Afleveringen

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklĂ€rt Markus Habermehl, wie Marketing im Imkerbedarf
    funktioniert und warum er heute deutlich kritischer einkauft. Markus kommt aus dem
    Online-Marketing und weiß, wie ĂŒber ein Problem erst ein BedĂŒrfnis erzeugt wird, um dir die
    passende Lösung zu verkaufen. Genau diesen Blick legt er auf Kataloge, Shops und Starter-Sets.


    Wie Kataloge und Shops BedĂŒrfnisse erzeugen
    AutoritĂ€t und sozialer Beweis wirken: „Testsieger", „von Imkern empfohlen" oder ein gĂŒnstig
    wirkendes Bundle klingen ĂŒberzeugend. FĂŒr Markus sagt das aber nichts darĂŒber aus, ob ein Artikel
    fĂŒr dich persönlich wirklich nötig ist. Viele Starter-Sets enthalten GerĂ€te, die im Alltag kaum benutzt
    werden.


    Welche Artikel AnfÀnger oft nicht brauchen
    Markus beschreibt typische FehlkÀufe: Spezialwerkzeug, das ein einfaches Grundwerkzeug genauso
    erledigt, und Zubehör, das nach dem ersten Jahr im Schrank liegt. Sein Maßstab ist nicht der Preis,
    sondern die Frage, wie oft du etwas wirklich in die Hand nimmst.


    Seine drei Kaufregeln
    1. Kaufe erst, wenn das Problem wirklich da ist, nicht weil ein Katalog es dir einredet.
    2. Investiere nur in die wenigen Dinge, die du oft nutzt und lange behÀltst.
    3. PrĂŒfe, ob du das Teil selbst bauen kannst, statt es fertig zu kaufen.


    WofĂŒr sich QualitĂ€t lohnt
    Bei manchen Anschaffungen rÀt Markus klar zu QualitÀt: gute Beuten, ein Refraktometer, ordentliche
    Schutzkleidung, solides Werkzeug und ein guter Smoker. Genauso wichtig ist fĂŒr ihn die Investition in
    Wissen, ĂŒber BĂŒcher, Schulungen und den Austausch mit erfahrenen Imkern.


    Lieber selber bauen
    Zum Schluss zeigt Markus, wie viel sich selbst bauen lÀsst: Fluglochkeile, AblegerkÀsten oder
    Beutenböcke muss man selten kaufen. Bei Gittern und Zubehör lohnt sich vor allem der Blick auf die
    Passgenauigkeit.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts spricht Markus Habermehl ĂŒber WachsverfĂ€lschung bei
    Bienenwachs: was sie bedeutet, welche Fremdstoffe im Wachs landen, welche SchÀden verfÀlschte
    MittelwĂ€nde im Volk anrichten und wie du dich davor schĂŒtzt. Es gab FĂ€lle, in denen gekaufte
    MittelwĂ€nde zu Brutverlusten und zum Zusammenbruch ganzer Völker gefĂŒhrt haben.


    Was WachsverfÀlschung bedeutet
    Von VerfÀlschung spricht man, wenn dem Bienenwachs Fremdstoffe beigemischt werden, hÀufig
    genannt sind Stearin oder Paraffin. FĂŒr Markus ist das kein Randthema, denn solches Wachs wird zu
    MittelwÀnden verarbeitet und landet direkt im Brutnest.


    Die Folgen fĂŒr das Volk
    VerfĂ€lschtes Wachs kann die Brut schĂ€digen und ein Volk massiv schwĂ€chen. Das TĂŒckische: Das
    Problem zeigt sich oft erst spÀt, wenn die Brut ausfÀllt und niemand sofort ans Wachs denkt. Genau
    deshalb bleibt der Zusammenhang hÀufig lange unentdeckt.


    Warum das bloße Auge nicht reicht
    Mit bloßem Auge lĂ€sst sich verfĂ€lschtes Wachs meist nicht sicher erkennen. Geruch, Bruchverhalten
    und Schmelzpunkt geben Hinweise, aber sicher ist nur eine Analyse im Labor. Markus rÀt, sich nicht
    auf den ersten Eindruck zu verlassen.


    So schĂŒtzt du dich
    Markus nennt drei Wege zur Absicherung: Erstens seriöse Anbieter, die Nachweise und Analysen
    vorlegen. Zweitens im Zweifel eine eigene Laboranalyse. Und drittens, als beste Absicherung, ein
    eigener Wachskreislauf, bei dem du genau weißt, was in deinem Wachs steckt. Dabei sollten
    Brutraum- und Honigraumwachs getrennt und sauber gefĂŒhrt werden, weil Wachs RĂŒckstĂ€nde
    binden kann.


    Ein Appell fĂŒr klare Standards
    Zum Schluss weist Markus darauf hin, dass der Begriff Bienenwachs nicht klar geschĂŒtzt ist, und
    fordert eine einheitliche Deklaration fĂŒr Bienenwachs innerhalb der Imkerschaft. Solange die fehlt,
    bleibt der eigene, kontrollierte Wachskreislauf der sicherste Weg.

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  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklĂ€rt Markus Habermehl die DrohnenbrĂŒtigkeit im
    Bienenvolk: woran du sie am Brutbild erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und welche Wege
    dir bleiben, ein drohnenbrĂŒtiges Volk zu retten oder aufzulösen. Gerade fĂŒr AnfĂ€nger ist das Bild
    schwer einzuordnen, und in der Praxis wird es schnell zum Problem.


    Was DrohnenbrĂŒtigkeit bedeutet
    Ein drohnenbrĂŒtiges Volk legt nur noch unbefruchtete Eier, aus denen ausschließlich Drohnen
    werden. Markus nennt zwei Hauptursachen: eierlegende Arbeiterinnen, die sogenannten
    DrohnenmĂŒtterchen, oder eine Königin, die schlecht begattet wurde oder deren Spermavorrat
    aufgebraucht ist. Ohne befruchtete Eier fehlt dem Volk der Nachwuchs an Arbeiterinnen.


