Beschäftigung und Platz. Das reine Brechen von Schwarmzellen ist dagegen
    nicht dauerhaft ausreichend.


    Zum Schluss: Ein Volk kann trotz Kontrolle schwärmen. Als zusätzliche Hilfe nennt Markus
    Stockwaagen mit Alarmfunktion, die Gewichtsverluste erkennen.

  • In dieser Folge geht es um den Verkauf von Honig und um die Frage, wie Imker mit Preisen, Vertrieb und Kundenkontakt umgehen. Markus sagt, dass über Geld in der Imkerei oft zu wenig offen gesprochen werde, und möchte das Thema deshalb nüchtern ansprechen. Er betont, dass er selbst 2025 erst mit dem Verkauf begonnen habe und noch keine große Verkaufsgeschichte erzähle.

    Themen dieser Folge:
    - Welche Verkaufswege für Honig es gibt
    - Warum Direktverkauf oft besser funktioniert als Versand
    - Was Kunden beim Imker wirklich suchen
    - Wie sich ein Imker vom Honig anderer unterscheiden kann
    - Wie Stammkunden gebunden werden können

    Ein Schwerpunkt liegt auf den Verkaufswegen: genannt werden der Verkauf ab Hof, über lokale Läden, auf dem Wochenmarkt und online. Ab Hof sei wegen des direkten Kontakts und der höheren Marge besonders attraktiv, während Wochenmarkt und Online-Verkauf mehr Reichweite bringen, aber auch Zeit, Gebühren, Versandkosten und rechtliche Fragen mit sich bringen. Für kleine und Nebenerwerbsimker sei der lokale Direktverkauf meist rentabler als der Versand.

    Ein weiterer Punkt ist die Kundenperspektive. Nach Aussage von Markus kaufen Kunden nicht nur Honig, sondern auch Echtheit, Regionalität, Geschichte und ein persönliches Gegenüber. Er empfiehlt, die Herkunft des Honigs klar zu erzählen und das Produkt mit Informationen über Ort, Arbeitsweise und Kristallisation zu verbinden. Auch ein ehrliches Etikett könne wichtiger sein als ein standardisiertes Glas.

    Zum Schluss geht es um Stammkunden und Preisgestaltung. Stammkunden seien wirtschaftlich wertvoll, weil sie wiederkommen und weiterempfehlen. Vertrauen, Qualität, Erreichbarkeit und kleine Gesten könnten dabei helfen. Der Sprecher sagt außerdem, dass er nicht über den Preis konkurrieren wolle, sondern über Geschichte und Vertrauen.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Ameisensäure als klassische
    Sommerbehandlung gegen die Varroa und um genau die Behandlung, bei der am meisten
    schiefgeht. Markus Habermehl erklärt den entscheidenden Vorteil der Ameisensäure, die richtige
    Anwendung Schritt für Schritt, die gängigen Verdunster und die typischen Fehler.


    Der entscheidende Vorteil
    Ameisensäure wird im Stock verdunstet, die Dämpfe verteilen sich und töten die Milben. Ihr großer
    Vorteil: Sie ist das einzige gängige Mittel, das auch in die verdeckelte Brut wirkt. Die Dämpfe dringen
    durch den Zelldeckel und erwischen die Milben, die sich in der Brut verstecken. Oxalsäure und
    Milchsäure können das nicht. Deshalb ist Ameisensäure die Sommerbehandlung der Wahl, solange
    das Volk noch in der Brut steht.


    Der kritische Punkt: die Temperatur
    Ameisensäure ist stark temperaturabhängig. Zu kühl, und sie verdunstet zu wenig, die Behandlung
    wirkt nicht. Zu heiß, und es kommt zur Sturzverdunstung: zu viel Säure auf einmal, mit Schäden an
    Brut, Bienen und im schlimmsten Fall der Königin. Dann steht das Volk weisellos da. Markus' Rat: die
    Temperatur vor, während und nach der Behandlung im Blick behalten und sich an die empfohlenen
    Bereiche des jeweiligen Verdunsters halten, statt nach Gefühl zu dosieren.


    Die Verdunster-Modelle
    • Schwammtuchmethode: billig und einfach, aber stärker temperaturabhängig und weniger
    gleichmäßig.
    • Nassenheider-Verdunster: etabliert, mit Docht, gibt über eine große Fläche ab (horizontal oder
    vertikal). Markus' Bedenken: Er tropft temperaturunabhängig weiter, sodass sich bei kühlen
    Nächten eine Pfütze bilden kann, die am nächsten warmen Tag zur Sturzverdunstung führt.
    • Liebig-Dispenser: zieht die Säure über das Docht-System aktiv aus der Flasche, nur so viel wie
    verdunstet. Markus bevorzugt ihn (rund 6 Euro pro Stück), weil im Zweifel eher Säure in der
    Flasche übrig bleibt, statt dass die Bienen Schaden nehmen. Er bezieht sich dabei auf ein
    Argument von Dr. Pia Aumeier.