    So erkennst du es am Brutbild
    Die typischen Zeichen: bucklige Zelldeckel, Drohnenbrut mitten auf den Arbeiterwaben, mehrere Eier
    pro Zelle, Eier an den ZellwÀnden und ein unruhiges, weiselloses Verhalten des Volkes. Wer diese
    Hinweise zusammen sieht, hat es sehr wahrscheinlich mit DrohnenbrĂŒtigkeit zu tun.


    Ursache DrohnenmĂŒtterchen oder Königin
    Bei der Behandlung bleibt Markus nĂŒchtern. Ein Volk mit DrohnenmĂŒtterchen ist meist schwer zu
    retten, weil eine zugesetzte Königin oft abgestochen wird. Liegt es dagegen an einer drohnenbrĂŒtigen
    Königin, muss die alte Königin entfernt werden, danach lÀsst sich das Volk mit einer neuen Königin


    oder einer Weiselzelle wieder aufbauen.
    Abfegen oder vereinigen
    Als praktische Maßnahmen beschreibt Markus das Abfegen und die Vereinigung mit einem
    gesunden, weiselrichtigen Volk. Die Vereinigung ist oft die klĂŒgere Lösung: Sie senkt den Aufwand
    und das Risiko, eine neue Königin wieder zu verlieren. Statt Heldentum am kranken Volk zÀhlt hier
    die nĂŒchterne Entscheidung.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, welche AusrĂŒstung du zum Honig
    schleudern wirklich brauchst und wo AnfÀnger oft zu viel oder zu teuer einkaufen. Es geht um
    Schleudertypen, die Frage eigene oder Vereinsschleuder, das Entdeckeln, das Sieben und das
    AbfĂŒllen, und ĂŒber allem steht die Hygiene.

    Tangential- oder Radialschleuder
    Markus beginnt bei den zwei wichtigsten Schleudertypen. Die Tangentialschleuder ist gĂŒnstiger,
    braucht aber mehr Handarbeit, weil die Waben gewendet werden mĂŒssen. Die Radialschleuder ist
    teurer, dafĂŒr schneller und bequemer, weil beide Wabenseiten gleichzeitig geschleudert werden.
    Dazu kommt die Wahl zwischen Hand- und Motorbetrieb.


    Eigene Schleuder oder Vereinsschleuder
    Ob sich eine eigene Schleuder lohnt, hĂ€ngt fĂŒr Markus an der Menge. Bei wenigen Völkern reicht die
    Vereinsschleuder, solange sie sauber zurĂŒckgegeben wird. Eine eigene Schleuder lohnt sich eher bei
    grĂ¶ĂŸeren Mengen oder wenn Termindruck entsteht. Markus berichtet dabei auch von seinen
    gebrauchten und Àlteren Schleuderlösungen.


    Entdeckeln und Deckelwachs gewinnen
    Beim Entdeckeln nennt Markus Entdeckelungsgabel, Entdeckelungsmesser und
    Entdeckelungswanne. Das Deckelwachs sollte gesammelt und möglichst getrennt weiterverarbeitet
    werden. Es gibt einfache Selbstbau-Lösungen, und auch Schleuderbeutel können hier helfen.


    Sieben, KlĂ€ren und AbfĂŒllen
    Zum Verarbeiten empfiehlt Markus grobe und feine Siebe sowie ein zylindrisches Sieb aus dem
    Brauereibedarf. Vor dem AbfĂŒllen zĂ€hlen Wassergehalt und der richtige Zeitpunkt vor der
    Kristallisation. Wer hier sauber arbeitet, spart sich spĂ€ter Ärger im Glas.


    Hygiene ĂŒber allem
    Der wichtigste Punkt zum Schluss: Hygiene. Alle GerĂ€te, GlĂ€ser und ArbeitsflĂ€chen mĂŒssen sauber,
    trocken und lebensmittelecht sein. Guter Honig entsteht nicht nur an der Schleuder, sondern an jeder
    FlĂ€che, die er auf dem Weg ins Glas berĂŒhrt.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklĂ€rt Markus Habermehl das Refraktometer fĂŒr Honig: wie
    es den Wassergehalt misst, warum die Kalibrierung ĂŒber alles entscheidet und welche Richtwerte
    nach Honigverordnung und DIB-Glas gelten. Dazu die typischen Messfehler und wie du sie
    vermeidest.


    Wie das Refraktometer den Wassergehalt misst
    Ein Refraktometer misst den Brechungsindex des Honigs. Daraus wird der Wassergehalt in Prozent
    berechnet und an einer blau-weißen Grenzlinie abgelesen. Die Honig-Skala liegt meist zwischen 13
    und 25 Prozent. So bekommst du in Sekunden einen belastbaren Wert, vorausgesetzt, das GerÀt
    stimmt.


    Kalibrierung entscheidet ĂŒber alles
    FĂŒr Markus ist die Kalibrierung der wichtigste Punkt. Ein unkalibriertes GerĂ€t liefert falsche Werte,
    egal wie teuer es war. Als Referenz dienen eine KalibrierflĂŒssigkeit oder ein Kalibrierprisma.
    Gemessen wird bei etwa 20 Grad Celsius oder mit automatischer Temperaturkompensation.


    Richtwerte fĂŒr den Wassergehalt
    Die Honigverordnung erlaubt bis 20 Prozent Wassergehalt, im DIB-Glas sind maximal 18 Prozent
    zulĂ€ssig. Markus empfiehlt, eher zwischen 15 und 17 Prozent zu ernten. Über 18 Prozent steigt die
    GĂ€rgefahr, der Honig kann kippen.


    Typische Messfehler
    Falsche Temperatur, Luftblasen, ein ungleichmĂ€ĂŸiger Honigtropfen, ein verschmutztes Prisma und
    eine fehlende Kalibrierung verfÀlschen das Ergebnis. Markus rÀt, mehrere Proben aus verschiedenen
    Waben zu nehmen und daraus einen Mittelwert zu bilden, statt sich auf eine einzelne Wabe zu
    verlassen.


    Welches GerÀt reicht
    Zum Schluss macht Markus es einfach: Ein gĂŒnstiges Honigrefraktometer mit automatischer
    Temperaturkompensation reicht völlig. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern regelmĂ€ĂŸig zu
    kalibrieren und sauber zu messen.

  • Die TrachtlĂŒcke im Sommer wird von vielen Imkern unterschĂ€tzt. Draußen ist alles grĂŒn, und
    trotzdem hungert das Bienenvolk. Markus Habermehl erklÀrt in dieser Folge des Honigraum
    Podcasts, wann die TrachtlĂŒcke im Hochsommer auftritt, woran du sie am Volk erkennst und wann
    eine NotfĂŒtterung wirklich sinnvoll ist. Dabei zeigt er auch die typische Falle mit dem Honigraum, in
    die du nicht tappen solltest.


    Was ist die TrachtlĂŒcke und wann tritt sie auf
    Die TrachtlĂŒcke liegt meist im Hochsommer, wenn die FrĂŒhjahrsblĂŒte vorbei ist und die Sommeroder
    Waldtracht noch nicht richtig lÀuft. Markus Habermehl macht deutlich: Auch wenn die
    Landschaft sattgrĂŒn aussieht, kann im Volk der Nektar fehlen. Hitze und ausbleibende Nektarbildung
    verschĂ€rfen die Lage zusĂ€tzlich. Wie stark die LĂŒcke ausfĂ€llt, hĂ€ngt stark von der Region und dem
    Standort ab.


    Woran du die TrachtlĂŒcke am Bienenvolk erkennst
    Ein Schwerpunkt der Folge sind die Anzeichen. Markus Habermehl nennt weniger FlugaktivitÀt, ein
    stagnierendes oder sinkendes Beutengewicht, knappe VorrÀte und gereizteres Verhalten. Im
    Extremfall stellt die Königin die Eilage ein. Wichtig zu wissen: In dieser Phase werden Völker
    stechlustiger und deutlich anfĂ€lliger fĂŒr RĂ€uberei. Wer sein Volk regelmĂ€ĂŸig beobachtet, erkennt die
    TrachtlĂŒcke frĂŒh genug, um zu handeln.


    NotfĂŒtterung: wann sie sinnvoll ist
    Die NotfĂŒtterung ist dann sinnvoll, wenn dem Volk akut Futter fehlt und die Brut sonst verhungern
    wĂŒrde. Markus Habermehl warnt aber vor einer verbreiteten Falle: Wird bei aufgesetztem Honigraum
    gefĂŒttert, verfĂ€lscht das Futter den Honig. Deshalb gilt, nur zu fĂŒttern, wenn kein zu erntender
    Honigraum betroffen ist oder dieser vorher abgenommen wurde. Offen gefĂŒttert wird nicht, weil das
    die RĂ€uberei anheizt.


    Die richtigen Maßnahmen gegen die TrachtlĂŒcke
    Als Vorgehen empfiehlt Markus Habermehl Beobachtung, Gewichtskontrolle und gezieltes Handeln
    statt blinden Aktionismus. Sauberes Arbeiten im Stock gehört dazu, und bei Bedarf hilft das
    UmhÀngen von Futterwaben, um VorrÀte dorthin zu bringen, wo das Volk sie braucht. Langfristig ist
    eine standortgerechte Trachtvielfalt der beste Weg, die SommerlĂŒcke von vornherein kleiner zu
    halten.


    Kapitel
    ‱ 00:10 TrachtlĂŒcke im Sommer
    ‱ 02:16 Anzeichen im Bienenvolk
    ‱ 03:23 Wann NotfĂŒtterung sinnvoll ist
    ‱ 05:06 Maßnahmen gegen die LĂŒcke
    ‱ 05:59 Folgen fĂŒr die Honigernte
    ‱ 06:55 Gewicht und Flug prĂŒfen

  • Lohnt sich ein Imkerverein oder kann man sich den Beitrag sparen? Markus Habermehl geht in
    dieser Folge des Honigraum Podcasts genau dieser Frage nach. Er wÀgt ehrlich ab, was die
    Mitgliedschaft in einem Imkerverein fĂŒr AnfĂ€nger und erfahrene Imker konkret bringt: Praxiswissen,
    gemeinsames Material, Sammelbestellungen, den Austausch zu regionalen Themen und vor allem
    die Haftpflichtversicherung. Sein Fazit vorweg: FĂŒr die allermeisten ĂŒberwiegt der Nutzen deutlich.


    Wissen, GerÀte und Gemeinschaft im Imkerverein
    Der grĂ¶ĂŸte Alltagsnutzen liegt fĂŒr Markus Habermehl im geballten Praxiswissen. Ein Imkerverein
    bietet AnfÀngerschulungen, LehrbienenstÀnde und erfahrene Imker als Ansprechpartner, die einem
    ĂŒber die ersten Jahre hinweghelfen. Dazu kommt die gemeinsame Ausstattung: GerĂ€te wie
    Honigschleuder, Mittelwandpresse oder Gießvorrichtung muss sich niemand allein anschaffen,
    sondern kann sie ĂŒber den Verein nutzen. Auch Sammelbestellungen fĂŒr Futter und Mittel sparen
    bares Geld. Und nicht zuletzt zĂ€hlt die Gemeinschaft: Gleichgesinnte, die dieselbe Leidenschaft fĂŒr
    die Bienen teilen.


    Die Haftpflichtversicherung als grĂ¶ĂŸter Vorteil
    Ein eigener Schwerpunkt der Folge ist die Haftpflichtversicherung ĂŒber Verein oder Landesverband.
    Markus Habermehl hĂ€lt sie fĂŒr einen der wertvollsten Bausteine der Mitgliedschaft. Bienen können
    SchÀden verursachen, etwa wenn ein Schwarm abgeht oder ein Verkehrsunfall entsteht. Genau dann
    greift die Versicherung, die in vielen VereinsbeitrÀgen bereits enthalten ist. Ob zusÀtzlich
    Rechtsschutz oder Unfallleistungen mit abgedeckt sind, sollte man im Einzelfall prĂŒfen.