    Wichtiger als das Modell ist: ein System für den ganzen Betrieb wählen, sich an
    Gebrauchsanweisung und Temperaturvorgaben halten, nicht nach Bauchgefühl arbeiten.


    Markus' eigene Einschätzung
    2025 hat Markus die Sommerbehandlung nicht mit Ameisensäure gemacht, sondern mit
    Oxalsäurestreifen, als Anfänger einfacher und temperaturunabhängiger. Alle drei Völker kamen
    super fit aus dem Winter. Dieses Jahr ist er noch zwiegespalten, ob er Ameisensäure einsetzt oder
    wieder die teureren Streifen kauft. Er freut sich über Erfahrungsaustausch (Facebook: Markus
    Habermehl, oder LinkedIn).

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Oxalsäure bei Bienen als Winterbehandlung
    gegen die Varroa-Milbe. Markus Habermehl erklärt, warum die Restentmilbung vor allem in der
    brutfreien Phase sinnvoll ist, wie sich Träufeln und Verdampfen unterscheiden und worauf bei
    Rechtslage, Sicherheit und Erfolgskontrolle zu achten ist.


    Warum Oxalsäure nur in der brutfreien Phase wirkt
    Oxalsäure wirkt nur auf Milben, die offen auf den Bienen sitzen. In die verdeckelte Brut dringt sie
    nicht ein. Deshalb ist die Behandlung im Winter nach dem Brutstopp deutlich wirksamer als im
    Sommer, wenn ein großer Teil der Varroa-Milben geschützt in der Brut sitzt. Markus betont, dass das
    Timing über den Erfolg der Restentmilbung entscheidet: Behandelt wird nicht nach Kalender, sondern
    nach tatsächlicher Brutfreiheit.


    Träufeln: einfach, günstig und gut für kleine Bestände
    Das Träufeln beschreibt Markus als einfache und kostengünstige Methode, die sich besonders für
    kleine Bestände eignet. Wichtig sind dabei:
    • die richtige Dosierung
    • kühles Wetter, damit die Bienen eng sitzen
    • zügiges Arbeiten ohne unnötige Störung des Volkes


    Verdampfen: effizient, aber riskanter für den Anwender
    Das Verdampfen ist effizient und für größere Bestände geeignet, aber deutlich gefährlicher für den
    Imker. Markus weist klar auf die Risiken durch das Einatmen des Dampfes hin und nennt den nötigen
    Schutz: Atemmaske, Schutzbrille und Handschuhe. Außerdem sind Windrichtung, Abstand und der
    sichere Umgang mit dem heißen Gerät zu beachten.


    Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz
    Ein eigener Schwerpunkt ist die Rechtslage. Verwendet werden dürfen nur zugelassene
    Bienenarzneimittel in der jeweils erlaubten Anwendungsform. Die konkrete Zulassung kann sich je
    nach Land und Zeitpunkt unterscheiden und sollte vor der Anwendung geprüft werden.


    Erfolgskontrolle und sichere Lagerung
    Den Behandlungserfolg kontrolliert Markus über die Bodenwindel und beobachtet den Milbenfall.
    Zum Schluss fasst er zusammen: Oxalsäure sicher lagern, nur zugelassene Präparate verwenden
    und nach tatsächlicher Brutfreiheit statt nach Kalender behandeln.

  • In dieser Folge geht es um die Honigernte und die zwei größten Fehler dabei: zu früh ernten und den Honig falsch lagern. Markus erklärt, warum der richtige Erntezeitpunkt wichtig ist, welche Wassergehalte als Richtwerte gelten und wie Refraktometer, Spritzprobe und das Fließverhalten beim Schleudern zur Kontrolle genutzt werden können.
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lagerung: Honig soll luftdicht, kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden, damit er keine Feuchtigkeit zieht und nicht nachgärt. Zum Schluss berichtet Markus aus seinen eigenen ersten Ernten und betont, dass Geduld, Messung und passende Lagerung über die Qualität der Honigernte entscheiden.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Grundausstattung beim Imkern und um die
    Frage, welche Anschaffungen am Anfang wirklich nötig sind. Markus Habermehl beschreibt, dass
    Imkerkataloge viele teure Artikel anbieten, von denen man als Einsteiger das meiste nicht braucht.


    Was für den Start reicht
    Markus nennt die echte Grundausstattung: Beute, Smoker, Stockmeißel, Schutzkleidung,
    Abkehrbesen, Mittelwände, Futter und Behandlungsmittel. Mehr braucht es am Anfang nicht.


    Wo Qualität zählt
    Bei Beuten, Absperrgittern und Schutzkleidung solltest du nicht sparen. Schlechte Qualität führt laut
    Markus später zu Problemen, etwa mit schlecht passenden Absperrgittern und Wildbau. Sein Tipp:
    möglichst ein einheitliches System und denselben Hersteller nutzen.


    Was sich erst später lohnt
    Eine eigene Honigschleuder lohnt sich erst bei mehr Völkern oder wenn dir Unabhängigkeit von
    Terminen wichtig ist. Markus berichtet offen von eigenen Fehlkäufen, vor allem bei
    Königinnenzucht-Material und Spezialzubehör, das am Ende ungenutzt blieb.


    Sinnvolle Anschaffungen
    Als wirklich sinnvoll nennt Markus ein gutes Refraktometer, vernünftige Schutzkleidung und bei
    Bedarf selbst gebautes oder gedrucktes Zubehör. Seine zentrale Empfehlung: Ausrüstung erst dann
    kaufen, wenn das Problem tatsächlich da ist.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um fünf Frühwarnzeichen, an denen du ein
    geschwächtes oder krankes Bienenvolk erkennst. Markus Habermehl erklärt: Ein Volk stirbt selten
    plötzlich, sondern zeigt vorher kleine Signale, die sich oft schon am Flugloch beobachten lassen.

    Beobachten ohne die Beute zu öffnen
    Ein Schwerpunkt ist das Lesen am Flugloch. Markus beschreibt, woran du ein gesundes Volk
    erkennst und welche Abweichungen Warnsignale sind: wenig oder unruhiger Flugverkehr, kein
    Pollen, fauliger Geruch, tote oder verkrüppelte Bienen vor dem Flugloch und ein Volk, das deutlich
    hinter den anderen zurückbleibt.


    Brutbild, Gewicht und Königin
    Ein geschlossenes, gleichmäßiges Brutnest ist ein gutes Zeichen. Löchrige Muster, eingesunkene
    Zelldeckel oder nur noch Drohnenbrut in Arbeiterzellen deutet Markus als ernstes Problem. Auch
    Gewicht und Entwicklung über die Zeit sind wichtig, besonders bei Futterknappheit im Winter oder in
    Trachtlücken.


    Handeln oder beobachten
    Markus unterscheidet zwischen Situationen, in denen du sofort eingreifen musst, und solchen, die du
    zunächst weiter beobachtest. Sein Rat: das Flugloch gezielt lesen, statt jede Beute vorschnell zu
    öffnen. Als ergänzende Lektüre empfiehlt er das Buch "Am Flugloch" von H. Storch.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Bienenwachs als zentralen Bestandteil der
    Imkerei. Markus Habermehl beschreibt Wachs nicht als Abfallprodukt, sondern als wichtigen
    Kreislauf, der direkt mit der Gesundheit der Völker verbunden ist.
    Die Gefahr von Fremdwachs und Rückständen
    Wachs ist fettlöslich. Deshalb reichern sich darin Stoffe aus Varroamitteln, Umweltgiften oder
    Verfälschungen mit Paraffin und Stearin an. Markus weist darauf hin, dass verfälschtes
    Mittelwandwachs in der Vergangenheit zu großen Völkerverlusten geführt hat.
    Den eigenen Wachskreislauf aufbauen
    Markus empfiehlt, alle Wachsquellen konsequent zu sammeln: Entdeckelungswachs, alte Brutwaben,
    Wildbau, Drohnenrähmchen und Wachsreste aus der Durchsicht. Helles und dunkles Wachs sollten
    getrennt bleiben, damit hochwertiges Material nicht verloren geht.
    Reinigen, Schmelzen und Klären
    Zum Reinigen und Schmelzen nennt Markus Sonnenwachsschmelzer, Dampfwachsschmelzer und
    verschiedene Methoden, um das Wachs mit Wasser und Hitze zu klären. Wichtig: Wachs nicht
    überhitzen und nie über offener Flamme schmelzen.
    Mittelwände und Weiterverarbeitung
    Zum Schluss geht es um die Weiterverarbeitung zu Mittelwänden, um Lohngießen oder eigenes
    Walzen. Markus beschreibt den Vorteil, das eigene Wachs zurück in den Betrieb zu führen, und
    merkt an, dass Bienenwachs rechtlich nicht klar genug definiert ist. Weitere Verwendungen sind
    Kerzen, Kosmetik oder Schuhpflege.