    Regionale Praxis schlÀgt das Lehrbuch
    Beim Thema Wissen macht Markus Habermehl einen wichtigen Unterschied deutlich: Im Verein lernt
    man vor allem die regionale Praxis. Was im eigenen Klima funktioniert, wie erfahrene Imker vor Ort
    arbeiten und welche Handgriffe wirklich helfen, das steht so in keinem Lehrbuch. Gleichzeitig warnt
    er davor, alles ungefiltert zu ĂŒbernehmen. Moderne Methoden werden nicht ĂŒberall offen
    aufgenommen, deshalb sollte jeder Imker mitdenken, filtern und seinen eigenen Weg finden.


    Generationenkonflikt: Erfahrung trifft neue Ideen
    Offen spricht Markus Habermehl auch ĂŒber das Spannungsfeld im Verein zwischen langjĂ€hriger
    Erfahrung und neuen Ideen aus dem Internet und der Praxis anderer Imker. Sein Rat: beide Seiten
    ernst nehmen, respektvoll zuhören und sich nicht an Rechthaberei aufreiben. Wer die Erfahrung der
    Älteren mit frischen AnsĂ€tzen verbindet, holt fĂŒr seine eigene Imkerei am meisten heraus.


    Schnelle Infos zu neuen Gefahren
    Gerade bei aktuellen Bedrohungen zeigt sich der Wert des Netzwerks. Über den Verein bekommt
    man schnell Informationen zu regionalen Themen wie der Faulbrutlage oder der Ausbreitung der
    asiatischen Hornisse. Diese kurzen Wege können im Ernstfall entscheidend sein, um das eigene
    Volk und die Nachbarschaft zu schĂŒtzen.


    Fazit: Lohnt sich der Imkerverein?
    Am Ende fĂ€llt das Urteil von Markus Habermehl klar positiv aus. FĂŒr die meisten Imker, und
    besonders fĂŒr AnfĂ€nger, ĂŒberwiegt der Nutzen einer Mitgliedschaft deutlich. Ausschlaggebend sind
    die Haftpflichtversicherung, das regionale Praxiswissen und der Austausch in der Gemeinschaft. Wer
    neu einsteigt, sollte den Weg in den örtlichen Imkerverein also ernsthaft in Betracht ziehen.


    Kapitel
    ‱ 00:13 Imkerverein: Nutzen und Kritik
    ‱ 00:36 Wissen, GerĂ€te und Gemeinschaft
    ‱ 04:35 Haftpflicht als Hauptvorteil
    ‱ 07:30 Regionale Praxis statt Lehrbuch
    ‱ 11:18 Generationenkonflikt im Verein
    ‱ 13:17 Neue Gefahren, schnelle Infos
    ‱ 13:50 Fazit zur Mitgliedschaft

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklĂ€rt Markus Habermehl die amerikanische Faulbrut bei
    Bienen: wie die Krankheit entsteht, woran du sie am Brutbild erkennst, wie der einfache
    Verdachtstest funktioniert und welche Meldepflichten und Vorbeugemaßnahmen gelten.


    Was die amerikanische Faulbrut ist
    Die amerikanische Faulbrut ist eine bakterielle Seuche, verursacht durch Paenibacillus larvae (frĂŒher
    Bacillus larvae). Besonders problematisch sind die Sporen, weil sie sehr widerstandsfÀhig sind und
    lange ĂŒberleben. Verbreitet wird die Krankheit ĂŒber Futter, Putzerbienen, RĂ€uberei und Verflug im
    Stock und am Stand. FĂŒr Menschen und Honig ist sie ungefĂ€hrlich, fĂŒr Bienenvölker aber
    existenzbedrohend.


    Symptome am Brutbild
    Markus achtet vor allem auf das Brutbild: löchrige, unregelmĂ€ĂŸige BrutflĂ€chen, eingesunkene und
    durchlöcherte Zelldeckel sowie braune, schleimige und zÀhfadenige Masse in der Zelle. Oft kommt
    ein fauliger Geruch dazu. Diese Anzeichen sind der erste Hinweis fĂŒr einen Verdacht.


    Der Streichholztest
    Als einfachen Verdachtstest beschreibt Markus den Streichholztest: LĂ€sst sich die zersetzte
    Larvenmasse fadenziehend aus der Zelle herausziehen, ist das ein deutliches Warnzeichen. Wichtig:
    Das ist nur ein Verdachtsmoment. Die sichere Diagnose erfolgt im Labor, in der Regel ĂŒber eine
    Futterkranzprobe.


    Meldepflicht bei Verdacht
    Die amerikanische Faulbrut ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine anzeigepflichtige
    Tierseuche. Bei Verdacht muss das zustÀndige VeterinÀramt oder die jeweilige Behörde informiert
    werden. Nach BestÀtigung können Sperrbezirke eingerichtet werden, befallene Völker und Material
    werden nach behördlicher Anweisung saniert oder beseitigt.


    Vorbeugung
    Zum Schluss nennt Markus die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen: regelmĂ€ĂŸige Brutkontrolle,
    saubere Arbeitsweise, kein FĂŒttern von unbekanntem oder fremdem Honig, Vermeidung von
    RĂ€uberei, konsequente Wabenerneuerung und bei Bedarf Futterkranzproben.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklĂ€rt Markus Habermehl, wie man den richtigen Standort
    fĂŒr seine Bienenvölker findet. Die Wahl des Standplatzes beeinflusst Honigertrag, Gesundheit und
    Arbeitsaufwand und lĂ€sst sich spĂ€ter nur schwer korrigieren, deshalb lohnt es sich, vorher grĂŒndlich
    nachzudenken.


    Sonne, Wind und trockener Boden
    Markus beginnt bei Flugloch und Wetter. FrĂŒhsonne am Flugloch bringt die Bienen morgens frĂŒher in
    den Flug, eine Ausrichtung nach SĂŒden oder SĂŒdosten ist gĂŒnstig. Genauso wichtig: ein
    windgeschĂŒtzter, trockener Platz ohne Kaltluftseen und ohne StaunĂ€sse.


    Trachtangebot ĂŒber das ganze Jahr
    Der entscheidende Punkt ist fĂŒr Markus nicht eine einzelne Tracht, sondern die Versorgung ĂŒber das
    ganze Jahr. Im FrĂŒhjahr zĂ€hlen Weide, Obst und Raps, im Sommer Linde, Brombeere und Wald.
    Wer den Umkreis ĂŒber die Saison hinweg betrachtet, trifft die bessere Standortentscheidung.


    Erreichbarkeit wird oft unterschÀtzt
    Ein Standort, den man nur schwer erreicht, wird seltener kontrolliert. Genau das rÀcht sich bei
    Schwarmkontrolle, Futterkontrolle und schnellen Eingriffen. Markus rÀt, auf die ZugÀnglichkeit zu
    achten, auch fĂŒr den Transport von Zargen und HonigrĂ€umen, idealerweise direkt mit dem Auto oder
    in kurzer Distanz.


    Nachbarn und rechtliche RĂŒcksicht
    Zum Schluss geht es um das Umfeld. Markus empfiehlt, Nachbarn frĂŒh einzubeziehen, die
    Flugrichtung weg von Terrasse und Gehweg zu legen und bei Bedarf Abstand zu halten. In
    Wohngebieten ist Imkerei grundsÀtzlich möglich, bei Unsicherheit hilft ein GesprÀch mit dem
    Imkerverein oder der Gemeinde.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, wie man einen Bienenstand
    richtig aufbaut und welche Fehler er an seinem eigenen Stand gemacht hat. Es geht um Arbeitshöhe,
    Untergrund, StabilitÀt und darum, das wichtigste Werkzeug direkt am Stand zu haben.
    Die Grundlagen fĂŒr einen guten Bienenstand
    Ein durchdachter Standplatz spart bei jeder Durchsicht Zeit und Nerven. Markus nennt vier
    Grundlagen: eine passende Arbeitshöhe, einen trockenen und stabilen Untergrund, genug Platz zum
    Arbeiten und gute Erreichbarkeit bei jedem Wetter. Wer das von Anfang an bedenkt, muss spÀter
    nicht umbauen.


    Meine eigenen Fehler am Stand
    Markus spricht offen ĂŒber die Schwachstellen, die sich an seinem Stand erst mit der Zeit gezeigt
    haben: ein zu hoher Aufbau, ein leicht schrÀg stehender Stand, fehlender Schutz gegen Ameisen und
    zu wenig StabilitÀt der Balken. Dazu kommt die Rutschgefahr, wenn eine Beute beim Anheben nach
    vorne wegrutscht.


    Praktische Lösungen, die sich bewÀhrt haben
    Aus diesen Fehlern sind einfache Lösungen entstanden. Eine zusÀtzliche Leiste am vorderen Balken
    sichert gegen das Abrutschen, das Verbinden von Vorder- und Hinterbalken bringt StabilitĂ€t, und fĂŒr
    den Aufbau reichen oft Leitern, Steine oder Paletten. Markus beschreibt außerdem seine
    verschiedenen Standvarianten im Garten, im Vorgarten und am Außenstand im Wald.


    Werkzeug direkt am Stand
    Ein eigener Schwerpunkt ist die Ausstattung vor Ort. Markus empfiehlt, Werkzeug und Material direkt
    am Stand zu lagern: Stockmeißel, Smoker, AnzĂŒnder, Abkehrbesen, Eimer, WachsbehĂ€lter,
    Notizzettel, Wasserkanister und eine wetterfeste Box. Das spart Wege und hilft, im Notfall schneller
    zu reagieren.


    Mitwachsen und Erreichbarkeit
    Zum Schluss betont Markus, dass ein Stand mit der Völkerzahl mitwachsen sollte und auch im Winter
    gut erreichbar bleiben muss. Seine drei zentralen Punkte: gute Arbeitshöhe, sicherer Stand mit Platz
    und das wichtigste Werkzeug immer griffbereit.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die AuffĂŒtterung im SpĂ€tsommer und warum sie
    neben der Varroa-Behandlung ĂŒber eine gute Überwinterung entscheidet. Markus Habermehl erklĂ€rt
    Timing, Futterarten, Mengen und die typischen Fehler.


    Das richtige Timing
    Der Zeitpunkt ist entscheidend, damit die Winterbienen geschont werden. Zu spĂ€tes FĂŒttern belastet
    sie, zu frĂŒhes verkleinert unnötig das Brutnest. GefĂŒttert wird nach der Ernte und abgestimmt auf die
    Varroa-Behandlung, damit das Volk mit vollen VorrÀten in den Winter geht.


    Die Futterarten im Vergleich
    ‱ Fertigsirup: bequem und gleichmĂ€ĂŸig.
    ‱ Selbst angerĂŒhrtes Zuckerwasser: gĂŒnstiger, aber aufwendiger.
    ‱ Futterteig: die Lösung fĂŒr spĂ€tere Notgaben.


    Wie viel Futter?
    Als grobe Orientierung nennt Markus 15 bis 20 Kilo pro Wintervolk, betont aber: VolksstÀrke,
    Beutensystem und Standort zÀhlen. Wichtiger als feste Tabellen ist die Gewichtskontrolle der Beuten,
    regelmĂ€ĂŸig wiegen und nachkontrollieren.


    Markus aus eigener Erfahrung
    Markus schildert offen, dass er im Winter zu leichte Völker hatte und spÀter Futterteig direkt auf die
    RĂ€hmchen legen musste. Seine Lehre daraus: wiegen, wiegen, wiegen.


    Die hÀufigsten Fehler
    Zu spĂ€t fĂŒttern, zu wenig fĂŒttern, zu dĂŒnnes Winterfutter und offenes FĂŒttern, das RĂ€uberei auslöst.
    Sein Fazit: rechtzeitige, passende und kontrollierte AuffĂŒtterung ist die Grundlage fĂŒr einen guten
    Start ins FrĂŒhjahr.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um den Wachsschmelzer und die Frage, wann sich
    ein Sonnen- oder ein Dampfwachsschmelzer lohnt. Markus Habermehl vergleicht beide aus seiner
    Praxis und ordnet ein, welches System zu welcher BetriebsgrĂ¶ĂŸe passt.


    Der Sonnenwachsschmelzer
    Eine einfache Kiste mit Glasdeckel, die das Wachs in der Sonne schmilzt. Vorteile: geringer
    Aufwand, kein Strom, schonende Verarbeitung, besonders fĂŒr helles Entdeckelungswachs.
    Nachteile: abhÀngig vom Wetter, kleine Mengen und schwÀchere Ausbeute bei dunklen Altwaben.


    Der Dampfwachsschmelzer
    Arbeitet mit Wasserdampf, eignet sich fĂŒr grĂ¶ĂŸere Mengen und auch fĂŒr dunkles Wabenmaterial. Er
    ist schneller, wetterunabhÀngig und liefert eine bessere Ausbeute, braucht aber eine Dampfquelle
    und mehr Handling. FĂŒr Markus die praktischere Lösung ab mehr Völkern.

    Selbstbau
    Einen Sonnenwachsschmelzer baust du mit Isolierkiste, Glasdeckel, Blech und Auffangwanne relativ
    einfach selbst. Auch Dampfwachsschmelzer lassen sich aus Edelstahlteilen, Zargen und einfachen
    Dampfquellen zusammensetzen. Markus nennt dazu mehrere Varianten aus seiner Werkstatt.


    Die hÀufigsten Fehler
    Markus warnt: Wachs nicht ĂŒberhitzen, keine offenen Flammen, keine ungeeigneten GefĂ€ĂŸe aus
    Eisen oder Kupfer, und helles und dunkles Wachs getrennt halten. Wachs sollte mehrfach geklÀrt
    werden, am besten mit Regenwasser oder destilliertem Wasser. Seinen eigenen Fehlversuch mit
    einem zu heißen Gasofen beschreibt er offen als Warnung.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um eine typische SpĂ€tsommergefahr am
    Bienenstand: Wespen und RÀuberei. Markus Habermehl erklÀrt, warum im August die nachlassende
    Tracht und die geringere VolksstÀrke vor allem schwache Völker, Ableger und BegattungskÀstchen
    gefÀhrden.


    Das Flugloch verkleinern
    Der wichtigste Hebel ist ein kleiner Eingang. Markus nennt Fluglochkeile, Fluglochschieber und
    Schaumstoffstreifen. Ein enges Flugloch lÀsst sich von den WÀchterbienen leichter verteidigen.
    SpÀtestens wenn die Tracht nachlÀsst oder erster Wespendruck auftritt, sollte das Flugloch enger
    werden.


    RĂ€uberei frĂŒh erkennen
    RĂ€uberei durch fremde Bienen kann ein schwaches Volk in kurzer Zeit vernichten und auf weitere
    Völker ĂŒbergreifen. Anzeichen laut Markus: hektisches Treiben am Flugloch, KĂ€mpfe, suchendes
    Anfliegen, Eindringen an Ritzen, tote Bienen vor der Beute und ungewöhnlich reger Betrieb.


    Schutz am Stand
    Am Stand darf kein Futter und keine Honigwabe offen stehen, das lockt Wespen und RĂ€uber an.
    Schwache Einheiten sollten nicht lange schwach bleiben: vereinigen oder verstÀrken hilft.


    Markus' Bienentunnel
    Zum Schluss stellt Markus einen selbst entwickelten Flugloch-Tunnel vor, der in die Beute
    eingeschoben wird und den Zugang enger macht. Die Idee: Ein enger Zugang ist leichter zu
    verteidigen als ein breites Flugloch.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um Schwarmkontrolle: wie du verhinderst, dass ein
    Volk ĂŒberhaupt erst in Schwarmstimmung kommt. Markus Habermehl erklĂ€rt das SchwĂ€rmen als
    natĂŒrliche Vermehrung (eine neue Königin entsteht, die alte zieht mit einem Teil des Volkes aus) und
    teilt die Lektionen aus seiner ersten Saison.


    Wann der Schwarmtrieb auftritt
    Schwarmstimmung tritt meist von FrĂŒhjahr bis SpĂ€tsommer auf, hĂ€ufig ab Ende April oder Mai.
    Auslöser sind starke Völker, Enge im Brutnest, viele junge Bienen, eine Àltere Königin und der
    Futtersaftstau.


    Schwarmzellen richtig erkennen
    Schwarmzellen sitzen typischerweise am unteren Wabenrand. Ab ihrer Verdeckelung ist mit dem
    Abgang der alten Königin zu rechnen. Wichtig: Schwarmzellen nicht mit Nachschaffungs- oder
    Drohnenzellen verwechseln.


    Markus' drei Kern-Lektionen
    1. In der Schwarmzeit spÀtestens alle sieben Tage kontrollieren.
    2. Schwarmzellen sauber von Nachschaffungs- und Drohnenzellen unterscheiden.
    3. Nur Zellen zu brechen reicht nicht, die Ursachen mĂŒssen mit behoben werden.


    Maßnahmen gegen den Schwarmtrieb
    Markus nennt: Schröpfen, Ablegerbildung, KunstschwÀrme, Zwischenableger, Königinnenentnahme,
    Raum geben und rechtzeitige Erweiterung. Auch das EinhÀngen von MittelwÀnden oder
    Drohnenrahmen schafft BeschÀftigung und Platz. Das reine Brechen von Schwarmzellen ist dagegen
    nicht dauerhaft ausreichend.


    Zum Schluss: Ein Volk kann trotz Kontrolle schwÀrmen. Als zusÀtzliche Hilfe nennt Markus
    Stockwaagen mit Alarmfunktion, die Gewichtsverluste erkennen.

  • In dieser Folge geht es um den Verkauf von Honig und um die Frage, wie Imker mit Preisen, Vertrieb und Kundenkontakt umgehen. Markus sagt, dass ĂŒber Geld in der Imkerei oft zu wenig offen gesprochen werde, und möchte das Thema deshalb nĂŒchtern ansprechen. Er betont, dass er selbst 2025 erst mit dem Verkauf begonnen habe und noch keine große Verkaufsgeschichte erzĂ€hle.

    Themen dieser Folge:
    - Welche Verkaufswege fĂŒr Honig es gibt
    - Warum Direktverkauf oft besser funktioniert als Versand
    - Was Kunden beim Imker wirklich suchen
    - Wie sich ein Imker vom Honig anderer unterscheiden kann
    - Wie Stammkunden gebunden werden können

    Ein Schwerpunkt liegt auf den Verkaufswegen: genannt werden der Verkauf ab Hof, ĂŒber lokale LĂ€den, auf dem Wochenmarkt und online. Ab Hof sei wegen des direkten Kontakts und der höheren Marge besonders attraktiv, wĂ€hrend Wochenmarkt und Online-Verkauf mehr Reichweite bringen, aber auch Zeit, GebĂŒhren, Versandkosten und rechtliche Fragen mit sich bringen. FĂŒr kleine und Nebenerwerbsimker sei der lokale Direktverkauf meist rentabler als der Versand.

    Ein weiterer Punkt ist die Kundenperspektive. Nach Aussage von Markus kaufen Kunden nicht nur Honig, sondern auch Echtheit, RegionalitĂ€t, Geschichte und ein persönliches GegenĂŒber. Er empfiehlt, die Herkunft des Honigs klar zu erzĂ€hlen und das Produkt mit Informationen ĂŒber Ort, Arbeitsweise und Kristallisation zu verbinden. Auch ein ehrliches Etikett könne wichtiger sein als ein standardisiertes Glas.

    Zum Schluss geht es um Stammkunden und Preisgestaltung. Stammkunden seien wirtschaftlich wertvoll, weil sie wiederkommen und weiterempfehlen. Vertrauen, QualitĂ€t, Erreichbarkeit und kleine Gesten könnten dabei helfen. Der Sprecher sagt außerdem, dass er nicht ĂŒber den Preis konkurrieren wolle, sondern ĂŒber Geschichte und Vertrauen.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die AmeisensĂ€ure als klassische
    Sommerbehandlung gegen die Varroa und um genau die Behandlung, bei der am meisten
    schiefgeht. Markus Habermehl erklÀrt den entscheidenden Vorteil der AmeisensÀure, die richtige
    Anwendung Schritt fĂŒr Schritt, die gĂ€ngigen Verdunster und die typischen Fehler.


    Der entscheidende Vorteil
    AmeisensĂ€ure wird im Stock verdunstet, die DĂ€mpfe verteilen sich und töten die Milben. Ihr großer
    Vorteil: Sie ist das einzige gÀngige Mittel, das auch in die verdeckelte Brut wirkt. Die DÀmpfe dringen
    durch den Zelldeckel und erwischen die Milben, die sich in der Brut verstecken. OxalsÀure und
    MilchsÀure können das nicht. Deshalb ist AmeisensÀure die Sommerbehandlung der Wahl, solange
    das Volk noch in der Brut steht.


    Der kritische Punkt: die Temperatur
    AmeisensĂ€ure ist stark temperaturabhĂ€ngig. Zu kĂŒhl, und sie verdunstet zu wenig, die Behandlung
    wirkt nicht. Zu heiß, und es kommt zur Sturzverdunstung: zu viel SĂ€ure auf einmal, mit SchĂ€den an
    Brut, Bienen und im schlimmsten Fall der Königin. Dann steht das Volk weisellos da. Markus' Rat: die
    Temperatur vor, wÀhrend und nach der Behandlung im Blick behalten und sich an die empfohlenen
    Bereiche des jeweiligen Verdunsters halten, statt nach GefĂŒhl zu dosieren.


    Die Verdunster-Modelle
    ‱ Schwammtuchmethode: billig und einfach, aber stĂ€rker temperaturabhĂ€ngig und weniger
    gleichmĂ€ĂŸig.
    ‱ Nassenheider-Verdunster: etabliert, mit Docht, gibt ĂŒber eine große FlĂ€che ab (horizontal oder
    vertikal). Markus' Bedenken: Er tropft temperaturunabhĂ€ngig weiter, sodass sich bei kĂŒhlen
    NĂ€chten eine PfĂŒtze bilden kann, die am nĂ€chsten warmen Tag zur Sturzverdunstung fĂŒhrt.
    ‱ Liebig-Dispenser: zieht die SĂ€ure ĂŒber das Docht-System aktiv aus der Flasche, nur so viel wie
    verdunstet. Markus bevorzugt ihn (rund 6 Euro pro StĂŒck), weil im Zweifel eher SĂ€ure in der
    Flasche ĂŒbrig bleibt, statt dass die Bienen Schaden nehmen. Er bezieht sich dabei auf ein
    Argument von Dr. Pia Aumeier.


    Wichtiger als das Modell ist: ein System fĂŒr den ganzen Betrieb wĂ€hlen, sich an
    Gebrauchsanweisung und Temperaturvorgaben halten, nicht nach BauchgefĂŒhl arbeiten.


    Markus' eigene EinschÀtzung
    2025 hat Markus die Sommerbehandlung nicht mit AmeisensÀure gemacht, sondern mit
    OxalsÀurestreifen, als AnfÀnger einfacher und temperaturunabhÀngiger. Alle drei Völker kamen
    super fit aus dem Winter. Dieses Jahr ist er noch zwiegespalten, ob er AmeisensÀure einsetzt oder
    wieder die teureren Streifen kauft. Er freut sich ĂŒber Erfahrungsaustausch (Facebook: Markus
    Habermehl, oder LinkedIn).

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um OxalsĂ€ure bei Bienen als Winterbehandlung
    gegen die Varroa-Milbe. Markus Habermehl erklÀrt, warum die Restentmilbung vor allem in der
    brutfreien Phase sinnvoll ist, wie sich TrÀufeln und Verdampfen unterscheiden und worauf bei
    Rechtslage, Sicherheit und Erfolgskontrolle zu achten ist.


    Warum OxalsÀure nur in der brutfreien Phase wirkt
    OxalsÀure wirkt nur auf Milben, die offen auf den Bienen sitzen. In die verdeckelte Brut dringt sie
    nicht ein. Deshalb ist die Behandlung im Winter nach dem Brutstopp deutlich wirksamer als im
    Sommer, wenn ein großer Teil der Varroa-Milben geschĂŒtzt in der Brut sitzt. Markus betont, dass das
    Timing ĂŒber den Erfolg der Restentmilbung entscheidet: Behandelt wird nicht nach Kalender, sondern
    nach tatsÀchlicher Brutfreiheit.


    TrĂ€ufeln: einfach, gĂŒnstig und gut fĂŒr kleine BestĂ€nde
    Das TrĂ€ufeln beschreibt Markus als einfache und kostengĂŒnstige Methode, die sich besonders fĂŒr
    kleine BestÀnde eignet. Wichtig sind dabei:
    ‱ die richtige Dosierung
    ‱ kĂŒhles Wetter, damit die Bienen eng sitzen
    ‱ zĂŒgiges Arbeiten ohne unnötige Störung des Volkes


    Verdampfen: effizient, aber riskanter fĂŒr den Anwender
    Das Verdampfen ist effizient und fĂŒr grĂ¶ĂŸere BestĂ€nde geeignet, aber deutlich gefĂ€hrlicher fĂŒr den
    Imker. Markus weist klar auf die Risiken durch das Einatmen des Dampfes hin und nennt den nötigen
    Schutz: Atemmaske, Schutzbrille und Handschuhe. Außerdem sind Windrichtung, Abstand und der
    sichere Umgang mit dem heißen GerĂ€t zu beachten.


    Rechtslage in Deutschland, Österreich und der Schweiz
    Ein eigener Schwerpunkt ist die Rechtslage. Verwendet werden dĂŒrfen nur zugelassene
    Bienenarzneimittel in der jeweils erlaubten Anwendungsform. Die konkrete Zulassung kann sich je
    nach Land und Zeitpunkt unterscheiden und sollte vor der Anwendung geprĂŒft werden.


    Erfolgskontrolle und sichere Lagerung
    Den Behandlungserfolg kontrolliert Markus ĂŒber die Bodenwindel und beobachtet den Milbenfall.
    Zum Schluss fasst er zusammen: OxalsÀure sicher lagern, nur zugelassene PrÀparate verwenden
    und nach tatsÀchlicher Brutfreiheit statt nach Kalender behandeln.

  • In dieser Folge geht es um die Honigernte und die zwei grĂ¶ĂŸten Fehler dabei: zu frĂŒh ernten und den Honig falsch lagern. Markus erklĂ€rt, warum der richtige Erntezeitpunkt wichtig ist, welche Wassergehalte als Richtwerte gelten und wie Refraktometer, Spritzprobe und das Fließverhalten beim Schleudern zur Kontrolle genutzt werden können.
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lagerung: Honig soll luftdicht, kĂŒhl, trocken und dunkel aufbewahrt werden, damit er keine Feuchtigkeit zieht und nicht nachgĂ€rt. Zum Schluss berichtet Markus aus seinen eigenen ersten Ernten und betont, dass Geduld, Messung und passende Lagerung ĂŒber die QualitĂ€t der Honigernte entscheiden.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um die Grundausstattung beim Imkern und um die
    Frage, welche Anschaffungen am Anfang wirklich nötig sind. Markus Habermehl beschreibt, dass
    Imkerkataloge viele teure Artikel anbieten, von denen man als Einsteiger das meiste nicht braucht.


    Was fĂŒr den Start reicht
    Markus nennt die echte Grundausstattung: Beute, Smoker, Stockmeißel, Schutzkleidung,
    Abkehrbesen, MittelwÀnde, Futter und Behandlungsmittel. Mehr braucht es am Anfang nicht.


    Wo QualitÀt zÀhlt
    Bei Beuten, Absperrgittern und Schutzkleidung solltest du nicht sparen. Schlechte QualitĂ€t fĂŒhrt laut
    Markus spÀter zu Problemen, etwa mit schlecht passenden Absperrgittern und Wildbau. Sein Tipp:
    möglichst ein einheitliches System und denselben Hersteller nutzen.


    Was sich erst spÀter lohnt
    Eine eigene Honigschleuder lohnt sich erst bei mehr Völkern oder wenn dir UnabhÀngigkeit von
    Terminen wichtig ist. Markus berichtet offen von eigenen FehlkÀufen, vor allem bei
    Königinnenzucht-Material und Spezialzubehör, das am Ende ungenutzt blieb.


    Sinnvolle Anschaffungen
    Als wirklich sinnvoll nennt Markus ein gutes Refraktometer, vernĂŒnftige Schutzkleidung und bei
    Bedarf selbst gebautes oder gedrucktes Zubehör. Seine zentrale Empfehlung: AusrĂŒstung erst dann
    kaufen, wenn das Problem tatsÀchlich da ist.

  • In dieser Folge des Honigraum-Podcasts geht es um fĂŒnf FrĂŒhwarnzeichen, an denen du ein
    geschwÀchtes oder krankes Bienenvolk erkennst. Markus Habermehl erklÀrt: Ein Volk stirbt selten
    plötzlich, sondern zeigt vorher kleine Signale, die sich oft schon am Flugloch beobachten lassen.

    Beobachten ohne die Beute zu öffnen
    Ein Schwerpunkt ist das Lesen am Flugloch. Markus beschreibt, woran du ein gesundes Volk
    erkennst und welche Abweichungen Warnsignale sind: wenig oder unruhiger Flugverkehr, kein
    Pollen, fauliger Geruch, tote oder verkrĂŒppelte Bienen vor dem Flugloch und ein Volk, das deutlich
    hinter den anderen zurĂŒckbleibt.


    Brutbild, Gewicht und Königin
    Ein geschlossenes, gleichmĂ€ĂŸiges Brutnest ist ein gutes Zeichen. Löchrige Muster, eingesunkene
    Zelldeckel oder nur noch Drohnenbrut in Arbeiterzellen deutet Markus als ernstes Problem. Auch
    Gewicht und Entwicklung ĂŒber die Zeit sind wichtig, besonders bei Futterknappheit im Winter oder in
    TrachtlĂŒcken.


    Handeln oder beobachten
    Markus unterscheidet zwischen Situationen, in denen du sofort eingreifen musst, und solchen, die du
    zunÀchst weiter beobachtest. Sein Rat: das Flugloch gezielt lesen, statt jede Beute vorschnell zu
    öffnen. Als ergĂ€nzende LektĂŒre empfiehlt er das Buch "Am Flugloch" von H. Storch.